Robert Marijanovic hat mit gemischten Gefühle auf die bahnbrechenden Änderungen der PDC reagiert.
Mega-Preisgeld ist „übertrieben“
„Es ist eine schöne Entwicklung, dass die gesteigerten TV-Einnahmen nun teilweise in die Preisgelder fließen“, erklärte der zweimalige WM-Teilnehmer im Gespräch mit SPORT1.
Mega-Preisgeld bei Darts-WM: „Übertrieben!“
Allerdings sieht er die Ausschüttung bei der Darts-WM kritisch. „Das Preisgeld für den WM-Sieger in einem Schritt auf eine Million Pfund zu verdoppeln, halte ich für übertrieben“, monierte Marijanovic: „Ich hätte mir ein paar Zwischenschritte gewünscht, weil die Schere zwischen der WM und den anderen Turnieren, vor allem auf der Pro Tour, noch weiter aufgeht.“
Die PDC gab am Montag die größte Preisgelderhöhung ihrer Geschichte bekannt: Insgesamt 25 Millionen Pfund (rund 30 Millionen Euro) wird der Verband im kommenden Jahr ausschütten. Turniere wie der World Grand Prix, die Players Championship Finals, die European Championship und die UK Open werden auf ein Preisgeld von jeweils 750.000 Pfund aufgestockt.
Der Gewinner der Darts-WM 2026 erhält ein bislang noch nie ausgeschüttetes Preisgeld von einer Million Pfund (ca. 1,2 Millionen Euro). Zum Vergleich: Luke Littler bekam für seinen WM-Sieg 2025 „nur“ 500.000 Pfund.
Darum wird die Darts-WM noch wichtiger
Trotz seiner Kritik kann der SPORT1-Experte die Gründe für den drastischen Schritt nachvollziehen: „Das zeigt aber, dass die PDC den Stellenwert der WM noch einmal aufwertet. Für ihr Flaggschiff will sie eine Art Alleinstellungsmerkmal haben, was durch das Siegerpreisgeld von einer Million nun untermauert wird.“
Das angehobene WM-Preisgeld hat auch Folgen für die Order of Merit, wie Marijanovic betonte: „Der krasse Sprung von 500.000 auf eine Million Pfund bedeutet auch, dass der Weltmeister auf lange Sicht auch die Nummer eins der Welt bleiben wird.“
Vorteil für Tour-Card-Holder?
Eine weitere bedeutende Neuerung betrifft das Teilnehmerfeld der WM: Bei der WM-Endrunde werden ab Dezember 128 Spieler um den Titel kämpfen – bislang waren es 96.
„Die Erhöhung der Teilnehmerzahl bei der WM auf 128 ist eine massive Änderung“, kommentierte Marijanovic. „Dies könnte ein riesiger Vorteil für Spieler sein, denn damit wird die Möglichkeit deutlich erleichtert, als Tour-Card-Holder den Schritt in die volle Professionalität zu wagen.“
Wo kommt das viele Geld her?
Die größte Preisgelderhöhung in der 33 Jahre langen PDC-Geschichte ist die Folge aus dem neuen Fernsehvertrag mit Sky UK.
Der Pay-TV-Sender hatte sich Anfang des Jahres erneut die Rechte an den meisten Events gesichert. Britischen Medienberichten zufolge soll Sky für die kommenden fünf Jahre etwa 125 Millionen Pfund hinblättern.