2. Bundesliga>

Bayern-Leihgabe gewährt Einblicke: "Jeder Spieler hasst das"

Bayern-Leihgabe spricht über Horror-Zeit

Im Trainingslager des 1. FC Nürnberg spricht Javier Fernández mit SPORT1 über seine lange Leidenszeit, die Hilfe vom Stammklub FC Bayern und seine Ziele mit dem FCN um Cheftrainer Miroslav Klose.
Nach einem Seuchenjahr mit Verletzungen blickt Nürnberg-Leihspieler Javier Fernandez positiv in die Zukunft. Über seinen Stammverein findet er nur lobende Worte.
Im Trainingslager des 1. FC Nürnberg spricht Javier Fernández mit SPORT1 über seine lange Leidenszeit, die Hilfe vom Stammklub FC Bayern und seine Ziele mit dem FCN um Cheftrainer Miroslav Klose.

Einen sympathischen und aufgeweckten jungen Spanier trifft SPORT1 im Trainingslager des 1. FC Nürnberg in Gais/Südtirol. Dabei hat der mittlerweile 19-Jährige in den vergangenen Jahren eine schier endlose Leidenszeit hinter sich.

Es sollte der Sommer werden, in dem sich alles verändert: Vincent Kompany holte den damals 17-jährigen Javier Fernández in die Vorbereitung der Bayern-Profis.

Der Spanier trainierte unter anderem mit Harry Kane, Joshua Kimmich und Jamal Musiala und schien nur noch wenige Schritte von seinem Debüt für den Rekordmeister entfernt zu sein. Doch statt des endgültigen Durchbruchs begann eine Leidenszeit, die ihn körperlich und mental an seine Grenzen brachte.

Bayern-Leihgabe: „Es war eine harte Zeit“

„Es war natürlich eine sehr harte Zeit. Jeder Spieler hasst es, in so einer Situation zu sein. Ich habe mir eine Verletzung nach der nächsten zugezogen“, blickt Fernández im Gespräch mit SPORT1 zurück.

Denn nachdem sich der Youngster bereits mühsam von einer im Sommer 2024 erlittenen Sprunggelenksverletzung zurückgekämpft hatte, folgte ausgerechnet in dem Moment, als die vollständige Genesung greifbar schien, die nächste Hiobsbotschaft: eine schwere Meniskusverletzung.

Erneut musste sich Fernández einer Operation unterziehen und seine ohnehin schon lange Leidenszeit ging in die nächste zermürbende Runde. „Eigentlich war ich ein Jahr lang dauerverletzt. Es war eine richtig harte Zeit, aber das hat mir auch geholfen, mich weiterzuentwickeln“, bilanziert er.

Der FC Bayern half Fernández

Dabei unterstützte ihn auch der deutsche Rekordmeister, erzählt er nun: „Die Kommunikation war immer da. Sie haben mir sehr geholfen, zum Beispiel auch, um meine Knieoperation in Spanien durchführen zu lassen. Aber auch danach in der Reha waren sie immer für mich da und dafür bin ich sehr dankbar.“

Aus dieser Zeit zog Fernández vor allem eines: Motivation. Diese sollte sich schließlich auch auszahlen. Im Januar 2026 wendete sich das Blatt für den jungen Spanier, als er seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2028 verlängerte und gleichzeitig an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen wurde.

Dort sollte er gegen Ende der vergangenen Saison endlich das bekommen, worauf er so lange hingearbeitet hatte: Spielzeit. Achtmal kam er zum Einsatz, fünfmal stand er sogar in der Startelf.

Fernández blüht auf – Klose spielt zentrale Rolle

Bereits zu diesem Zeitpunkt waren unter der Regie von Cheftrainer Miroslav Klose die technischen Veranlagungen sowie die Körperlichkeit des zentralen Mittelfeldspielers trotz einer kurzen Akklimatisierungsphase in der 2. Liga erkennbar.

Einer der Gründe, wieso die Leihe des Talents um eine weitere Saison verlängert wurde. Dabei spielte auch Klose eine zentrale Rolle. „Er hat zwar nicht auf meiner Position gespielt, aber er kann mir durch seine Erfahrung eine Menge beibringen“, erklärt der 19-Jährige.

Mit seinem Stammklub FC Bayern steht er während all der Zeit stets im Kontakt: „Es gibt Verantwortliche, die sich um die Leihspieler kümmern. Sie rufen mich auch oft an oder kommen, um sich unsere Spiele anzuschauen. Dabei versuchen sie, mir zu helfen, damit ich mich bestmöglich entwickle.“

Saisonziel: Fit bleiben

In der neuen Spielzeit will der Spanier erst einmal mit dem Club voll angreifen. Eine Sache steht dabei im Mittelpunkt: „Das Wichtigste ist, dass ich fit bleibe. Ich möchte ich mich weiterentwickeln, jedes Spiel mein Bestes geben und zeigen, was ich kann.“

Die erste Chance dazu gibt es bereits am 9. August, wenn der 1. FC Nürnberg am ersten Spieltag der neuen Zweitligasaison auf Dynamo Dresden trifft – und Javier Fernández mit dem Club in eine hoffentlich verletzungsfreie Spielzeit startet.

Ob beim 1. FC Nürnberg oder beim FC Bayern: In Deutschland ist er jedenfalls schon voll angekommen – fast zumindest: „Ich mag Deutschland. Die Leute sind vielleicht etwas kühler als in Spanien. Aber insgesamt mag ich fast alles in Deutschland. Außer vielleicht das Wetter, das ist mir etwas zu kalt“, scherzt er.