Die Aufregung um Dieter Reiters nicht genehmigte Nebentätigkeit als Verwaltungsbeirat beim FC Bayern trug dazu bei, dass er im Wahlkampf stolperte – nun ist er gefallen. Im Licht einer Niederlage bei der Stichwahl hat der noch amtierende Oberbürgermeister seinen politischen Rückzug angekündigt.
FC-Bayern-Ärger war keine Hilfe: München-OB Reiter abgewählt
Reiter als OB abgewählt
Am Sonntag gratulierte Reiter (SPD), der in den vergangenen zwölf Jahren Münchens OB gewesen war, bereits vorab seinem Konkurrenten Dominik Krause (Grüne) zum Gewinn der Stichwahl. Nach vorläufigem amtlichen Endergebnis kam Krause auf 56,4 Prozent der Stimmen, Reiter auf 43,6. Reiter politische Karriere geht damit zu Ende.
„Ich habe es verbockt, es war meine Schuld“, räumte Reiter vor seinen Anhängern ein: „Es war mir eine Ehre, hier in dieser Stadt Oberbürgermeister sein zu dürfen. Das war’s von mir.“
Krause wird der erste grüne OB von München. Mit seinem Sieg endet eine 32 Jahre lange Ära von SPD-Stadtoberhäuptern seit 1984 – Georg Kronawitter, Christian Ude, Reiter.
Dieter Reiter legte alle Ämter beim FC Bayern nieder
Zuvor hatte Reiter im Vergleich zu 2020 mehr als zwölf Prozentpunkte verloren. Keine Hilfe war ihm der Eklat um seine Nebentätigkeit als Verwaltungsbeirat beim FC Bayern. Im Wahlkampf räumte Reiter unter dem Druck einer tagelangen Diskussionen ein, dass er für diese seit Ende 2021 mit rund 20.000 pro Jahr vergütet wird.
Reiter hatte sich seine Nebentätigkeit beim deutschen Rekordmeister unter diesen Umständen allerdings nicht vom Stadtrat nicht genehmigen lassen. Laut bayerischem Beamtenrecht sind Nebentätigkeiten mit einer Vergütung ab 10.000 Euro genehmigungspflichtig. Reiter hatte in der Folge alle Ämter beim deutschen Rekordmeister niedergelegt.