Martin Schindler und Ricardo Pietreczko haben die Eissporthalle Frankfurt beim World Cup of Darts am Donnerstagabend in Ekstase versetzt: Im ersten Spiel der Gruppenphase hat Deutschlands Duo die Philippinen mit Alexis Toylo und Paolo Nebrida furios mit 4:0 in die Schranken gewiesen – inklusive deutschem Rekord-Average.
"Wirklich anmaßend": Schindler spricht Klartext wegen Pietreczko
„Er hat sich diesen Platz verdient“
Dabei konnte auch Pietreczko, der vor dem Turnierwochenende offen über seine Dartitis und die damit verbundenen miserablen Leistungen der vergangenen Monate sprach, voll und ganz überzeugen.
Nach dem Match brach Schindler für „Pikachu“ eine Lanze – und kritisierte gleichzeitig das Verhalten einiger Medien und Experten. „Er hat sich diesen Platz verdient und das über viele, viele Jahre Dartspielen. Das sollten viele Leute, auch in den Medien, respektieren“, sagte der 29-Jährige in einer Medienrunde.
Schindler: „Ich finde es wirklich anmaßend“
Pietreczko habe gegen die Probleme der vergangenen Monate gekämpft. „Das macht er wirklich sehr, sehr gut und sehr, sehr stark. Ich finde es wirklich anmaßend und absolut daneben, dass Leute von außen sich anmaßen, über diese Situation zu urteilen und die Entscheidungshoheit darüber haben zu wollen“, resümierte Schindler.
„Pikachu“ selbst sprach nach dem gelungenen Auftakt in Frankfurt am Main offen über seinen Weg aus der Krise. „Ich glaube, damit hat tatsächlich auch mein Mentalcoach Johannes sehr, sehr viel zu tun. Er hat dazu beigetragen, dass ich wieder so werfe, wie ich jetzt werfe, und dass ich das vom Kopf her wieder hinbekomme“, erklärte der 31-Jährige.
Auch die rund 1500 aufgepeitschten Fans beim Heimturnier konnten Pietreczko nicht aus der Ruhe bringen – ganz im Gegenteil. „Natürlich hat das Publikum sehr, sehr viel damit zu tun. Aber auch die Harmonie zwischen Martin und mir auf der Bühne passt einfach. Ich glaube, dadurch bin ich immer noch ein bisschen lockerer“, betonte der Deutsche auf SPORT1-Nachfrage.
Pietreczko: „Ich bin da, um das Turnier zu gewinnen“
Abschließend konnte sich Pietreczko eine deutliche Kampfansage für die verbleibenden Turniertage in der hessischen Metropole nicht verkneifen. „Ich bin da, um das Turnier zu gewinnen“, betonte der gebürtige Berliner.
Teamkollege Schindler blieb hingegen diplomatischer: „Wir konzentrieren uns jetzt auf Neuseeland. […] Wir müssen noch einmal sehr gut spielen, um die beiden zu schlagen. Darauf konzentrieren wir uns beide. Alles Weitere kommt danach.“
Am Samstag beginnt die K.o.-Runde, für die die großen Dartnationen England (Luke Littler/Luke Humphries), Schottland (Gary Anderson/Cameron Menzies), Titelverteidiger Nordirland (Josh Rock/Daryl Gurney) und die Niederlande (Gian van Veen/Michael van Gerwen) gesetzt sind.