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BBL-Finals: Voigtmann erklärt unglaublichen Bayern-Einbruch

Bayern-Star erklärt extremen Einbruch

Durch einen verheerenden Einbruch verspielt der FC Bayern Basketball den ersten Matchball zur Titelverteidigung. Johannes Voigtmann versucht im Gespräch mit SPORT1 Erklärungen zu finden.
Johannes Voigtmann (r.) erlebte mit Bayern einen bitteren Abend
Johannes Voigtmann (r.) erlebte mit Bayern einen bitteren Abend
© IMAGO/HMB-Media
Durch einen verheerenden Einbruch verspielt der FC Bayern Basketball den ersten Matchball zur Titelverteidigung. Johannes Voigtmann versucht im Gespräch mit SPORT1 Erklärungen zu finden.

Was für ein unglaublicher Einbruch des FC Bayern Basketball! Statt der Meistersause in Berlin müssen die Münchener in einen Showdown im entscheidenden fünften Spiel, dabei sah lange alles nach der großen Party aus.

Zur Mitte des dritten Viertels führte Bayern mit 52:42, ALBA wirkte platt, das Finale vermeintlich entschieden. Doch dann ging beim Titelverteidiger gar nichts mehr. Den Berlinern gelang zwischenzeitlich ein 26:2-Run. Am Ende siegte der Außenseiter mit 71:61.

Insgesamt nur 16 Pünktchen erzielten die Münchener in Halbzeit zwei. Wie es zu diesem Einbruch kam? Dafür versuchte Johannes Voigtmann im Gespräch mit SPORT1 eine Erklärung zu finden.

Der Welt- und Europameister kritisiert die eigene Leistung, zeigt sich für Spiel fünf am Sonntag (ab 16:30 Uhr im LIVETICKER) aber trotzdem optimistisch.

SPORT1: Herr Voigtmann, lange sah es so aus, als wenn Ihre Mannschaft heute die Meisterschaft eintüten könnte. Mitte des dritten Viertels lag man mit 10 Punkten in Führung. Was ist dann schiefgelaufen?

Johannes Voigtmann: Wir haben offensiv komplett den Faden verloren, haben viel zu viele Fehler gemacht, Turnover produziert und viele schlechte Entscheidungen getroffen. Wir sind komplett eingebrochen. So haben wir die Berliner eingeladen und einen großen Lauf erlaubt. Eigentlich haben wir das Spiel defensiv beherrscht. Dafür, dass wir in der Offensive solche großen Probleme hatten, war das in der Defensive schon noch okay. Aber gerade die zweite Fünf, zu der ich dazugehört habe, hat in der zweiten Hälfte echt einen Aussetzer gehabt offensiv. Das müssen wir uns angucken und darf uns so auf keinen Fall nochmal passieren. Du erlaubst hier nur 71 Punkte und schaffst es trotzdem nicht das Spiel zu gewinnen. Das ist wirklich schwer zu verdauen und schwer, Erklärungen zu finden.

Voigtmann kritisch: „Wir waren zu soft“

SPORT1: Sie haben das Spiel natürlich noch nicht komplett analysiert, aber haben Sie schon eine Erklärung dafür, warum die Offensive so abgerissen ist in Halbzeit zwei?

Voigtmann: Die Berliner haben sehr aggressiv gespielt und wir waren dafür ein bisschen zu soft. Damit haben wir denen ganz klar in die Karten gespielt. Wir haben viele schwere Würfe nehmen müssen und haben keine Offensiv-Rebounds mehr bekommen. Das war eigentlich etwas, was uns ausgezeichnet hat, dass wir uns immer gute oder zumindest halbwegs gute Würfe herausarbeiten. Aber das war heute wirklich gar nicht der Fall.

SPORT1: Hat in solchen Situationen eine Rolle gespielt, dass es für Berlin ein Do-or-Die-Spiel war und die dadurch vielleicht etwas bissiger waren als Ihre Mannschaft?

Voigtmann: Eigentlich sollte das eher ein Nachteil sein für die Jungs, weil je länger das Spiel geht, wird dann auch der Druck größer. Und wir waren ja auch auf zehn weg, dann hätte das eigentlich ein Vorteil für uns sein sollen, weil wir befreit aufspielen können. Dem war nicht so. Ich fand aber schon, dass wir in der Verteidigung über weite Strecken solide gespielt haben, aber offensiv war es deutlich zu wenig.

SPORT1: Hat die Hitze eine Rolle gespielt: Es war ja wahnsinnig heiß in der Halle?

Voigtmann: Es war ja für beide Mannschaften gleich heiß. Ja, es war super heiß, aber damit muss man schon zurechtkommen.

Meisterschaft? „Bin sicher, dass wir das am Sonntag ziehen“

SPORT1: Bereits am Sonntag-Nachmittag geht es weiter. Was macht Sie optimistisch, dass es trotzdem noch mit der Meisterschaft klappt?

Voigtmann: Wenn wir das defensive Level, was wir über weite Strecken hatten, beibehalten, vielleicht sogar noch eine Schippe drauflegen und uns in der Offensive steigern, bin ich guter Dinge. Wir spielen jetzt auch zu Hause, da ist es offensiv meist auch etwas einfacher. Ich bin sicher, dass wir das am Sonntag ziehen.

SPORT1: Kann da auch die Erfahrung aus der vergangenen Saison helfen? Dort holten Sie auch im entscheidenden fünften Spiel in heimischer Halle gegen Ulm den Titel.

Voigtmann: Jeder hat seine eigenen Erfahrungen mit Spiel fünf gemacht. Wir müssen jetzt einfach gucken, dass wir bereit und auch mental voll da sind. Wir müssen bereit sein, den Kampf anzunehmen und uns nochmal deutlich steigern.