Meister-Matchball abgewehrt! ALBA Berlin hat die große „Threepeat“-Party des FC Bayern vorerst verhindert und im Finale der Basketball Bundesliga (BBL) ein Entscheidungsspiel erzwungen.
Bayern bricht komplett ein - und muss in den Showdown
Einbruch! Bayern muss in Showdown
Vor den Augen von NBA-Star Franz Wagner drehten die Hauptstädter in der Schlussphase auf und entschieden das vierte Duell der Best-of-five-Serie mit 71:61 (42:45) für sich. Spiel fünf steigt am Sonntag (16.30 Uhr im LIVETICKER) im Münchner SAP Garden.
Bayerns Niels Giffey hatte nach dem Spiel keine Erklärung für den offensiven Einbruch.
„Kann ich jetzt noch nicht (Erklärung liefern; Anm. d. Red.). Noch nicht so schnell, muss ich ehrlich sagen“, gab der 35-Jährige auf SPORT1-Frage zu.
In zwei Tagen gehe „es weiter. Das ist das Gute. Da braucht man nicht viel sagen. Ich bin nicht der Coach, ich muss mir jetzt nicht Stunden Video angucken. Das ist das Gute. Wir setzen uns morgen zusammen und gucken, was falsch gelaufen ist. Dann geht’s in zwei Tagen weiter. Das ist das Schöne, nicht erst in einer Woche.“
ALBA-Profi Norris Agbakoko feierte derweil seine Mannschaft: „Das ist das, was diese Truppe auszeichnet: Wir geben immer unsere 100 Prozent, werfen immer alles rein. Und das haben wir auch heute getan. Wir haben es geschafft, die Intensität anzukurbeln. Und auch bei Bayern waren die Kraftreserven nicht mehr ganz so hoch. Wir haben einen sehr guten Job gemacht und sie in schwierigere Würfe gezwungen, als sie vielleicht haben wollten“, sagte der 26-Jährige.
FC Bayern kann Meisterschaft in eigener Halle klarmachen
Die Bayern hatten lange auf Kurs Meisterschaft gelegen, eine zwischenzeitliche Zehn-Punkte-Führung gab die Mannschaft des scheidenden Erfolgstrainers Svetislav Pesic aber leichtfertig aus der Hand. ALBA stellte die Partie bei hohen Temperaturen in der aufgeheizten Max-Schmeling-Halle auf den Kopf – und riss das Momentum in der Serie an sich. Den Berlinern gelang am Ende ein 29:6-Lauf.
„Das ist unser Teamgeist, immer bis zum Ende 40 Minuten lang. Wir sind mit das beste Team darin, 40 Minuten lang Energie zu haben, manchmal mehr, manchmal weniger, aber wir geben nie auf. Es war eine sensationelle Leistung von den Fans, die haben uns sehr, sehr gepusht im dem schwierigen Phase und waren da, wenn wir sie brauchten“, sagte Jack Kayil von ALBA auf SPORT1-Frage.
In der eigenen Halle können die Bayern nach den Siegen 2024 und 2025 erstmals in der Vereinsgeschichte den Hattrick perfekt machen, insgesamt wäre es die achte Meisterschaft. Mindestens drei Titel nacheinander hatten zuvor nur Rekordchampion Bayer Leverkusen, ALBA und die Bamberg Baskets gewonnen. Die Berliner spielen um den zwölften Erfolg.
Posse um Pesics Nachfolge
Der Ruhestand von Trainer Pesic verschob sich damit um zwei Tage. Im Alter von 76 Jahren beendet der Serbe seine Karriere, er könnte als erster Coach in vier verschiedenen Jahrzehnten die BBL-Meisterschaft gewinnen. 1997, 1998, 1999 und 2000 siegte Pesic mit Berlin, 2014 mit München.
Die Posse um seine Nachfolge bestimmte während der Finalserie das Geschehen neben dem Parkett. Anton Gavel, der Bamberg im Frühjahr zum Pokalsieg geführt hatte, soll übernehmen. Wegen der Ablöse herrscht allerdings Ärger zwischen den beiden Klubs.
Bayern verspielt Zehn-Punkte-Vorsprung
Auf dem Feld setzten beide Mannschaften zunächst ihre offensive Spielweise fort. Die Bayern, die sich durch den 91:83-Erfolg am Mittwoch den ersten Matchball erspielt hatten, nutzten eine Schwächephase der Albatrosse kurz vor der Halbzeit und setzten sich leicht ab.
Zu Beginn des dritten Durchgangs baute das Pesic-Team ihren Vorsprung auf zehn Punkte aus, ehe Berlin plötzlich aufdrehte und davonzog. Die Bayern wurden kaum noch gefährlich. Berlins Justin Bean war mit 17 Punkten bester Werfer der Partie, dazu holte er neun Rebounds. Für München kam Nenad Dimitrijevic auf 14 Zähler.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)