Der ehemalige Augsburger Mads Pedersen hat gegen seinen Ex-Trainer Sandro Wagner verbal nachgetreten. Der 30-jährige Däne spielt mittlerweile bei Hertha BSC und berichtete in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem dänischen Portal Bold ausführlich von einem angeblich belasteten Verhältnis zu seinem früheren Coach.
Ex-Augsburger Mads Pedersen tritt gegen Sandro Wagner nach
Ex-Augsburger Mads Pedersen tritt gegen Sandro Wagner nach
„Das Verhältnis zwischen mir und Sandro Wagner verschlechterte sich von Woche zu Woche. Er nahm während eines Spiels einen Linksverteidiger raus, brachte mich aber nicht ins Spiel, und es kam zu Unstimmigkeiten in der Mannschaft“, sagte Pedersen.
„Mehrere Spieler gingen zu Sandro, um ihn zu fragen, warum er mich nicht einsetzte, selbst als der andere Linksverteidiger nicht spielen konnte. Er wollte davon nichts hören. Deshalb strich er mich komplett aus dem Kader. Dabei trainierte ich gut und tat, was ich konnte. Ich lieferte Vorlagen in Testspielen“, führte der Defensivspieler weiter aus.
Pedersen über Ex-Trainer Wagner: „Plötzlich hielt er mich für eine Ratte“
Wagner soll Pedersen sogar für die Weitergabe von Interna an die Medien verantwortlich gemacht haben. „Es eskalierte richtig, und plötzlich hielt er mich für eine Ratte, wie er es so nett formulierte. Jedes Mal, wenn ein Treffen stattfand, sagte er, dass es Ratten in der Umkleidekabine gäbe, und wir waren zwei Spieler, die genau wussten, auf wen er damit anspielte. Denn wir waren es, die nie im Kader standen“, ergänzte Pedersen.
„Es vergingen ein paar Wochen, in denen Anwälte und so weiter im Spiel waren, und nach etwa vier Wochen einigten wir uns darauf, dass es wohl das Beste wäre, wenn ich wieder zum Training käme“, sagte Pedersen. „Der Verein brachte Sandro Wagner dazu, sich für das Geschehene zu entschuldigen. Eine Woche später wurde er dann entlassen. Er hatte die Kontrolle über die Umkleidekabine verloren.“
Nachdem er an den ersten drei Spieltagen noch zum Bundesliga-Kader gezählt hatte, stand Pedersen dann bis Ende November gar nicht mehr im Aufgebot. Bei Wagners letztem Spiel, der 0:3-Niederlage bei der TSG Hoffenheim, stand der Däne dann erstmals wieder im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.
Ex-Wagner-Schützling meldet sich zu pikantem Zeitpunkt
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist durchaus pikant. Schließlich gab Herthas Ligakonkurrent Hannover 96 ebenfalls am Samstag die Verpflichtung von Wagner bekannt, die sich bereits in den vergangenen Tagen angedeutet hatte. Der frühere Assistent von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann war seit seinem Aus beim FCA Ende November ohne Job.
Anlass für die von Pedersen aufgeführten Unstimmigkeiten war laut seinen Schilderungen ein Vorfall in der Saisonvorbereitung. „Ich hatte eine gute Saisonvorbereitung hinter mir, nachdem Sandro Wagner das Amt des Cheftrainers übernommen hatte. Doch gegen Ende der Saisonvorbereitung stellte er mich auf die Probe, wobei es zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen uns kam.“
Konkret ging es dabei um zwei Testspiele, die Augsburg zum Abschluss der Vorbereitung innerhalb von 24 Stunden bestritt. „Es war so geplant, dass jeder 90 Minuten spielen konnte, und ich sollte dann am Freitag gegen Pisa spielen. Der andere Linksverteidiger, Dimitrios Giannoulis, sollte am Samstag gegen Sunderland spielen“, erklärte Pedersen.
Pedersen lehnte Einwechslung aus Angst vor Verletzung ab
Da hinter dem Profi eine Saison mit Verletzungsproblemen lag, hatte er nach eigener Aussage auch kein Problem damit, zunächst nicht zu den Spielern zu zählen, die für den Bundesliga-Auftakt vorgesehen waren. Doch zu seiner eigenen Überraschung sollte er im zweiten Testspiel dann doch eingewechselt werden.
„Nach 20 Minuten wurde ich zum Aufwärmen geschickt, weil der linke Außenverteidiger Probleme mit dem Nacken hatte. Ich sagte freundlich zu Sandro Wagner, dass er das hoffentlich nur als Scherz gemeint habe. Am Tag zuvor hatte ich aufgrund meiner Verletzungen meine ersten 90 Minuten seit einem Jahr gespielt.“
Als er dann beim Aufwärmen einen Krampf im Oberschenkel spürte, habe er mit Verweis auf das Verletzungsrisiko Wagner gebeten, nicht eingewechselt zu werden. „Er wurde wütend und entschied sich für einen der Neuen, der ebenfalls 90 Minuten (am Vortag, Anm. d. Red.) gespielt hatte. Der war überhaupt kein linker Außenverteidiger und kam nur 20 Minuten zum Einsatz, weil er – lustigerweise – nicht mehr spielen konnte und ebenfalls erschöpft war.“
Pedersen bedauert „ärgerliches Ende“ in Augsburg
Rückblickend bedauert Pedersen, wie sich seine Geschichte in Augsburg entwickelt hat. „Das war ja ein ärgerliches Ende. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich Augsburg auf diese Weise verlassen würde. Ich hatte auch ein wenig gehofft, dass man wieder zueinanderfinden könnte, aber einige Brücken waren einfach abgerissen. Daran ließ sich einfach nichts mehr ändern. Es waren Dinge gesagt und getan worden, die nicht mehr rückgängig gemacht werden konnten.“
2019 wechselte Pedersen vom FC Nordsjaelland zum FC Augsburg, zwischenzeitlich spielte er für ein halbes Jahr auf Leihbasis für den FC Zürich. Ende August trennten sich die Wege und Pedersen unterschrieb bei Hertha BSC. Für den Hauptstadt-Klub stand er seither viermal in der Startelf und lieferte dabei zwei Assists.