Unfassbare Szenen beim Abendspiel der 2. Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0:1). Eine große Zahl von Hooligans – gekleidet in den SGD-Farben Dynamos – stürmten nach knapp 20 Minuten aus dem K-Block zum Gästeblock und feuerte dann Pyro-Geschosse auf den Bereich der Berliner.
Unfassbarer Eklat in 2. Bundesliga! Dynamo-Hooligans drehen durch
Skandalspiel! „Gehen Argumente aus“
Einige Leuchtfackeln wurden zurückgeschleudert und landeten auf der Gegentribüne.
Zuvor hatten die Fans aus Berlin bereits ein großes Feuerwerk abgebrannt und Pyrotechnik in die Luft gefeuert. Nach den Schilderungen beim übertragenden TV-Sender Sky kletterten zudem einige Hertha-Anhänger von den Tribünen herab in den Innenraum. Die Attacken der Dynamo-Seite waren womöglich eine Reaktion auf das Vorgehen der Gästefans.
Kommentator reagiert entsetzt
Schiedsrichter Sven Jablonski winkte die Mannschaften in die Kabinen, als die ersten Menschen auf dem Rasen aufgetauchten. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:0.
Unmittelbar vor dem Hertha-Block kam es zu tumultartigen Szenen. Im Netz kursierende Bilder zeigen handfeste Auseinandersetzungen zwischen einigen Fans beider Seiten.
„Es ist schon jetzt ein Skandalspiel“, sagte Kommentator Corni Küpper bei RTL Nitro, wo das Spiel ebenfalls übertragen wurde: „Ein Schlag in die Magengrube für alle Fußballfans.“
Polizei stürmt Spielfeld, Hooligans flüchten
Nachdem mehrere Pyrogeschosse im Block der Herthaner gelandet waren, griff die Polizei ein. Die Dynamo-Hooligans traten die Flucht an, rannten über das gesamte Spielfeld und verschwanden in der Heimkurve – die die gesamte Zeit über mit einer großen Choreo aufwartete.
„Schade. Hätte gutes Spiel werden können und irgendwelche Idioten tragen dazu bei, dass es vielleicht heute Abend gar kein Spiel mehr gibt“, sagte Experte und Ex-Spieler Max Kruse. „Ein trauriger Tag für den Fußball“, bilanzierte später Hertha-Trainer Stefan Leitl.
Die Polizei sicherte mit etlichen Beamten den Rasen – nach rund 15 Minuten wurde die Partie wieder angepfiffen.
Ein Fahnen-Klau aus Auslöser?
Was der Auslöser der Skandal-Szenen gewesen sein könnte? Dresdens Geschäftsführer Sören Gonther hatte eine Vermutung: „Ich hab noch nicht alle Einzelheiten zusammen, aber es soll wohl um einen Fahnenklau gehen, genau“, sagte er bei Sky.
Gonther weiter: „Und dass dann Herthaner in den Innenraum sind, von uns welche dann rüber und dann hat es seinen Lauf genommen. Ich glaube, jeder hat das schon mal gehört, wie das mit den Fahnen und Fans ist. Aber ich kann es nicht genau bestätigen.“
Der Dynamo-Boss verurteilte die Szenen: „Das ist in dem Moment sehr unwirklich. Das hat auf dem Fußballplatz überhaupt nichts zu suchen. Wir stehen alle ein Stück weit unter Schock.“ Der Verein distanziere sich „ganz klar“ von dem Verhalten.
Eklat mitten in der Diskussion um verschärfte Stadionverbotsrichtlinien
Angesichts der aktuell intensiven Diskussionen über verschärfte Stadionverbotsrichtlinien seien die Vorkommnisse „ein ganz großer Schuss in den Ofen, vollkommen daneben“, sagte Dresdens Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann: „Das ist nicht das, wofür wir stehen, arbeiten und kämpfen. Das wollen wir nicht sehen.“ Ein Abend wie dieser helfe „überhaupt nicht weiter“ in der Diskussion.
So sahen das auch die Hertha-Verantwortlichen. „Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst“, sagte Geschäftsführer Peter Görlich: „Ich kann mich nur bei allen Beteiligten im Stadion entschuldigen. Das entspricht überhaupt nicht meinem Wertegerüst. Wir sind für eine lebendige Fankultur. Aber sobald Gewalt im Spiel ist und man auf die Idee kommt, andere Menschen mit Pyrotechnik zu beschießen, hört es bei mir auf.“
„Uns gehen langsam die Argumente aus“
Man sollte in der Diskussion um die Stadionverbotsrichtlinien aber „nicht den Fehler machen, alles zu pauschalisieren und diese Thematik direkt hiermit zu verknüpfen“, führte Görlich aus. Aber man müsse sich „schon fragen, wo ist die Argumentationslinie, dass man darüber noch sprechen kann. Uns gehen langsam die Argumente aus.“
Für einen sportlichen Aufreger sorgte in der zweiten Halbzeit Josip Brekalo, der Herthaner flog nach einem rüden Foul mit Rot vom Platz. In Unterzahl kam Berlin aber dennoch zum ersten und einzigen Tor der Partie, Marten Winkler wurde in der 80. Minute zum Matchwinner.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)