Bittere Niederlage für Luke Littler! Der 19-Jährige hat am Donnerstagabend am 9. Spieltag der Premier League sein Auftaktmatch gegen Gian van Veen dramatisch mit 5:6 in Legs verloren. Damit war sein Heimspiel in Manchester schneller vorbei, als sich es der Weltmeister vorgestellt hatte. Im Decider der Partie kochten die Emotionen dann richtig hoch.
Van Veen: "Er hat sich echt daneben benommen"
Littler legt sich mit van Veen an
Nachdem Littler einen Matchdart auf die Doppel-7 verpasst hatte, nutzte auch van Veen seinen ersten Matchdart nicht. Als er die einfache 15 statt der Doppel-15 traf, jubelten die Zuschauer in Manchester, worüber sich der Niederländer wunderte und einige Augenblicke kritisch ins Publikum schaute.
Littler würdigt van Veen beim Handschlag keines Blickes
Darüber regte sich Littler auf und gestikulierte genervt in Richtung seines Gegners. Bevor der Engländer dann wieder ans Oche trat, pushte er die Zuschauer, die ihm lautstark zujubelten.
Dem 19-Jährigen gelang es dann aber nicht, 14 Punkte Rest zu checken. Als er dann an van Veen wieder vorbeilief, machte er eine weinerliche Geste, indem er die Fäuste vor den Augen drehte. Der Niederländer beendete daraufhin die Partie per Checkout. Littler gab ihm genervt die Hand, guckte van Veen dabei nicht in die Augen und verließ schnell die Bühne.
Littler? „Die Niederlage wird ihn nerven“
„Dafür, dass es lange so harmonisch war, ist es sehr hitzig geworden“, kommentierte SPORT1-Experte Philip Brzezinski und fügte hinzu: „Vielleicht hat er den kritischen Blick von van Veen als Angriff auf den Lokalpatriotismus verstanden. Das war etwas unnötig, aber man neigt dazu, wenn ein Spieler den Sport so dominiert, höhere Maßstäbe anzulegen. Man muss sich aber immer wieder daran erinnern, dass er noch 19 ist. Die Niederlage wird ihn nerven.“
Ein wenig später meinte Brzezinski, dass Littler den kritischen Blick von van Veen ins Publikum wohl auf sich bezogen habe und klarstellen wollte: „Nicht in meinem Haus.“ Der SPORT1-Experte ordnete das Verhalten des 19-Jährigen als „eine Ecke drüber“ ein.
Littler legt auf Instagram nach
Doch zugleich war er sich sicher: „Im Practice Room wird das alles schon wieder vergessen gewesen sein zwischen den beiden, da bin ich mir sicher. Ich würde die Situation nicht allzu hochhängen. Er hat sich für sein Heimspiel vieles vorgenommen und das hat nicht geklappt.“
Mit seiner Vermutung, dass schnell nach dem Duell alles geregelt sei, irrte sich Brzezinski, denn rund eine Stunde nach der Niederlage reagierte Littler auf die Geschehnisse und legte gegen seinen Gegner nach.
Der 19-Jährige postete zunächst in seiner Instagram-Story einen Screenshot von einer Auflistung all seiner gewonnenen Major-Titel. Dazu schrieb er: „Gute Nacht, Gott schütze, danke Manchester.“
„Littler hat sich echt daneben benommen“
Van Veen schilderte derweil seine Gedanken zu der Situation auf der Bühne bei Viaplay: „Ich habe die Triple-20 getroffen und dann die Doppel-15 auf der Innenseite verfehlt. Ich habe mich etwas umgedreht, weil ich enttäuscht war, dass ich das Doppel nicht getroffen habe. Dann schaue ich hoch und sehe Luke Littler, wie er feiert, weil ich verfehlt habe. Ich denke, das ist nicht normal. Ja, man ist da oben alleine, aber man jubelt nicht, wenn dein Gegner verfehlt.“
Der Niederländer fügte hinzu: „Dann sehe ich, wie er weinerliche Baby-Gesten in meine Richtung macht, das macht man einfach nicht. Er ist ein fantastischer Dartsspieler, aber ich glaube, heute Abend hat er sich echt daneben benommen.“
Littler teilte die Aussagen seines Gegners ebenfalls in seiner Story und macht sich über ihn lustig, indem er das Zitat mit drei lachenden Emojis versah.
Littler legt Aufholjagd hin
Der Engländer holte sich während des Spiels zunächst souverän das erste Leg, doch leistete sich im Anschluss zu viele Fehler. Diese nutzte van Veen eiskalt aus und gewann vier Legs in Folge. Der Niederländer verfehlte dann aber die Doppel-5, um seine Führung auszubauen. Littler konnte verkürzen.
Die Nummer eins der Welt stellte danach auf 3:4 und setzte damit seinen Kontrahenten unter Druck. Diesem hielt van Veen zwar erst einmal stand und entschied das achte Leg für sich, doch er musste mit ansehen, wie Littler im Anschluss auf 5:5 stellen konnte. Im Decider hatte er dann das Nachsehen.