Sören Gonther, Geschäftsführer Sport von Dynamo Dresden, hat die massiven Fan-Ausschreitungen im Spiel gegen Hertha BSC scharf verurteilt. „Ich habe es gestern auch gesagt: Ich bin geschockt und konsterniert über die Ereignisse“, sagte der 39-Jährige im SPORT1 Doppelpass: „Die Vorstände sind seit gestern Abend dabei, die Dinge aufzuarbeiten. Wir hatten heute Nacht wenig Schlaf, es gibt viele Videoaufnahmen, mit denen wir in den nächsten Tagen viel zu tun haben werden.“
2. Bundesliga: Dresden-Boss reagiert auf massive Ausschreitungen
Fan-Eklat: Dresden-Boss reagiert
Schiedsrichter Sven Jablonski unterbrach die Partie am Samstagabend bereits nach 19 Minuten und schickte beide Teams in die Kabine. Auslöser der Eskalation im Rudolf-Harbig-Stadion war eine im Dresdner Block präsentierte Hertha-Fahne. In der Folge betraten Berliner Anhänger den Innenraum und schossen Raketen in Richtung der Tribünen. Von dort flogen wiederum Geschosse zurück – und die Dinge nahmen ihren Lauf.
Zahlreiche Dynamo-Anhänger machten sich auf den Weg in Richtung Hertha-Block und sorgten für zusätzliche Unruhe. Als die Polizei ihnen entgegentrat, ergriffen sie die Flucht, sprinteten zurück zur Tribüne und sprangen über die Absperrung zurück in die Menge der restlichen Fans. In der Folge postierte sich die Polizei auf dem Spielfeld. Gleichzeitig wurde weitere Pyrotechnik gezündet, zudem brannte im Dynamo-Block die zuvor gezeigte blau-weiße Flagge.
Dynamo-Boss hat Kontakt zu Fans gesucht
„Die Fahne haben wir natürlich alle gesehen“, betonte Gonther und fügte hinzu: „Ich kann mich jetzt leider nicht an Spekulationen darüber beteiligen, woher diese Fahne stammt. Dazu gibt es mehrere Theorien. Ich glaube, sie wurde schon vor dem Spiel von Fans geholt oder war während des Spiels davor schon da. Da gibt es sehr viele wilde Spekulationen.“ Diese sollen nun so schnell wie möglich aufgearbeitet werden.
Einen Austausch mit den Fans habe Gonther gesucht. „Mein Kollege Stephan Zimmermann hat heute Morgen mit der Szene telefoniert und Kontakt gehabt“, sagte der Ex-Profi und blickte dabei auf das große Ganze: „Seit Monaten arbeiten alle daran, ein sicheres Stadionerlebnis zu garantieren, und das nimmt uns als Verein jegliche Argumentation, für Faninteressen einzustehen.“
„Wir müssen da auch nicht drüber diskutieren, dass das nicht tolerabel ist und dass das vor allem auch alles torpediert, was wir rundherum erarbeiten mit Fanvertretern, Vereinsvertretern, DFL, Polizei“, führte Gonther weiter aus.
Die Polizei leitete derweil mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Ticketbetrug ein.
Nach Ausschreitungen: Viel Lob für Schiedsrichter Jablonski
Gonther lobte unterdessen zumindest noch einen Beteiligten – Schiedsrichter Jablonski. „Was ich an dieser Stelle noch erwähnen muss: Das Topspiel hatte einen Top-Schiedsrichter. Wirklich, wir hatten gestern einen Top-Schiedsrichter. Auch der VAR hat alle Szenen richtig gesehen. Das muss man einfach mal sagen. Diese populistischen Aussagen, die in letzter Zeit im Boulevard getroffen wurden, helfen uns auch nicht weiter“, betonte er.
Nach einer etwa 20-minütigen Unterbrechung gab die Polizei grünes Licht für die Fortsetzung der Partie. Auch Hertha-Trainer Stefan Leitl hob Jablonski später für seinen Umgang mit der Situation hervor. Die Berliner gewannen das Duell letztlich mit 1:0. Marten Winkler schoss in Unterzahl in der 80. Minute das goldene Tor.