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Eishockey-WM: Darum lies Deutschland das strittige Gegentor nicht überprüfen

Warum protestierte Deutschland nicht?

Deutschland gerät bei der Eishockey-WM gegen Finnland früh in Rückstand. Das Gegentor sorgt für mächtig Gesprächsstoff. Torhüter Philipp Grubauer beschwert sich, die Experten Moritz Müller und Uwe Krupp sehen ein irreguläres Tor.
Die deutsche Nationalmannschaft muss sich zum Auftakt Finnland geschlagen geben. Besonders eine Szene ist aus deutscher Sicht sehr bitter.
Deutschland gerät bei der Eishockey-WM gegen Finnland früh in Rückstand. Das Gegentor sorgt für mächtig Gesprächsstoff. Torhüter Philipp Grubauer beschwert sich, die Experten Moritz Müller und Uwe Krupp sehen ein irreguläres Tor.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ging bei der 1:3-Auftaktniederlage gegen Finnland bei der Eishockey-WM früh in Rückstand geraten – aber ging da alles mit rechten Dingen zu?

Anton Lundell traf nach knapp achteinhalb Minuten mit einem sehenswerten Schuss in Überzahl zur Führung. Nur wenige Sekunden bevor der Puck im Tor einschlug, behinderte allerdings Jesse Puljujärvi den deutschen Torhüter Philipp Grubauer deutlich. Der Finne berührte den NHL-Goalie im Torraum und schob ihn leicht aus der Position.

Direkt nach dem Treffer beschwerte sich auch Grubauer deutlich bei den Schiedsrichtern. Eine Überprüfung im Video gab es trotzdem nicht. Auch, weil sich Bundestrainer Harold Kreis und sein Team gegen eine mögliche Challenge entschieden.

„Das Zeitfenster ist in unseren Augen zu lange. Wir haben oben eine Gruppe, der wir voll vertrauen, die sowas entscheiden. Es ist oft so, dass sie international sage: Er hätte seine Position wieder finden können“, erklärte DEB-Vorstand Christian Künast nach dem Spiel bei MagentaSport die Entscheidung nicht zu challengen.

Eishockey-WM: Darum lies Deutschland das Tor nicht überprüfen

„Jetzt im Nachhinein hätte man es vielleicht versuchen können, aber eigentlich waren wir uns oben in der Gruppe klar: Wir challengen nicht“, sagte Künast: „Die Behinderung, die wir gesehen haben, war kurz vor dem Tor, so ein, zwei Sekunden. Da hätte er die Position wieder finden können, sagt zumindest die Regel.“

MagentaSport-Experte Moritz Müller argumentierte daraufhin, dass man das Tor aus seiner Sicht trotzdem hätte überprüfen lassen sollen: „Wichtig ist immer die Reaktion des Torhüters. Man sieht klar, dass Grubi direkt reklamiert. Hätte man vielleicht versuchen sollen. Ärgerlich.“

„Wir haben Grubis Reaktion gesehen. Er hat dann aber auf dem Würfel die Szene nochmal gesehen und dann auch nicht weiter reklamiert. Man kann das Tor also geben. Natürlich hätte man es aber auch challengen können und vielleicht hat man dann das Quäntchen Glück, dass sie es zurücknehmen. Wir waren uns aber sicher, dass es ein gutes Tor war“, argumentierte Künast.

Moderator Sascha Bandermann fragte daraufhin, ob man den Treffer nicht hätte trotzdem auf Verdacht überprüfen lassen sollen. Die Antwort des DEB-Vorstandes: „Im letzten Drittel hätte man es wahrscheinlich gemacht. Im ersten Drittel denkt man meist: Da ist noch so viel Eishockey zu spielen. Es war das erste Spiel für die Gruppe. Auch da muss man sich einspielen. Wir haben oben eine Gruppe, die das letzte Wort hat, und der vertrauen wir.“

Müller und Krupp sahen irreguläres Tor

Bereits während des Spiels hatte MagentaSport-Experte Moritz Müller erklärt, dass er die Entscheidung anders getroffen hätte: „Grubi moniert das sofort. Das hätte man challengen können.“

Zuvor hatte der langjährige DEB-Kapitän analysiert, warum das Tor aus seiner Sicht irregulär war: „Er behindert den Grubi auf jeden Fall. Das sieht man ganz klar: Er fährt rückwärts in den Torhüter rein und trifft ganz klar die Matte. Damit hindert er Grubi daran, weiter aus dem Torraum rauszukommen.“

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„Vor dem Tor – und Grubauer zeigt es auch an – gab es einen ganz klaren Kontakt mit dem Torhüter“, monierte auch der ehemalige Bundestrainer Uwe Krupp bei ProSieben.

Der ehemalige NHL-Verteidiger relativierte anschließend aber leicht: „Es ist keine ganz klare Entscheidung. Das ist immer wieder Interpretation und Schiedsrichterauslegung. Das hättest du auch nicht geben können, das Tor.“

„Es war auf jeden Fall genug, um Philipp daran zu hindern, in die perfekte Position zu kommen, die er braucht, um die Scheibe halten zu können, wenn ihm die Sicht genommen wird“, erklärte Krupp weiter: „Es ist Auslegungssache, aber die deutsche Mannschaft hat es nicht gechallenged, und auch dadurch ist das Tor regulär.“