Im Kampf gegen die bösen Geister des Vorjahres ist Bayern München erneut im Halbfinale des deutschen Basketball-Pokals gescheitert.
"Noch nie erlebt": Bayern-Coach nach bitterem Aus fassungslos
„Noch nie erlebt“: Bayern-Coach staunt
Gegen die BMA365 Bamberg Baskets unterlag der lange Zeit fahrige deutsche Meister in einem Krimi dramatisch 97:103 (83:83, 36:34) in der Verlängerung und muss damit weiter auf den sechsten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte warten.
„Glückwunsch an meine Spieler. Das war natürlich für uns das Highlight jetzt hier im Halbfinale aufzutreten“, sagte ein glücklicher Cheftrainer Anton Gavel nach dem Spiel auf der PK: „Du brauchst solche Leistungen, um Bayern schlagen zu können. Die Mannschaft hat bis zum Ende an sich geglaubt. Es war wichtig, dass wir uns belohnen konnten.“
„Wir mussten unglaublich viele Minuten gehen, was für morgen sicher nicht hilfreich ist. Aber du musst an dein absolutes Limit gehen, wenn du Bayern schlagen willst. Jetzt ist das zwar ein emotionales Hoch, aber wir müssen die Kräfte sammeln so gut es geht und uns auf morgen vorbereiten“, sagte Gavel mit Blick auf das Finale am Sonntag (ab 16:30 Uhr).
Bayern-Trainer Pesic staunt: „Noch nie erlebt“
Bamberg setzte sich auch dank einer überragenden Leistung in der Verlängerung durch. Ibi Watson-Boye (insgesamt 24 Zähler) und Cobe Williams (22 Zähler), trafen in der Overtime teils verrückte Dreier. Insgesamt erzielte das Team von Anton Gavel fast schon unglaubliche 20 Punkte!
„Es ist etwas passiert, was ich noch nie gesehen habe. Bamberg macht 20 Punkte in der Verlängerung. Das habe ich in meiner Karriere wirklich noch nie erlebt, dass eine Mannschaft 20 Punkte in fünf Minuten Verlängerung macht“, zeigte sich auch Bayern-Trainer Pesic von der Offensiv-Leistung des Gegners beeindruckt.
Mit der Leistung seiner eigenen Mannschaft war der 76-Jährige gar nicht zufrieden: „Unsere Defensive und speziell unsere Energie hat nicht gestimmt. Wir spielen zu Hause und trotzdem hat Bamberg von der ersten bis praktisch zur letzten Minute, auch in der Overtime das Spiel bestimmt. Wir sind immer nur hinterhergelaufen.“
Overtime-Thriller: Bamberg wirft Bayern raus
Trotzdem sah es so aus, als wenn die Bayern das Spiel doch noch drehen könnten. 57 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit lagen die Münchner noch mit sechs Punkten zurück, doch retteten sich mit einem starken Schlussspurt in die Overtime.
Das Momentum schien nun komplett aufseiten des Gastgebers zu liegen. Doch Bamberg schlug auch dank vier verwandelten Dreiern beeindruckend zurück.
„Sich so aufzurappeln ist beeindruckend. Du führst mit sechs und kassierst dann zwei solche Dreier. Da ist das Momentum eigentlich klar auf der anderen Seite. Wir haben dann aber auch einfach viele schwere Würfe getroffen. Das hilft natürlich. Das brauchst du auch in so einem Spiel, um so eine Mannschaft zu schlagen“, lobte Anton Gavel sein Team auf SPORT1-Nachfrage.
Bayern agiert lange zu fahrig
Wer eine klare Sache für den Gastgeber erwartet hatte, sah sich getäuscht.
Zwar sannen die Bayern nach dem überraschenden Halbfinal-Aus im Vorjahr gegen den späteren Titelträger Syntainics MBC merklich auf Wiedergutmachung, doch die Dominanz ging dem Branchenprimus gegen den Underdog vorerst ab, zu fahrig agierten die Bayern am Korb. Die Oberfranken fanden ihrerseits mit ihrem Tempo und Fastbreaks ins Spiel.
Gegen Ende wurde es hektisch: Zwar drehte für den FCBB dann vor allem Welt- und Europameister Andreas Obst mit starken Einzelaktionen auf. Doch im Dreier-Spektakel in der Overtime behielt der Underdog die Oberhand.
Im Finale um den siebten Pokalerfolg seiner Vereinsgeschichte trifft Bamberg am Sonntag (16.30 Uhr/Dyn) auf Alba Berlin oder EWE Baskets Oldenburg. Das zweite Halbfinale wird am Samstagabend (19.00 Uhr/Dyn) ausgespielt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)