Die Europareise des VfB Stuttgart ist vorbei: Die Schwaben unterlagen am Donnerstagabend im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League beim FC Porto mit 0:2 (0:1). Nach dem 1:2 im Hinspiel in der Vorwoche verabschiedete sich der VfB damit trotz engagierter Leistung und zahlreichen hochkarätigen Chancen aus dem Wettbewerb.
Chancenwucher in Porto: VfB scheidet aus Europa League aus
Chancenwucher! VfB-Traum geplatzt
William Gomes (21.) und Victor Froholdt (72.) sorgten mit ihren Treffern für den Viertelfinaleinzug ihres Teams, das am 9. und 16. April nun auf Nottingham Forest trifft.
Stuttgart, das die Partie nach der Gelb-Roten Karte für Nikolas Nartey (77.) mit zehn Mann beendete, kann indes in der Bundesliga am Sonntag beim FC Augsburg (19.30 Uhr) einen weiteren Schritt im Kampf um die Champions-League-Qualifikation machen.
„Wir müssen sauber, smart und emotional sein“, hatte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß vor der Partie gefordert – „und wir müssen alle Facetten zeigen, die es für das Spiel braucht.“ Seine Profis setzten die Vorgaben zunächst vorbildlich um und erarbeiteten sich früh erste Möglichkeiten: Jeff Chabot (2.), Chris Führich (8.) und vor allem Deniz Undav (13.) erzeugten gehörig Gefahr vor Portos Tor.
„MVP der beiden Spiele“: Costa lässt den VfB verzweifeln
Wie aus dem Nichts jubelten jedoch plötzlich die Hausherren: William Gomes vollendete den ersten aussichtsreichen Angriff der Portugiesen. Dem Powerplay der Gäste tat das keinen Abbruch, doch auch Bilal El Khannouss (30.) scheiterte mit seinem Versuch am glänzend aufgelegten Keeper Diogo Costa. Erst vor der Pause ging den Cannstattern etwas die Puste aus, Porto zeigte sich nun vermehrt in der Offensive.
Nach Wiederanpfiff beschränkte sich der portugiesische Tabellenführer dann wieder aufs Verteidigen – und konnte sich auf Diogo Costa verlassen, der gegen Undav abermals herausragend hielt (54.).
„Ich finde, wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht und hatten gute Chancen. Der Torhüter hatte einen überragenden Tag. Er hält alles, auch Dinger, die man nicht halten muss“, musste Undav bei RTL Nitro die Leistung des portugiesischen Nationaltorhüters anerkennen.
„Wir haben alles gegeben, ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen“, führte der Stürmer aus und lobte Costa erneut. „Der Torhüter ist nicht nur auf der Linie brutal, die Bälle, die er spielt und die Ruhe, die er hat – das hat er überragend gemacht. Der MVP der beiden Spiele ist auf jeden Fall der Torwart.“
Dieser Einschätzung stimmte auch Teamkollege Maximilian Mittelstädt zu. „Wir haben uns sehr viele Chancen herausgespielt, aber der Torhüter ist heute über sich hinausgewachsen. Ich würde sogar sagen, er hat sehr viele unhaltbare Bälle herausgeholt“, erklärte der 29-Jährige.
Blitzschneller Platzverweis besiegelt VfB-Aus
Stuttgart blieb in der Schlussphase dennoch am Drücker und startete Angriff um Angriff – dann beendete Froholdt mit einem traumhaften Schuss in den Winkel alle Hoffnungen des VfB, der zudem in der Schlussphase mit einem Mann weniger agieren musste.
Nartey musste wegen wiederholten Foulspiels vom Platz. Innerhalb von rund einer Minute fiel der Däne erst mit einem taktischen Foul und anschließend mit einem ungeschickten Einsteigen auf. Der Platzverweis passte zur Linie von Schiedsrichter Anthony Taylor, sorgte aber dennoch für Diskussionen.
„Natürlich passt das zur Linie. Ich bin aber auch irgendwo Mensch und sage, es steht 2:0, das ist ein Foul, wo man auch mal ein Auge zudrücken kann“, meinte Co-Kommentator Felix Kroos. Von einer Fehlentscheidung könne man allerdings nicht sprechen.
—–
mit Sport-Informations-Dienst (SID)