Erst machten die Letten einen Strich durch die Viertelfinal-Rechnung, dann erledigte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ihre Pflichtaufgabe. Das Team von Bundestrainer Harold Kreis bezwang Österreich mit 6:2 (0:0, 2:1, 4:1), steht bei der WM in der Schweiz aber vor dem Aus.
Eishockey-WM: Deutschland-Gala hält Hoffnung am Leben
Gala: Deutschland wahrt Mini-Hoffnung
Denn nach dem 4:2-Sieg Lettlands gegen die USA braucht die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nicht nur einen weiteren Dreier am Montag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) zum Vorrundenabschluss gegen den bislang punktlosen Aufsteiger Großbritannien (im LIVETICKER), sondern auch einen Ausrutscher der Konkurrenz.
Eishockey-WM: Deutschland in Torlaune – Kreis begeistert
Die NHL-Stürmer Lukas Reichel (24./46./52.), der wie der Mannheimer Verteidiger Leon Gawanke tags zuvor einen Hattrick erzielte, und Joshua Samanski (34.) sowie Berlins Manuel Wiederer (49.), dem ein Eigentor gutgeschrieben wurde, und Adler-Angreifer Alexander Ehl (55.) bescherten dem Kreis-Team mit ihren Toren den zweiten Sieg im sechsten Vorrundenspiel in Zürich.
Für die Österreicher, gegen die die DEB-Auswahl in der Vorbereitung 4:3 und 5:2 gewonnen hatte, trafen Leon Wallner (23.) und Vinzenz Rohrer (49.). Der Viertelfinalist von 2025 liegt nur noch zwei Punkte vor Deutschland.
„Es war ein sehr engagiertes Spiel der Mannschaft. Es war sehr intensiv, wir haben nicht nur eingesteckt, sondern auch ausgeteilt. Wir haben uns den Sieg spielerisch und kämpferisch verdient“, lobte Deutschland-Coach Harold Kreis sein Team bei Magenta TV.
Eishockey-WM: Grubauer und Samanski zwischen Hoffen und Bangen
Die DEB-Stars zeigten sich nach dem Match erleichtert. „Wir sind nach dem Gegentor richtig gut in Fahrt gekommen und haben das durchgezogen. Wir wussten, wo sie Schwachstellen haben und haben viel Druck gemacht. Das war sehr wichtig“, freute sich Torhüter Philipp Grubauer im Interview mit Magenta Sport über den deutlichen Sieg.
Die Hoffnungen auf das Viertelfinale möchte er trotz der schwierigen Konstellation noch nicht aufgeben. „Es kann immer noch etwas passieren. Das Wunder hätte nicht passieren können, wenn wir nicht gewonnen haben“, verdeutlichte er.
Ähnlich äußerte sich Joshua Samanski. „Es war ein Must-Win. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft und sind gut nach dem 0:1 zurückgekommen. Wir haben über jedes Spiel hinweg unsere Chancen generiert und jetzt sind sie auch rein gegangen. Das macht riesigen Spaß“, zeigte er sich im Gespräch mit Magenta Sport positiv.
Ob es nun noch zur benötigten Schützenhilfe komme, „kann man nicht beeinflussen“. Den TV wird er jedoch anschalten. „Wir haben das Recht aus der Hand gegeben. Natürlich schaut man sich das aber an und ich hoffe auf das Bestmögliche für uns“, machte er deutlich.
Eishockey-WM: Lettland-Sieg über die USA könnte bitter werden
Bereits am frühen Nachmittag hatten sich die Aussichten deutlich verschlechtert. Denn nach dem überraschenden Sieg gegen den bislang enttäuschenden Titelverteidiger USA hat Lettland die besten Karten auf das Viertelfinale. Nur wenn die Balten in einem ihrer letzten Vorrundenspielen gegen die Außenseiter Großbritannien und Ungarn patzen sollten, könnte sich die deutsche Mannschaft vor ihnen platzieren.
Auch die Wahrscheinlichkeit, dass die USA und Österreich zum Ende der Vorrunde in der Tabelle der Gruppe A hinter dem DEB-Team bleiben könnten, ist gering.
Kreis antwortete aber auf die Frage, ob sich die Ausgangslage geändert habe: „Gar nicht.“ Er betonte vor dem Spiel bei MagentaTV: „Unsere Aufgabe ist heute, ein gutes Spiel gegen Österreich zu starten, über 60 Minuten durchzuziehen. Uns geht es um den Sieg und die drei Punkte. Das ist das, was wir in der Hand haben.“
Eishockey-WM: Deutschland spielt sich nach Stotterstart frei
Sein Team begann aggressiv, Kapitän Moritz Seider setzte mit einem harten Check gleich ein Zeichen. Auch ein Unterzahlspiel überstand die deutsche Mannschaft unbeschadet. Offensiv gelang aber wenig, die beste Chance im ersten Drittel hatte Österreich: Benjamin Nissner scheiterte an NHL-Torwart Philipp Grubauer (16.).
Zu Beginn des zweiten Abschnitts geriet die DEB-Auswahl in Rückstand, als Wallner ziemlich unbedrängt den Puck über Grubauers Schulter löffelte. Doch Reichel antwortete prompt mit dem Ausgleich. Danach erhöhte das deutsche Team den Druck, erspielte sich mehrere gute Torchancen. Eine weitere sehenswerte Kombination über Reichel und Frederik Tiffels schloss Samanski mit der Führung ab.
„Wir haben schwach angefangen im zweiten Drittel, haben zurecht das Tor bekommen. Das hat uns wach gemacht. Jetzt spielen wir deutlich besser“, meinte Tiffels. Zwischendurch musste Dominik Kahun in die Kabine, nachdem der Schweiz-Legionär beim Bully einen Schläger ins Gesicht bekommen hatte. Das Kreis-Team blieb dran. Reichel, Wiederer, dessen Querpass von David Maier entscheidend abgefälscht wurde, und Ehl erhöhten.
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mit Sport-Informations-Dienst (SID)