3. Liga>

Brutales deutsches Aufstiegsdrama wiederholt sich!

Brutales Aufstiegs-Drama wiederholt sich

Der letzte freie Platz im deutschen Profifußball ist vergeben. Würzburg steigt auf, Leipzig dagegen erlebt zum dritten Mal ein Drama.
Die Würzburger Kickers sind zurück im Profifußball. Im Rückspiel des Aufstiegs-Showdowns ließ der bayerische Amateurmeister den Nordost-Vertreter Lok Leipzig nur kurz hoffen.
Der letzte freie Platz im deutschen Profifußball ist vergeben. Würzburg steigt auf, Leipzig dagegen erlebt zum dritten Mal ein Drama.

Die Würzburger Kickers kehren nach vier Jahren in die 3. Liga zurück. Die Franken gewannen auch das Rückspiel der Regionalliga-Playoffs gegen Lok Leipzig mit 2:1 (1:0) und sicherten sich den letzten freien Platz im deutschen Profifußball. Auf der einen Seite herrschte großer Jubel, auf der anderen Seite nicht minder große Fassungslosigkeit – denn für Leipzig wiederholte sich ein ungewöhnlicher Tiefschlag.

„Das zweite Mal hintereinander Meister, das zweite Mal nicht aufsteigen, das tut schon brutal weh“, sagte mit Jochen Seitz der völlig geknickte Lok-Trainer bei MagentaSport.

Aufstiegs-Drama: „Einzige Liga der Welt“

„Das Fußball-Schicksal hat uns jetzt schon so oft in die Suppe gespuckt“, meinte der Coach, der auf einige verletzte Spieler verzichten musste: „Es tut einfach furchtbar weh und es tut mir einfach leid für alle Leute, die es mit Lok Leipzig halten.“

Leipzig musste trotz des Titelgewinns in die Playoffs und die schmerzhafte Geschichte wiederholte sich: „Es ist glaube ich die einzige Liga auf der ganzen Welt, wo ein Meister nicht aufsteigt. Dass das einen zweimal trifft, dafür gibt es keine Worte.“

Zu allem Überfluss hatten die Leipziger wenige Minuten vor Spielende noch einen möglichen Treffer erzielt, ein Ball prallte von der Latte womöglich knapp hinter die Torlinie. TV-Bilder konnten die Szene nicht zweifelsfrei auflösen, die Schiedsrichter entschieden sich gegen einen Treffer.

„Ja, das muss man halt einfach sehen. Das muss der Linienrichter sehen, tut mir leid. Der ist ein Meter hinter der Linie, oder zumindest einen halben Meter“, befand Seitz bei Ansicht der Szene.

„So einfach ist das nicht“

Im nächsten Jahr würde die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost den Aufstieg garantieren, was aber natürlich kein Trost sei: „Jetzt kann mich nicht sagen: Nächstes Jahr steigt der Meister auf, dann werden wir halt wieder Meister. So einfach ist das nicht.“

Das Team von Würzburg-Trainer Michael Schiele hatte bereits das Hinspiel in Sachsen mit 1:0 (0:0) für sich entschieden und machte nun vor heimischer Kulisse den zweiten Drittliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte perfekt.

Jermain Nischalke (30.) und Cherif Cissé (72.) erzielten im Rückspiel die entscheidenden Treffer für den Zweiten der Regionalliga Bayern, der angesichts des Verzichts von Nürnberg II in die Aufstiegsspiele nachgerückt war.

Für Leipzig ist der verpasste Sprung in die 3. Liga extrem bitter, nach 2020 und 2025 scheiterte der Meister der Regionalliga Nordost sogar zum dritten Mal in den Playoffs. Der Treffer von Djamal Ziane (71.) war zu wenig.

Diskussionen um Regionalliga-Reform bleiben

Die Diskussionen um eine Reform der Regionalligen dürfte das erneute Scheitern weiter anheizen. Aus den fünf Staffeln steigen derzeit nur vier der fünf Meister auf. Vor Würzburg hatten der SV Meppen (Nord), Fortuna Köln (West) und die SG Sonnenhof Großaspach (Südwest) ihr Direktticket gelöst.

Die Staffeln aus Bayern und eben Nordost mussten den Umweg über die Playoffs nehmen. Eine Arbeitsgruppe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte im Frühjahr zwei Modelle vorgeschlagen, die künftig den direkten Aufstieg aller Meister ermöglichen sollen. Einen Konsens gab es dabei noch nicht.