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"Eine große Enttäuschung" Dennis Schröders Löwen im freien Fall

Hat sich Schröder verzockt?

Die Löwen Braunschweig müssen den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Das ist auch ein Rückschlag für Gesellschafter Dennis Schröder.
Marcus Höfl spricht im Podcast darüber, wie er Manager von Dennis Schröder geworden ist und Dennis' seine Zukunftswünsche nach der NBA in Braunschweig.
Die Löwen Braunschweig müssen den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Das ist auch ein Rückschlag für Gesellschafter Dennis Schröder.

Dennis Schröder hat Millionen in der NBA verdient, Deutschland zum Welt- und Europameistertitel geführt – aber ein Traum ist noch unerfüllt. Irgendwann will er nach Hause zurückkehren, erzählt der Basketballstar immer wieder, und zum Ende seiner Karriere mit den Löwen Braunschweig die deutsche Meisterschaft holen. Die Realität könnte aktuell nicht weiter von Schröders Vision entfernt sein.

Seit Donnerstagabend ist der sportliche Abstieg der Braunschweiger aus der Bundesliga besiegelt. Durch einen Sieg gegen den direkten Konkurrenten MLP Academics Heidelberg schickte Aufsteiger Science City Jena sowohl Heidelberg als auch die Löwen in die ProA, die verbleibenden beiden Saisonspiele sind bedeutungslos. Mit diesem Worst-Case-Szenario hatte vor der Spielzeit niemand in Braunschweig gerechnet.

„Das ist eine große Enttäuschung – für unsere Fans, unsere Partner, unsere Mitarbeitenden und für uns selbst. Wir haben es in dieser Saison nicht geschafft, die notwendige Konstanz und Leistungsfähigkeit auf das Feld zu bringen“, sagte Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann am Freitag. Schröder hatte einem möglichen Abstieg bereits im März vorgebaut. „Manchmal muss man durch Dinge durchgehen, um den nächsten Schritt zu machen“, sagte er der Braunschweiger Zeitung: „In meinen Augen sollte man immer versuchen, aus jeder Erfahrung das Positive zu ziehen.“

Drama nach Titel-Traum

Noch in der Vorsaison hatte Braunschweig als Dritter der Hauptrunde in den Playoffs gestanden, im Viertelfinale war gegen Würzburg Schluss gewesen. Alles lief ganz nach dem Plan von Schröder, der 2018 bei seinem Jugendverein als Gesellschafter eingestiegen war, um den Verein an die Ligaspitze zu führen. Während nun aber der Neustart in der ProA folgt, beeinflusst dies die ambitionierten Ziele der Bosse nicht.

„Für uns ist völlig klar, dass die Basketball Löwen mittelfristig ein Playoff-Team sind, das international spielt. Dennis formuliert das noch ein bisschen extremer. Er hat ja schon klar seine Titelambitionen formuliert. Er will deutscher Meister werden“, sagte Mittmann im Podcast „Talkin‘ Basketball„, wobei er aber auch zugab, dass dies „noch ein weiter Weg“ sei. Erst mal muss mit einem geringeren Etat der Wiederaufstieg gelingen.

Abstieg nach Personal-Chaos

Der Braunschweiger Absturz ist derweil das Produkt einer Saison zum Vergessen, die von Beginn an unter schwierigen Vorzeichen stand. Erfolgscoach Jesús Ramírez, der 2025 zum Trainer des Jahres gewählt worden war, verließ die Löwen im vergangenen Sommer überraschend. Gleiches galt für zahlreiche Leistungsträger wie das deutsche Talent Sananda Fru, das es ans US-College zog. Weil das Team zusätzlich im Saisonverlauf Verletzungen plagten, blieben unter Ramírez‘ Nachfolger, seinem vorigen Assistenten Kostas Papazoglou, die Ergebnisse aus.

Nachdem Papazoglou aufgrund des Negativlaufs im Februar durch Ramón Diaz ersetzt wurde und auch den Bossen um Mittmann letztlich wohl zu spät wichtige Nachverpflichtungen gelangen, bäumte sich Braunschweig im Liga-Endspurt gar noch einmal auf. Und doch war das Schicksal unausweichlich.