Relegation 2. Bundesliga>

Er wird zum Retter, doch seine Zukunft bleibt erstaunlich offen

Vom Retter zum Transfer-Rätsel  

Noel Futkeu war in der abgelaufenen Saison die Lebensversicherung von Greuther Fürth. Doch es bleibt offen, ob für ihn nach seiner Rückkehr zu Eintracht Frankfurt überhaupt Platz ist.
Noel Futkeu hat die SpVgg Greuther Fürth mit seinen Toren letztendlich doch zum Klassenerhalt geschossen und zeigt sich nach der Relegation überglücklich.
Noel Futkeu war in der abgelaufenen Saison die Lebensversicherung von Greuther Fürth. Doch es bleibt offen, ob für ihn nach seiner Rückkehr zu Eintracht Frankfurt überhaupt Platz ist.

Man kann Noel Futkeu wahrlich nicht vorwerfen, dass er in Gedanken schon woanders war. Buchstäblich bis zur letzten Sekunde opferte sich der Torjäger für die SpVgg Greuther Fürth auf.

Tief in der Nachspielzeit warf sich Futkeu im Relegations-Rückspiel am eigenen Strafraum in einen Zweikampf mit Rot-Weiss Essens Lucas Brumme und feierte den dabei herausgeholten Freistoß fast wie einen eigenen Treffer vor der Tribüne.

RWE-Abwehrspieler Ben Hüning, der sich in beiden Relegationsspielen intensive Duelle mit Futkeu geliefert hatte, sah in der Szene wegen Meckerns noch die Gelbe Karte. Kurz darauf war Schluss, mit einem 2:0-Sieg sicherten sich die Fürther den Klassenerhalt – und einer ihrer Helden wurde zum Abschied vor der Fankurve auf den Schultern von Felix Higl getragen: Futkeu.

Futkeu geht „mit lachendem und weinendem Auge“

Die Erleichterung sei „wirklich sehr, sehr groß“, sagte der 23-Jährige hinterher im Gespräch mit SPORT1. „Das war genau die Art und Weise, wie ich es mir vorgestellt habe, den Verein mit dem Klassenerhalt zu verlassen. Das ist uns gelungen und ich bin überglücklich.“

Der Abschied sei für ihn „sehr schmerzhaft, weil der Verein mir ans Herz gewachsen ist. Die Jungs sind mir ans Herz gewachsen, das ganze Umfeld ist mir ans Herz gewachsen. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

Im April machte Eintracht Frankfurt von der Rückkaufklausel Gebrauch. Nach zwei Jahren beim Kleeblatt kehrt Futkeu im Sommer zur SGE zurück – ob er aber in der kommenden Saison auch wirklich für die Frankfurter in der Bundesliga auflaufen wird, scheint aktuell aber nicht so klar zu sein.

Ist bei der Eintracht kein Platz für Futkeu?

„Was im Sommer passieren wird, ist noch offen. Ich gehe erstmal in den Urlaub und entspanne mich. Dann wird bestimmt bald eine Entscheidung fallen“, sagte Futkeu selbst bei Sky. „Stand jetzt gehe ich nach Frankfurt.“

Bei der Eintracht warten mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib starke Konkurrenten. Womöglich bleibt sogar Forest-Leihgabe Arnaud Kalimuendo den Adlerträgern erhalten – zumindest gibt es entsprechende Gerüchte.

Deshalb wird rund um die Eintracht schon länger spekuliert, ob für Futkeu überhaupt Platz im Kader ist. Als mögliche Interessenten werden bereits der Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach und Aufsteiger Schalke 04 gehandelt.

Unrühmliches Profidebüt für Frankfurt

Auch Futkeus Vergangenheit in Frankfurt ist nicht besonders rosig: Sein bislang einziger Auftritt für die Profis war ein unrühmlicher. An seinem 21. Geburtstag, dem 6. Dezember 2023, wurde er beim Pokal-Aus der Frankfurter in Saarbrücken in der Schlussphase eingewechselt – und flog nur sechs Minuten später nach einem Tritt gegen Gegenspieler Marcel Gaus abseits des Spielgeschehens mit Rot vom Platz.

Der Schritt nach Fürth ein halbes Jahr später verhalf ihm zum Durchbruch. In dieser Saison wurde er mit 19 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga und damit im Abstiegskampf zur Fürther Lebensversicherung.

Die Relegation gegen RWE war für den gebürtigen Essener, der in seiner Jugend zunächst für den Stadtrivalen Schwarz-Weiß und anschließend für Rot-Weiss spielte, auch eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

Wirbel um Futkeu: „Komplett lächerlich“

Da kann es auch mal zu Reibereien kommen, wie etwa nach seinem Führungstor (29.), mit dem Futkeu das Hinspielergebnis egalisierte. Zunächst rief er Gegenspieler Hüning noch ein paar Worte zu, dann lief er an der Essener Bank vorbei und zeigte mit seiner Hand die „Blablabla“-Geste.

Hüning fand die Aktion hinterher „komplett lächerlich“. Sein verletzter Teamkollege Klaus Gjasula sagte in der Halbzeit bei Sky: „Er hat im Hinspiel keinen Stich gemacht, vielleicht hat er einige Dinge abbekommen von Hüning, vielleicht ist er noch ein bisschen gefrustet. Fußball lebt von Emotionen, das gehört dazu. Was er nach dem Tor macht, ist seine Sache.“

Futkeu selbst wollte sich nach der Partie nicht näher dazu äußern. „Ich gehe nicht auf ihn ein, möchte ich nicht. Wir haben gewonnen, Klassenerhalt, fertig“, meinte Futkeu. „Er weiß genau, was er im Hinspiel gemacht hat. Die wissen genau, was sie im Hinspiel gemacht haben. Mehr brauche ich nicht sagen.“

SpVgg Futkeu? „Würde ich niemals zulassen“

Lieber genoss er den sportlichen Erfolg. Sich selbst wollte er dabei aber nicht zu sehr herausheben, wie er am SPORT1-Mikrofon betonte: „Meine persönlichen Erfolge habe ich auch den Jungs zu verdanken. Deswegen würde ich niemals zulassen, dass man sagt ‚SpVgg Futkeu‘ oder was auch immer. Das ist die Mannschaft, das ist der Verein und wir haben zusammen den Klassenerhalt geschafft und gefeiert.“

Fürth wird sich nach seinem Abschied und dem des anderen Torschützen Branimir Hrgota ohnehin neu aufstellen müssen. Es wird sich zeigen, für wen Futkeu in der nächsten Saison die Tore schießt.

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