2. Bundesliga>

Magdeburgs Fiasko: "Das hat sich in keinster Weise angedeutet"

Horror-Auftakt in Liga zwei

Der 1. FC Magdeburg erlebt zum Auftakt der 2. Bundesliga ein Spiel zum Vergessen. Gegen Eintracht Braunschweig kommt der Ost-Klub gehörig unter die Räder.
Beim 1.FC Magdeburg lief alles schief
Beim 1.FC Magdeburg lief alles schief
© IMAGO/Jan Huebner
Der 1. FC Magdeburg erlebt zum Auftakt der 2. Bundesliga ein Spiel zum Vergessen. Gegen Eintracht Braunschweig kommt der Ost-Klub gehörig unter die Räder.

Schlechter hätte der Start in die neue Zweitliga-Saison für den 1. FC Magdeburg nicht laufen können! Zum Auftakt der neuen Spielzeit geriet die Mannschaft von Petrik Sander beim 1:6 gegen Eintracht Braunschweig völlig unter die Räder.

„Das hat heute keinen Spaß gemacht. Uns war dann irgendwann klar, okay, wir müssen das, ja, wie soll ich sagen, so runterspielen, dass man wenigstens einigermaßen da gut rauskommt. Haben wir aber auch nicht geschafft. Das tut sehr, sehr weh. Das hat sich in keinster Weise angedeutet“, bilanzierte FCM-Verteidiger Alexander Nollenberger nach der Partie am Sky-Mikrofon.

Seit der 32. Minute mussten die Gastgeber dabei in Unterzahl agieren. Rechtsverteidiger Herbert Bockhorn sprang der Ball im Mittelfeld vom Fuß, beim Versuch ihn zurückzuerobern erwischte er Gegenspieler Fabio di Michele Sánchez mit hoher Intensität auf Höhe des Knöchels. Schiedsrichter Felix Prigan zückte sofort die Rote Karte.

Die Wiederholung zeigte, dass Bockhorn zunächst leicht den Ball spielte und erst dann seinen Gegenspieler unglücklich traf. Der Platzverweis wurde anschließend vom VAR überprüft, die Entscheidung blieb jedoch bestehen.

Horror-Start für Magdeburg

Besonders bitter für die Gastgeber: Zum Zeitpunkt der Roten Karte führte Braunschweig bereits mit 3:0. Innerhalb von nur elf Minuten hatte Aaron Opoku die Löwen zunächst in Führung (15.) gebracht, ehe Neuzugang Jan Urbich mit einem Doppelpack (21./26.) die Weichen früh auf Sieg stellte.

Noch vor der Pause legte Braunschweig nach. Luka Hyryläinen verursachte einen Foulelfmeter, den Mehmet Aydin souverän verwandelte (44.). Nach der Pause keimte bei den Magdeburgern kurz die Hoffnung auf ein Comeback auf, als Top-Torjäger Mateusz Zukowski auf 1:4 verkürzte (49.).

Doch Braunschweig stellte umgehend den alten Abstand durch Samuele di Benedetto her (50.). Florian Flick sorgte für den 6:1-Endstand nach gut einer Stunde. „Das ist ein Debakel und eine Schmach für den FCM“, bewertete Sky-Kommentator Kai Dittmann. Mit dem Kantersieg übernehmen die Löwen souverän die Tabellenführung in der 2. Bundesliga.

„Es war wirklich wie im Rausch. Wir wollten eigentlich kein Gegentor kriegen, das wurmt mich als Torhüter mit meiner Kette hinten. Aber sonst war es ein Bilderbuchauftakt“, sagte Braunschweig-Keeper Ron-Thorben Hoffmann bei Sky. Experte Fabian Klos fand deutliche Worte: „Ich bin auch ein bisschen ratlos, was da passiert ist (…) Du gehst nach 45 Minuten in die Halbzeit, liegst 0:4 hinten, bist ein Mann weniger. Also das kann, das darf nicht passieren. Es kann immer was schief gehen. Nochmal, wir sind am ersten Spieltag, da funktioniert nicht alles, das erwartet kein Mensch, aber so darfst du dich nicht präsentieren.“

Kuriose Verzögerung vor Anpfiff

In Magdeburg ging die Begegnungen mit einer Verzögerung los, weil eines der Tornetze mit Kabelbindern fixiert werden musste. Danach war es dann die FCM-Abwehr, die enorme Löcher zeigte. Allen voran der von Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Urbich war nicht zu stoppen, die 23.500 Fans rieben sich zur Pause verwundert die Augen.

Der FCM war nach einem großen Umbruch mit zehn Zugängen und 15 Abgängen zuversichtlich in die Saison gegangen, die Vorbereitung lief glänzend. Doch Braunschweig konnte schon im zweiten Durchgang einen Gang zurückschalten. Für den FCM setzte sich damit eine schwarze Serie fort: Auch in seiner siebten Zweitliga-Saison gelang Magdeburg zum Start kein Sieg.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)