Null Punkte, nur zwei Treffer und eine historische Derby-Klatsche: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft taumelt dem erneuten Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft entgegen. Im aufgeheizten Duell mit dem Gastgeber Schweiz kassierte das Team von Bundestrainer Harold Kreis beim 1:6 (0:0, 0:5, 1:1) die höchste WM-Niederlage gegen den Erzrivalen seit 1937.
Eishockey-WM: Historische Klatsche! Frühes WM-Aus droht
Klatsche! Deutsches WM-Aus droht
Damit droht wie im Vorjahr das Aus nach der Vorrunde, die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) ist nach der dritten Pleite im dritten Spiel Gruppenletzter. Weil auch Olympia mit den NHL-Stars um Leon Draisaitl zur Enttäuschung wurde, wächst der Druck auf Kreis ein Jahr vor der Heim-WM immer mehr.
Der Abwärtstrend seit dem sensationellen WM-Silber 2023 hat sich rasant beschleunigt. Die letzten sieben WM-Partien hat Deutschland verloren, es ist die längste Pleitenserie seit 31 Jahren.
Deutschland selbstkritisch: „Jeder muss in den Spiegel schauen“
„Es waren individuelle Fehler. Es ist schade, aber es ist einfach so“, sagte Kreis, der seiner Mannschaft einen „sehr starken“ Start attestierte, bei ProSieben. Im zweiten Drittel brach das DEB-Team aber ein. „Wir haben völlig die Fassung verloren im zweiten Drittel“, bilanzierte Moritz Seider.
„Sie haben uns überrannt, wir haben uns nicht mehr erholen können“, meinte Maximilian Kastner: „Wir müssen es analysieren, was wir falsch gemacht haben. Wir müssen mental stark bleiben.“
Auch Eric Mik nahm seine Mitspieler in die Pflicht: „Jeder muss in den Spiegel schauen und sich fragen, ob er alles gegeben hat. Wir wissen, dass wir alle noch ein Stück drauflegen müssen.“
Von einem angeblich mentalen Problem wollte Kreis aber überhaupt nichts wissen. „Das sehe ich überhaupt nicht so“, antwortete er energisch auf eine entsprechende Nachfrage und hob den guten Start gegen die Eidgenossen hervor. „Wir haben jetzt einen Tag Pause, dann gehen wir mit dem gleichen Mindset gegen die USA ins Spiel.“
Eishockey-WM: Deutschland muss die USA schlagen
Um die geringen Chancen auf die K.o.-Runde zu wahren, muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Mittwoch (20.20 Uhr) Olympiasieger und Titelverteidiger USA schlagen. Die Amerikaner, die noch Verstärkung durch ihren NHL-Star Matthew Tkachuk erwarten, gewannen bislang lediglich gegen Aufsteiger Großbritannien und müssen ebenfalls um das Weiterkommen bangen.
Denis Malgin (26.), Sven Andrighetto (30./46.), Christoph Bertschy (30.), Nico Hischier (38.) und Kapitän Roman Josi (39.) besiegelten die dritte Niederlage in Folge gegen die Schweiz, die bei ihrer Heim-WM mit sechs NHL-Profis fast in Bestbesetzung nach zweimal Silber in Folge endlich den Titel gewinnen will. Das DEB-Team begann zwar deutlich zielstrebiger, geriet aber in eigener Überzahl in Rückstand. Dann nutzten die Schweizer individuelle Fehler zu einem Doppelschlag in 35 Sekunden. Danach brachen alle Dämme. Frederick Tiffels (56.) sorgte in seinem 100. Länderspiel für den Ehrentreffer.
Schon nach dem bitteren 0:2 24 Stunden zuvor gegen Lettland hatte die Enttäuschung tief gesessen. „Genauso frustriert wie ich hier stehe, sitzt die Mannschaft in der Kabine“, hatte Kreis gesagt und über die Ursachen für die eklatanten Schwächen in Überzahl und Unterzahl gerätselt: „Es ist kein Mangel an System oder Verständnis, wie wir spielen wollen. Glaubt mir, die Jungs sind am meisten frustriert.“
Vor dem Schweiz-Spiel wurde das Thema intensiv besprochen. „Wir haben mit den Jungs geredet, auch viel geredet“, sagte Stürmer Dominik Kahun bei MagentaTV, „die Special Teams müssen besser werden.“
Kreis stellt vor dem dritten WM-Spiel um
Kreis stellte um: Für Philipp Grubauer bestritt der Berliner Finalheld Jonas Stettmer im Tor sein allererstes Länderspiel von Beginn an. In der Verteidigung ersetzte der Münchner WM-Debütant Phillip Sinn den Nürnberger Marcus Weber, im Sturm rotierte der Berliner Andreas Eder für seinen Klubkollegen Manuel Wiederer ins Team. Zudem baute Kreis die Sturmreihen um, „das gibt uns Auftrieb und Energie“.
Das Powerplay blieb harmlos, die DEB-Auswahl kam in den ersten zwei Minuten mit einem Mann mehr gar nicht in die Aufstellung. Dafür funktionierte das erste Unterzahlspiel, die Schweiz kam kaum zum Schuss.
Auch zu Beginn des Mittelabschnitts gelang in Überzahl kein Tor. Im Gegenteil: Malgin traf bei einem Konter für die dezimierten Gastgeber. Vor dem 0:2 patzte der bislang erschreckend schwache Berliner Kapitän Kai Wissmann. 35 Sekunden später war das Spiel entschieden.
Das Spiel im Ticker zum Nachlesen:
+++ Schluss! Deutschland – Schweiz 1:6 +++
+++ 56. Minute: Tor für Deutschland +++
Der Shutout ist verhindert und Frederik Tiffels macht den Ehrentreffer! In der neutralen Zone nimmt Lukas Reichel Fahrt auf, ehe er von halblinks in Richtung des rechten Bullykreises unterwegs ist. Kurz nach dem Zentrum legt er über die Rückhand zurück, sodass Tiffels aus kurzer Distanz keine Probleme hat, Leonardo Genoni zu bezwingen.
+++ 46. Minute: Tor für die Schweiz +++
Die Party geht weiter! Ein Schuss von der blauen Linie kann Jonas Stettmer nicht abschließend klären, sodass der Puck in Richtung der rechten Grundlinie rutscht. Sven Andrighetto reagiert am schnellsten und kann aus spitzem Winkel das Spielgerät noch ins Tor legen, wodurch er auf 6:0 für die Schweiz erhöht!
+++ Ende 2. Drittel +++
Fünf Gegentore im zweiten Drittel – Deutschland wird froh sein, dass die Sirene ertönt.
+++ 39. Minute +++
Es zeichnet sich ein deutsches Debakel ab! Roman Josi hat alle Freiheiten vor dem DEB-Tor und stellt auf 5:0 für die Eidgenossen.
+++ 38. Minute: Tor für die Schweiz +++
Die Schweiz nutzt das Powerplay und legt durch Nico Hischier das 4:0 nach.
+++ 36. Minute +++
Die Schweiz darf nach einem Stockschlag von Nico Krämmer einmal mehr in Überzahl agieren. Das dürfte den im Ansatz erkennbaren deutschen Flow der letzten Minuten unterbrechen.
+++ 34. Minute +++
Immerhin mal ein Lebenszeichen der Deutschen. Joshua Samanski scheitert zunächst aus kurzer Distanz am Schweizer Goalie, dann schießt Frederik Tiffels den Puck knapp am gegnerischen Kasten vorbei.
+++ 32. Minute +++
Ist das bitter! Lange hielt Deutschland gut mit gegen den Vizeweltmeister. Dann kassiert das DEB-Team ausgerechnet nach einem Pfostentreffer in Überzahl das erste Gegentor und verliert binnen vier Minuten völlig den Faden. Zwischen dem zweiten und dritten Tor der Schweiz liegen sogar nur 35 Sekunden.
+++ 30. Minute: Tor für die Schweiz +++
Deutschland fällt auseinander und die Eidgenossen laufen jetzt richtig heiß! Nach einem schwachen Klärungsversuch knallt Christoph Bertschy die Scheibe zum 3:0 ins Tor.
+++ 29. Minute: Tor für die Schweiz +++
Die Schweiz legt direkt nach: Sven Andrighetto vollendet einen starken Spielzug der Eidgenossen aus kurzer Distanz im deutschen Tor.
+++ 26. Minute: Tor für die Schweiz +++
Und da ist es passiert! Nach einem Pfostentreffer durch Dominik Kahun ist Denis Malgin vor dem deutschen Tor eiskalt und erzielt die Führung für die Eidgenossen – die zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl agierten.
+++ 24. Minute +++
Wieder gibt es die Überzahl für Deutschland. Timo Meier muss wegen Beinstellens erneut für zwei Minuten runter.
+++ 22. Minute +++
Die Schweizer sind wieder vollzählig und haben das deutsche Powerplay ohne Gegentor überstanden.
+++ 2. Drittel beginnt +++
Weiter geht’s! In Überzahl stürmt Deutschland direkt vors Tor. Moritz Seider schließt zweimal ab, doch beide Versuche werden geblockt.
+++ Ende 1. Drittel +++
Keine Tore im ersten Drittel. Die Schweiz hat mehr vom Spiel, aber die Deutschen halten bislang defensiv gut dagegen. Zudem hat das DEB-Team nach der Pause direkt das Powerplay, weil sich Timo Meier mit einem Schlag ins Gesicht noch eine Zeitstrafe abgeholt hat.
+++ 18. Minute +++
Deutschland verteidigt die Schweizer Angriffe weiterhin gut. Zwei Versuche des Schweizers Sven Andrighetto gehen ins Leere.
+++ 15. Minute +++
Es wird ruppiger. Der Schweizer Sven Jung wird in die Mangel genommen und verliert seinen Schläger. Es gibt viele Pfiffe von den heimischen Zuschauern, doch der Schiedsrichter lässt weiterlaufen.
+++ 13. Minute +++
Die Schweizer kommen etwas mehr in Fahrt. Jonas Stettmer ist gleich zweimal hintereinander zur Stelle und verhindert den deutschen Rückstand. Auf der Gegenseite hat aber auch Deutschland eine gute Chance, doch Lukas Reichels Abschluss wird abgewehrt.
+++ 11. Minute +++
Nach einem Stockschlag von Daniel Fischbuch gibt es das erste Powerplay für die Eidgenossen. Doch die Schweizer finden nur schwer in ihre Formation und das DEB-Team verteidigt aggressiv, sodass Jonas Stettmer nicht eingreifen muss.
+++ 9. Minute +++
Jonas Stettmer ist wieder zur Stelle. Nach einer Hereingabe will Denis Malgin abstauben, doch der deutsche Goalie fängt die Scheibe rechtzeitig ab.
+++ 6. Minute +++
Jetzt kommt die Schweiz gefährlich vor das deutsche Tor. Denis Malgin scheitert aber aus kurzer Distanz am stark parierenden Jonas Stettmer.
+++ 5. Minute +++
Nach dem erfolglosen Powerplay gelingt dem DEB-Team durch Parker Tuomie der erste Abschluss. Nach einem kurzen Durcheinander vor dem Schweizer Tor können sich die Eidgenossen aber befreien.
+++ 4. Minute +++
Deutschland macht Druck in der Überzahl, kommt aber nicht zu einem gefährlichen Abschluss.
+++ 2. Minute +++
Direkt gibt es die erste Zeitstrafe! Sven Andrighetto stellt mit seinem Schläger ein Bein und muss für zwei Minuten vom Eis.
+++ 1. Drittel – Los geht’s! +++
Das dritte WM-Spiel der Deutschen in Zürich ist eröffnet.
+++ Grubauer nicht im DEB-Kader +++
Nationalkeeper Grubauer steht gegen die Schweiz überraschend nicht im DEB-Aufgebot. Bundestrainer Harold Kreis begründet den Wechsel im Tor unter anderem mit Belastungssteuerung, zudem habe Jonas Stettmer super trainiert.
+++ Deutschland will den ersten Erfolg +++
Im Gegensatz zu den Eidgenossen wartet das Team von Harold Kreis noch auf die ersten Zähler. Auf die 1:3-Niederlage zum Auftakt gegen Finnland folgte am Sonntagabend ein 0:2 gegen Lettland, sodass die DEB-Auswahl bereits früh unter Druck steht.
Eishockey-WM heute live: So verfolgen Sie Deutschland – Lettland im Free-TV
- TV: ProSieben
- Stream: Joyn, MagentaSport, sporteurope.tv
- Ticker: SPORT1.de und SPORT1 App
Bundestrainer Harold Kreis ärgerten vor allem die Gegentore im Spiel gegen die Letten. Nach der zweiten Niederlage in Serie fand er klare Worte: „Wenn ich den ersten Gegentreffer anschaue, der Grubi (Philipp Grubauer, Anm. d. Red.) konnte nichts sehen, der hat so viel Verkehr vor sich und das hätten wir auch gut gebrauchen können. Es war eindeutig zu wenig Verkehr vor dem Tor. Fertig.“
Alle deutschen WM-Partien sowie das Finalwochenende werden live im Free-TV bei ProSieben übertragen. Zusätzlich zeigen ProSieben MAXX und Joyn weitere Begegnungen des Turniers. MagentaSport überträgt insgesamt 18 WM-Spiele, darunter auch alle deutschen Partien.
Deutschland hat bei der Weltmeisterschaft eine komplizierte Gruppe erwischt. In der Gruppe A warten nach Finnland und Lettland auch noch Gastgeber Schweiz, die USA, Ungarn, Österreich und Großbritannien.
Das Ziel bleibt weiterhin klar: Kreis will mit seinem Team die K.o.-Runde erreichen. Daher ist der Druck nach den Niederlagen zum Auftakt längst hoch.
Die Vorrunde wird in zwei Achtergruppen gespielt. Die jeweils vier besten Mannschaften qualifizieren sich für das Viertelfinale und spielen anschließend im K.o.-System weiter. Die beiden Teams mit der schlechtesten Punktbilanz steigen ab. Deutschland ist als Ausrichter der WM 2027 allerdings vor einem möglichen Abstieg geschützt.
Diese Spiele stehen am Montag noch an
Neben Deutschland gegen die Schweiz finden am dritten WM-Tag noch weitere Topspiele statt.
- 16.20 Uhr: Finnland – USA
- 16.20 Uhr: Kanada – Dänemark
- 20.20 Uhr: Schweden – Tschechien
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)