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PDC sorgt für Paukenschlag um Transfrau

PDC sorgt für Paukenschlag

Transfrau Noa-Lynn van Leuven ist mit sofortiger Wirkung von allen Turnieren der PDC Women's Series ausgeschlossen. Hintergrund ist eine neue Richtlinie der DRA. Die 29-Jährige meldet sich nach dem Paukenschlag emotional zu Wort.
Noa-Lynn van Leuven ist als Transfrau im Darts-Kosmos aktiv. Nun will man ihr aber anscheinend die Teilnahme an Frauenwettbewerben verbieten. Eine Maßnahme, die die Niederländerin in einem emotionalen Statement bekannt gibt.
Transfrau Noa-Lynn van Leuven ist mit sofortiger Wirkung von allen Turnieren der PDC Women's Series ausgeschlossen. Hintergrund ist eine neue Richtlinie der DRA. Die 29-Jährige meldet sich nach dem Paukenschlag emotional zu Wort.

Paukenschlag um Noa-Lynn van Leuven! Wie die Darts Regulation Authority (DRA) am Donnerstagnachmittag mitgeteilt hat, sind ab sofort nur noch biologische Frauen an regulierten Frauenturnieren zugelassen. Dazu zählt auch die PDC Women’s Series, an der die niederländische Transfrau bislang teilnehmen durfte. Damit ist jedoch nun Schluss.

Bereits im vergangenen Jahr begann die DRA mit ihrer Evaluierung und nahm dabei einen wissenschaftlichen Bericht der Entwicklungsbiologin Emma Hilton, juristische Beratung sowie aktuelle Gerichtsurteile in Großbritannien zu Hilfe.

PDC: Bisherige Regel wurde gestrichen

In Hiltons Bericht wird dargestellt, dass sich beim Darts kleine körperliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen summieren und zu einem Vorteil für Männer führen. Aufgrund dessen wird Darts im Rahmen des britischen Equality Act von 2010 als geschlechtsbeeinflusste Sportart gewertet.

Wie die DRA in ihrer Mitteilung erklärte, sei die Maßnahme notwendig, um Chancengleichheit zu wahren, weshalb die bisherige Regel gestrichen und mit der überarbeiteten Version ersetzt wurde. Die DRA werde die „Teilnahmebedingungen vor diesem Hintergrund mindestens einmal jährlich überprüfen“. Die neue Richtlinie findet bei der PDC Anwendung. Aus diesem Grund wird van Leuven, die 2022 ihre Transition zur Frau abgeschlossen hatte, von den Frauenturnieren ab sofort ausgeschlossen.

Van Leuven meldet sich emotional zu Wort

In einem Instagram-Video meldete sich die 29-Jährige emotional zu Wort: „Ich habe gerade eine E-Mail erhalten – anscheinend wurde meine Karriere beendet. Nicht freiwillig, sondern weil ich nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen darf: Die DRA hat beschlossen, dass Transfrauen nicht mehr an Frauenwettbewerben teilnehmen dürfen. Das bedeutet, dass ich raus bin.“

Die Transfrau fügte hinzu: „Ich habe in den letzten Jahren so hart dafür gearbeitet, um da zu sein, wo ich bin. Ich habe mich dem Wettkampf gestellt und dem Sport Respekt gezeigt. Aber mit nur einer Entscheidung wird mir gesagt, dass ich nicht mehr dazugehöre.“

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„Es wird jeden Tag härter für Transmenschen“

Die Niederländerin betonte, dass es hierbei nicht nur um sie persönlich ginge, sondern es „ein weiterer Schlag für die Trans-Community“ sei. „Vor allem nach den jüngsten Entscheidungen des IOC: Es wird jeden Tag härter für Transmenschen, zu existieren und sich dem Wettkampf zu stellen. Aber wer jetzt denkt, dass dies mich stoppt: Das wird es nicht“, zeigte sich van Leuven kämpferisch.

Zu ihrem Video schrieb sie noch: „In meinem Innersten weine ich. Das Fluoxetin (Antidepressivum; Anm. d. Red.) verdeckt es nur. Nicht meine Entscheidung. Nicht nur meine Geschichte. Das ist nicht das Ende. Ich fange einfach wieder von vorne an. Ich habe noch nicht aufgegeben.“

Van Leuven hat sich bislang zweimal für die PDC-Weltmeisterschaft qualifiziert, dort jedoch noch kein Spiel gewonnen. Ihr aktuelles Niveau reicht nicht aus, um es mit den besten Männern der Welt regelmäßig aufzunehmen.

Hopp reagiert auf DRA-Entscheidung

„Es ist immer schwer, das zu widerlegen, und es gibt keine speziellen Studien, die das eins zu eins belegen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir im Dartsport eine Männer-Domäne haben und Männer tendenziell erfolgreicher sind als Frauen. Wenn man sich die Weltmeister der letzten Jahre anguckt: Die waren alle nicht die größten Personen. Beispielsweise sind Luke Littler und Phil Taylor nicht sonderlich groß. Aber auch Gerwyn Price, Michael van Gerwen oder Michael Smith sind keine 1,95 m groß“, reagierte SPORT1-Experte Max Hopp auf die DRA-Mitteilung.

Er ergänzte: „Es geht hierbei speziell um die Women’s Series. Viele Frauen haben sich wohl unwohl gefühlt, weil sie viel Erfolg hatte. Ich glaube, dass sich unter den Frauen eine Initiative gegründet hat, die gesagt hat, dass Noa-Lynn insofern auch nicht willkommen ist, weil sie sportlichen Erfolg hatte. Vom Körperlichen her ist unser Sport eigentlich noch zu jung und das Thema zu neu, dass es nachgewiesen ist. Eigentlich war bei uns immer jeder willkommen, das war das Kredo, und wenn du gut genug bist, dann verdienst du dir auch deinen Platz bei der Weltmeisterschaft.“

Immer wieder hatten sich Spielerinnen dafür eingesetzt, Transgender-Athletinnen von Frauenturnieren auszuschließen. Im vergangenen Jahr weigerten sich zwei Teamkolleginnen aus der niederländischen Nationalmannschaft, mit van Leuven zusammenzuspielen. Die Britin Deta Hedman zog ihre Teilnahme mehrfach zurück, als sie bei Turnieren auf van Leuven getroffen war.

WDF verkündete 2025 härtere Teilnahmeregeln

Die PDC ist nicht der erste Verband, der die Entscheidung getroffen hat. Bereits im Juli 2025 teilte die World Darts Federation (WDF) das Teilnahmeverbot von Transfrauen an Frauen- und Mädchenturnieren mit.

Wie der Weltverband damals bekannt gab, dürfen nur noch Personen an Wettbewerben teilnehmen, die „gemäß Richtlinien als Frauen/weiblich definiert sind“. Personen, die sich einer hormonellen Behandlung zur Geschlechtsangleichung unterzogen haben, müssen in einer offenen Kategorie antreten.

—– Mit Sport-Informations-Dienst (SID)