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Christoph Kramer: "Ich dachte, der spielt um den Weltfußballer mit"

Kramer gesteht Fehleinschätzung ein

TV-Experte Christoph Kramer gesteht in einem Podcast seine massive Fehleinschätzung zur Zukunft von Michael Cuisance ein.
Christoph Kramer (l.) und Michael Cuisance (r.) im Jahr 2017
Christoph Kramer (l.) und Michael Cuisance (r.) im Jahr 2017
© IMAGO / Moritz Müller
TV-Experte Christoph Kramer gesteht in einem Podcast seine massive Fehleinschätzung zur Zukunft von Michael Cuisance ein.

Schon so manches Mal haben sich Fußball-Experten bei der Frage verschätzt, ob ein junger Spieler einmal den ganz großen Erfolg feiern kann – oder eben nicht. Auch dem Weltmeister von 2014, Christoph Kramer, ist es genauso ergangen. „Ich habe mich bei zwei Spielern richtig doll vertan“, gestand der heutige TV-Experte im „Copa TS“-Podcast.

„Ich dachte: Oscar Fraulo (wechselte im Januar von Gladbach zu Derby County, Anm. d. Red.) wird auf jeden Fall Stammspieler über Jahre bei Borussia Mönchengladbach. Und ich dachte bei Cuisance (Michaël, Anm.d.Red.) wirklich, jetzt übertrieben gesagt – aber so habe ich ihn gerated damals – dass der irgendwann mal um den Weltfußballer mitspielt.“

Eine Einschätzung, die weit entfernt ist von der Realität. Nach seiner Zeit in Gladbach stand der Mittelfeldspieler für den FC Bayern, für Marseille, Venezia, Sampdoria und den VfL Osnabrück auf dem Feld. Seit Sommer 2024 gehört er zum Kader von Hertha BSC.

Kramer lag bei Cuisance falsch

„Jetzt ist er gestandener Zweitligaspieler. Von seinem Potenzial finde ich es trotzdem nicht gut, muss ich ehrlich sagen. Da hätte ich deutlich mehr erwartet. Aber das sind so viele Kleinigkeiten, an denen es hängt“, sagte Kramer mit Blick auf seinen einstigen Mitspieler, der zwischen 2017 und 2019 bei der Borussia unter Vertrag stand.

„Cuisance wurde in seiner ersten Saison Spieler der Saison bei Gladbach, obwohl er immer nur reingekommen ist. Das war auch verdient, weil der irgendwas Verrücktes, Geiles hatte, was die Fans in einer Saison, in der wir glanzlos Siebter oder Achter (2017 wurde Gladbach Neunter, Anm. d. Red.) geworden sind, irgendwie verzaubert hat. Und dann wollte er irgendwann in seiner zweiten Saison mehr.“

Und weiter: „Er hat es eigentlich aus einem guten Grund getan. Aber: Dann hat er so viel im Kraftraum gearbeitet. Und da hat er ein bisschen was verloren. Der hat bestimmt zwei, drei Kilo Muskelmasse aufgebaut. Aus einem guten Grund, aus Ehrgeiz. Und da hat er viel von seiner Geschmeidigkeit, von seinem Können verloren.“

Cuisance traf falsche Entscheidung

Ein Muskelzuwachs von zwei bis drei Kilo mache für einen Fußballer enorm viel aus, findet Kramer: „Dann hast du vielleicht einen anderen Körperschwerpunkt, das ist ein anderes Spiel und dann ein ganz anderer Spieler und das tat ihm nicht gut. Man kann ihm eigentlich nichts vorwerfen, weil er wollte, wollte, wollte. Aber ich glaube, dass er das Falsche gemacht hat“, so Kramer weiter.

„Gerade bei jungen Spielern reicht eine ganz, ganz, ganz kleine Kleinigkeit, dass in einer Karriere zwischen Weltfußballer und guter Zweitligaspieler bei Hertha alles drin ist.“