Er kam, sah - und traf: Rund 66 Minuten saß der neue Star auf der Bank, dann erlebte Edin Dzeko den Mythos Schalke 04 bei seinem umjubelten Debüt hautnah mit. Der Spitzenreiter kam dank eines Dzeko-Treffers nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurück und holte am 19. Spieltag der 2. Bundesliga noch ein 2:2 (0:0) im Traditionsduell mit dem 1. FC Kaiserslautern.
Dzeko leitet Schalke-Comeback ein: Remis gegen Kaiserslautern
Historischer Dzeko bei S04-Comeback
Top-Joker Ivan Prtajin traf zunächst für den FCK (61. und 84). Dzeko (87.), mit 39 Jahren, 10 Monaten und 8 Tagen nun der älteste Zweitliga-Torschütze aller Zeiten, sowie Kenan Karaman (90.) waren für Schalke erfolgreich.
„Natürlich ist es immer schön, wenn du ein Tor schießt, auch mit 39″, sagte Dzeko bei Sky. „Selbst wenn man ein bisschen älter ist, vergisst man nicht, wie man Tore schießt. Das war ein ganz wichtiges Spiel für uns. Natürlich wollte ich diese überragende Woche für mich mit drei Punkten beenden, das haben wir leider nicht geschafft. Aber die Mannschaft hat einen super Charakter gezeigt, weil wir fast schon verloren haben, und von 0:2 auf 2:2 zu kommen, fühlt sich ein bisschen wie ein Sieg an.“
Muslic: „Dass Edin da ist, tut uns allen gut“
„Er ist ein Superstar, ein Champion, der zu Schalke wollte. Er wird mithelfen, damit wir den nächsten Schritt machen“, sagte Trainer Miron Muslic kurz vor dem Anpfiff bei Sky über Dzeko: „Wir wollen Dzeko Schritt für Schritt aufbauen. Dass Edin da ist, tut uns allen gut.“
Sportvorstand Frank Baumann gab zu Protokoll, dass es dem 39 Jahre alten bosnischen Altstar nicht um das Finanzielle ging: „Er verzichtet auf sehr viel Geld, damit er für Schalke spielen kann.“
Nach der Verpflichtung von Dzeko treibt Schalke seine Personalplanungen weiter voran. Angreifer Moussa Sylla steht vor einem Wechsel in die USA (New York City FC), sieben Millionen Euro stehen als Ablöse im Raum. Der frühere Kölner Dejan Ljubicic wird im Gegenzug kommen, falls er am Montag den Medizincheck besteht.
In der ausverkauften Arena begannen die Gäste stark, die erste große Chance hatte aber der aufgerückte Schalker Verteidiger Hasan Kurucay per Kopf (13.). Auch nach dieser Szene blieb der FCK die bessere Mannschaft, es fehlte allerdings die Durchschlagskraft in der Offensive.
Dzeko trifft beim Debüt für Schalke
In der 31. Minute hätten sich die Roten Teufel fast für ihren guten Auftritt belohnt. Kapitän Marlon Ritter scheiterte am Schalker Torwart Loris Karius. Sechs Minuten später konnte erneut Ritter nicht verwerten.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließen die Pfälzer etwas nach, Schalke wurde stärker. Finn Porath (57.) und Timo Becker (58.) konnten gute Möglichkeiten nicht nutzen. Besser machte es der nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Prtajin per Kopf. Mit seinem ersten Ballkontakt erzielte der FCK-Angreifer sein zehntes Saisontor.
In der 67. Minute kam dann der einstige Bundesliga-Torschützenkönig Dzeko auf den Platz. Die Einwechslung brachte die Schalker Offensive direkt in Schwung, in der 72. Minute kam Dzeko zu seinem ersten Kopfball-Ansatz.
Prtajin schloss wenig später einen Konter stark ab, das galt kurz darauf auch für Dzeko, der sehenswert die Aufholjagd einleitete.