Viele Bestmarken stellte Kennet Eichhorn in der vergangenen Saison der 2. Bundesliga auf. Eine fehlte ihm allerdings lange – bis zum vorletzten Spieltag und dem 2:1-Erfolg von Hertha BSC gegen Greuther Fürth.
Dieses Juwel verdreht Europa den Kopf
Dieses Juwel verdreht Europa den Kopf
Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit marschierte der Youngster in der 55. Minute durch die Defensive der Franken, schickte seinen Gegenspieler mit einer eleganten Finte ins Leere und schob den Ball anschließend eiskalt am Torhüter vorbei ins Netz.
Sein Premieren-Tor in der Liga, mit dem er gleich Geschichte schrieb: Kein Spieler war in der 2. Bundesliga jemals jünger, als er erstmals traf. Die Fans im Olympiastadion feierten ausgelassen – vermutlich aber auch mit einem Hauch Melancholie. Denn vieles deutet darauf hin, dass es Eichhorns letzter großer Auftritt in Berlin gewesen sein könnte.
Bayern und BVB wird Interesse nachgesagt
Sein enormes Potenzial ist längst nicht mehr nur Insidern bekannt. Zahlreiche Scouts sollen den Hertha-Teenager seit Monaten beobachten. Aus Deutschland und vielen anderen Ländern.
Alle Spitzenklubs aus der Bundesliga – der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen – haben konkretes Interesse.
Der BVB und auch die Münchner haben gar offen zugegeben, dass sie sich mit Eichhorn befassen. Doch auch internationale Schwergewichte wie der FC Barcelona, Real Madrid, Paris Saint-Germain oder Manchester City schauen laut Medienberichten ganz genau hin.
Heißt also: Halb-Europa jagt ein 16 Jahre altes Talent, das bislang lediglich 17 Einsätze in der 2. Bundesliga und zwei Partien im DFB-Pokal absolviert hat.
Bleibt die Frage: Was macht Eichhorn so besonders? Und welche Qualitäten zeichnen den jungen Mittelfeldspieler aus?
Das zeichnet Hertha-Juwel Eichhorn aus
Was Eichhorn so außergewöhnlich macht, zeigt sich vor allem im Gesamtpaket. Der Junioren-Nationalspieler verfügt bereits jetzt über eine Mischung aus Robustheit, Technik und strategischem Denken, die in diesem Alter äußerst selten ist.
Im Berliner Mittelfeld ist er gesetzt und agiert gleichermaßen als Antreiber und Absicherung – eine Rolle, die sonst eher gestandenen Profis vorbehalten ist. Wenig verwunderlich, dass er immer wieder mit Spielertypen wie Toni Kroos oder Sergio Busquets verglichen wird.
Auch ein Blick auf die Zahlen unterstreicht seinen jetzt schon großen Stellenwert. In der abgelaufenen Zweitliga-Saison sammelte Eichhorn mehr als 1.100 Einsatzminuten. Ligaweit kamen nur eine Handvoll Teenager – Cajetan Lenz, Francis Onyeka, Mertcan Ayhan, Rafael Pedrosa und Louey Ben Farhat – auf mehr.
Eichhorn bereits mit starken Zweikampf-Werten
Dabei überzeugte Eichhorn speziell im direkten Duell: Pro 90 Minuten entschied er über fünf Zweikämpfe für sich und war damit einer der effektivsten zentralen Mittelfeldspieler der Hertha. Auch beim Ballgewinn gehörte er teamintern zur Spitze, was seine Bedeutung im Spiel gegen den Ball noch einmal hervorhebt.
Auffällig ist auch seine Reife. Eichhorn setzt vorwiegend auf Übersicht und Kontrolle. Er fordert die Kugel selbst unter Druck, trifft viele richtige Entscheidungen und löst immer wieder enge Situationen mit beachtlicher Souveränität. Das macht ihn für seine Mitspieler zu einem verlässlichen Fixpunkt im Spielaufbau.
Bemerkenswert: Mit einer Körpergröße von rund 1,86 Meter bringt der Berliner auch physisch bereits alles mit, um sich im Profifußball zu behaupten. Seine Kombination aus Technik, Spielintelligenz und Physis macht ihn derzeit daher zu einem der begehrtesten Youngster überhaupt.
Hertha oder Wechsel – wie entscheidet sich Eichhorn?
Die Welt jedenfalls betitelte Eichhorn kürzlich als „das größte Talent des deutschen Fußballs“. In Berlin dreht sich deshalb längst alles um die Zukunftsfrage: Zieht es den 16-Jährigen schon jetzt zu einem europäischen Topklub oder bleibt er zunächst noch bei der Hertha?
Hinter den Kulissen rechnen viele damit, dass er seine im Vertrag bis 2029 verankerte Ausstiegsklausel schon diesen Sommer nutzt. Rund zwölf Millionen Euro müsste ein Interessent dafür aufbringen – für ein Juwel seines Formats eine Summe, die auf dem internationalen Markt fast schon als Schnäppchen gilt.
Entscheidend dürfte am Ende jedoch weniger das Geld als vielmehr die sportliche Perspektive werden.
Felix Kroos plädiert für Verbleib von Eichhorn
Felix Kroos, der einst bei Werder Bremen und Union Berlin Profi war, schwärmte zuletzt von den Qualitäten Eichhorns, plädierte allerdings dafür, vorerst in Berlin zu bleiben.
Bei Hertha hofft man ohnehin darauf. „Der große Wunsch wäre natürlich, dass er bleibt. Nicht nur von mir, sondern von uns allen“, sagte sein Cheftrainer Stefan Leitl unlängst.
Sportdirektor Benjamin Weber verwies zudem auf ein starkes Argument im Werben: In der Hauptstadt wäre er gesetzt, könnte Woche für Woche Spielpraxis sammeln und sich in Ruhe weiterentwickeln. Gerade in seinem Alter ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Maza macht es vor: Früher Sprung kann gelingen
Gleichzeitig lockt die große Bühne. Wenn sich die Türen zu Topklubs und internationalem Spitzenfußball öffnen, wird Eichhorn sich fragen: Warum noch warten?
Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, wie schnell der Sprung gelingen kann. So schaffte zuletzt ein anderes Berliner Eigengewächs, Ibrahim Maza, direkt den Durchbruch bei Bayer Leverkusen und kam gleich in der Champions League zum Einsatz.
Wohin Eichhorns Weg führt, dürfte sich schon bald entscheiden. Mehrere Medien berichten, dass noch im Mai Klarheit geschaffen werden soll.