Eiskalt im „Paradise“: Der VfB Stuttgart hat das Tor zum Achtelfinale der Europa League sehr weit aufgestoßen. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gewann das Play-off-Hinspiel bei Celtic Glasgow am Donnerstag verdient mit 4:1 (2:1) und erarbeitete sich eine exzellente Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.45 Uhr) in Stuttgart.
Europa League: Stuttgart-Gala bei Traditionsklub
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„Heute haben wir das gezeigt, was uns bisher gefehlt hat: Effizienz“, sagte Hoeneß nach dem Spiel zufrieden bei RTL: „Wir haben verdient gewonnen. Ob es so hoch sein muss, weiß ich nicht, aber das ist mir auch egal.“
Europa League: Undav glänzt als Vorlagengeber
Doppeltorschütze Bilal El Khannouss (15., 28.), Jamie Leweling (57.) und Tiago Tomás (90.+3) führten den VfB im legendären Celtic Park, von den Fans auch liebevoll „Paradise“ genannt, zum Sieg. Benjamin Nygren (21.) hatte nach einem Patzer im Aufbauspiel der Stuttgarter den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt.
Nationalspieler Deniz Undav war beim ersten und beim dritten Tor der Vorlagengeber. Damit ist Undav erst der sechste Spieler aus Europas Top-5-Ligen, der in dieser Saison in Pflichtspielen sowohl mindestens zehn Tore (16) erzielt als auch zehn Assists (10) geliefert hat – nach Michael Olise, Luis Díaz, Lamine Yamal, Fermín López und Marcus Rashford.
Weil sich der überlegene VfB aber anders als zuletzt kaltschnäuzig vor dem Tor präsentierte, reicht im Rückspiel schon eine knappe Niederlage, um ins Achtelfinale einzuziehen. Dort ginge es in jedem Fall nach Portugal: Der FC Porto oder Sporting Braga kämen als Gegner infrage.
Die Vorfreude auf die legendäre Atmosphäre in Glasgow war bei den Stuttgartern riesig gewesen. „Die Stimmung wird überragend sein“, betonte Hoeneß. Mit Ausnahme eines bösen Fehlpasses von Kapitän Atakan Karazor, der Nygrens Treffer einleitete, zeigte sich seine Mannschaft davon aber gänzlich unbeeindruckt.
Celtic-Fans verlassen früh die Ränge
Vielmehr kontrollierte der VfB die Partie in der ersten Halbzeit nahezu nach Belieben. Mit großer Ballsicherheit, die sie schon in ihrer Vizemeister-Saison vor zwei Jahren ausgezeichnet hatte, legten sich die Stuttgarter die Gastgeber immer wieder zurecht - und stießen dann eiskalt zu.
Daran änderte sich auch nichts, als Celtic verbessert aus der Pause kam: Leweling traf von der Strafraumkante. Nach dem vermeintlichen 4:1 durch Ermedin Demirovic verließen die ersten schottischen Fans frustiert das Stadion, der Stürmer stand jedoch knapp im Abseits.
Zudem musste die Partie bereits in der 2. Minute für rund drei Minuten unterbrochen werden, nachdem zahlreiche Tennisbälle auf den Rasen geworfen worden waren. Mit der Aktion protestierten Ultra-Gruppierungen gegen die eigene Vereinsführung.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)