2. Bundesliga>

Ein Ritt auf der Rasierklinge

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Ein Ritt auf der Rasierklinge

Wieder einmal macht Ragnar Ache für den 1. FC Kaiserslautern den Unterschied. Wieder einmal sorgt die FCK-Lebensversicherung kurz danach für sorgenvolle Blicke. Der richtige Umgang mit dem Stürmer stellt einen Drahtseilakt dar.
Im Samstagabendspiel setzt sich der 1. FC Kaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf durch. Damit klettern die Roten Teufel zurück auf Rang drei.
Wieder einmal macht Ragnar Ache für den 1. FC Kaiserslautern den Unterschied. Wieder einmal sorgt die FCK-Lebensversicherung kurz danach für sorgenvolle Blicke. Der richtige Umgang mit dem Stürmer stellt einen Drahtseilakt dar.

Mitte der zweiten Hälfte lief nicht mehr viel zusammen beim 1. FC Kaiserslautern. Im Topspiel der 2. Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf hatten die Pfälzer im ersten Durchgang dominiert, sich jedoch nur mit einer knappen 1:0-Führung belohnt. Nach der Pause kippte das Spiel. Düsseldorf wurde stärker, glich nicht unverdient aus und nur noch wenig deutete auf einen Heimsieg hin. Bis Ragnar Ache zur Stelle war - wie so häufig.

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Nach einer Ecke schraubte sich der 26-Jährige in die Luft und versenkte einen Kopfballaufsetzer im rechten oberen Eck. Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier streckte sich vergeblich. Saisontreffer Nummer 16 für Ache, dem in dieser Liga nur wenige Stürmer das Wasser reichen können.

„Es war eine Phase, in der wir nicht so wirklich in die Zweikämpfe gekommen sind. Wir hatten nicht mehr den Zugriff und können froh sein, dass es 1:1 steht“, bemängelte auch Kapitän Marlon Ritter die Leistung in dieser Phase. Luca Sirch, Torschütze zum 3:1-Endstand, sah einen Treffer „zum richtigen Zeitpunkt“.

Doch nur wenige Minuten nach seinem Tor war die Partie für Ache beendet. Er saß am Boden und hielt sich den Oberschenkel. Schnell war klar, dass es nicht weitergeht. Keine neuen Bilder für die Lautern-Fans, die schon mehr als einmal um ihre Lebensversicherung bangen mussten. Ein Ausfall in der entscheidenden Phase der Saison wäre kaum zu kompensieren.

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Entwarnung bei FCK-Lebensversicherung Ache

Die gute Nachricht aus FCK-Sicht: Trainer Markus Anfang konnte nach dem Spiel Entwarnung geben. „Die Oberschenkelmuskulatur hinten hat zugemacht, wir wollten da kein Risiko eingehen. Wir hatten kurz zuvor schon Rücksprache gehalten.“ Der Coach sprach seiner gesamten Mannschaft ein Lob für die Leistung aus, machte aber dennoch deutlich: „Er ist sehr schwer zu verteidigen, hat den ein oder anderen Ball sehr gut festgemacht oder verlängert. Er ist ein Teamplayer und setzt sich komplett für die Mannschaft ein. Wir sind froh, dass er da ist.“

Auf den Treffer des sprunggewaltigen Stürmers angesprochen, zeigte sich Anfangs Gegenüber Daniel Thioune ernüchtert. „In der Etage, in die er reinspringt, ist er nicht mehr zu verteidigen. Das dürfte mittlerweile bekannt sein.“ Thioune bemängelte vielmehr die unnötige Entstehung des vorausgehenden Eckballs sowie die Positionierung der Verteidiger, ehe Ache in der Luft nicht mehr zu stoppen war.

Aches Start in die laufende Saison gestaltete sich schwierig. Er verpasste große Teile der Vorbereitung und musste Trainingsrückstand aufholen. Als er sich im Dezember endlich in einen Rhythmus gespielt hatte und Tor um Tor erzielte, fiel er nach einer auf Schalke erlittenen Wadenverletzung bis nach der Winterpause aus. Immer wieder sind es muskuläre Probleme, die den 26-Jährigen zurückwerfen. In der Vorsaison hatte Ache elf Spiele verpasst, aber dennoch 16 Tore erzielt.

Kaiserslautern lehnte lukratives Angebot ab

Das Potenzial des Stürmers, der 2023 von Eintracht Frankfurt in die Pfalz kam, ist offensichtlich. Im Sommer zeigte Union Berlin großes Interesse, im Winter gab es hartnäckige Gerüchte, wonach Serie-A-Klub Como 1907 sich die Dienste Aches sichern will. Bis zu zehn Millionen Euro sollen die Norditaliener geboten haben. Ein Wechsel platzte in letzter Sekunde.

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Bis 2026 ist Ache noch den FCK gebunden. Ob es noch einmal ein derart attraktives Angebot wie das aus Como geben wird, ist trotz seiner unverändert starken Leistungen zumindest fraglich. Die Angst um einen körperlichen Rückschlag schwingt vor allem bei den Anhängern immer mit, wenn Ache wie gegen Düsseldorf zu Boden geht. Es war das siebte Spiel in Folge, das er von Beginn an bestritt. Nie spielte er weniger als 67 Minuten. Wie verkraftet sein Körper diese Belastung?

Von Sorgen um Ache und einem zu großen Risiko will Trainer Anfang nichts wissen. „Er trainiert alles mit, was er in der Vergangenheit nicht so oft machen konnte. Es gibt für mich keinen Grund, ihm einzureden, dass er sich verletzen wird“, betonte er auf SPORT1-Nachfrage und ergänzte: „Darauf habe ich gar keine Lust. Das lassen wir einfach weg, der zieht die Saison jetzt durch und gut ist!“ Dennoch müsse stets darauf geachtet werden, „wie wir die Belastung verpacken können“.

Klar ist: Auf seinen Unterschiedsspieler Ache wird der 1. FC Kaiserslautern auch in der Endphase der Saison nicht verzichten können. Bereits am kommenden Sonntag steht für den Tabellendritten (46 Punkte) das nächste direkte Duell an (ab 13.30 Uhr im LIVETICKER) - dann beim auf Platz fünf stehenden 1. FC Magdeburg (43 Punkte).