Überraschung beim Final Four des BBL-Pokals. Der Mitteldeutsche BC setzte sich am Sonntag im Finale gegen die Bamberg Baskets durch. Im Halbfinale schlug der MBC die Bayern bereits in einem echten Krimi.
Ein deutsches Basketball-Märchen
Seit 2008 leitet Martin Geissler die Geschäfte beim MBC. Direkt nach dem Triumph erklärte er die Erfolgsgeschichte des MBC im Gespräch mit SPORT1.
SPORT1: Herr Geissler, herzlichen Glückwunsch zum Pokal-Triumph. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?
Martin Geissler: Ich glaube, das kann man jetzt noch nicht so wirklich begreifen, das wird ein bisschen dauern. Es ist was Besonderes, dass wir der erste Klub aus den neuen Bundesländern sind, der einen nationalen Titel gewinnt. Wir waren der erste Klub, der in die BBL aufgestiegen ist. Wir waren der erste Klub, der einen Europa-Pokal gewonnen hat - und jetzt schließt so ein bisschen der Kreis, dass wir auch der erste Klub sind, der diesen geilen deutschen Pokal gewinnen konnte und das macht uns natürlich super stolz.
„Lohn für die Arbeit im letzten Jahrzehnt“
SPORT1: Einige Fans auf den Tribünen hatten schon fünf Minuten vor Schluss Tränen in den Augen. Wie ging es Ihnen?
Geissler: Also fünf Minuten vor Schluss vielleicht nicht, da war noch viel Anspannung. Aber dann schon, als die Fans kurz vor dem Spielende den Sieg skandiert haben, das war schon super emotional und auch Lohn für die Arbeit im letzten Jahrzehnt für diesen Klub.
SPORT1: Was hat letztendlich den Ausschlag gegeben, dass das gelungen ist an diesem Wochenende?
Geissler: Ich glaube, dass dieser Heimvorteil super wichtig war. Dass wir erfahrene Spieler hatten, die wussten, wie sie auch die jungen Spieler in die Spur bringen, und die Energie von den Rängen hat uns einfach getragen.
Pokalsieg? „Wird dauerhaft in Erinnerung bleiben“
SPORT1: Sie haben vorher gesagt: Wenn der Erfolg kommt, dann fliegt hier das Hallendach weg. War das auch so?
Geissler: Die Emotionen waren riesig und wir haben super Werbung für diesen Standort gemacht, dass wir wirklich fester Bestandteil dieser Liga sind, dass wir in der Lage sind, so ein Event auszurichten. Das Event wird dauerhaft in Erinnerung bleiben.
SPORT1: Kann man sagen, dass das der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist?
Geissler: Ich würde ihn größer einschätzen als den Europa-Pokal-Sieg vor zwanzig Jahren, weil wir hier gegen Mannschaften in einem Pokalwettbewerb spielen, die in der EuroLeague sind. Mannschaften, die ein Vielfaches von unserem Budget haben. Natürlich sind in einem FIBA-Cup eher Mannschaften auf einem Level, auf dem man selbst ist. Das hier ist nicht groß genug einzuschätzen.
SPORT1: Der Pokalsieg wird ordentlich gefeiert: Wo geht’s hin und was kann man erwarten?
Geissler: Jetzt schnappen wir die Mannschaft und fahren in einen Club nach Halle und da gibt’s Open-Bar und hoffentlich auch etwas zu essen, weil nur Alkohol auf leeren Magen ist auch nicht so gut. Aber mir ist egal, was heute mit den Jungs passiert, wir haben jetzt drei Wochen kein Spiel und ich hoffe, es gibt nicht mehr so viele Bierduschen wie bisher.