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Ex-Weltmeister ehrlich: "Das nervt mich immer noch brutal"

„Mich nervt’s immer noch brutal“

Shkodran Mustafi hat in seiner Karriere mehr als einmal lernen müssen, mit Rückschlägen umzugehen. Im SPORT1-Podcast „Deep Dive“ schildert der Weltmeister von 2014, wie ihn das Karriere-Aus aus der Bahn warf, was ihn wieder in die Spur brachte und warum er sich bis heute nach dem Platz sehnt.
Mustafi spricht im Sport1 Podcast "Deep Dive" über sein ungewolltes, durch Verletzungen herbeigerufenes Karriereende.
Lars Hinzberg
Shkodran Mustafi hat in seiner Karriere mehr als einmal lernen müssen, mit Rückschlägen umzugehen. Im SPORT1-Podcast „Deep Dive“ schildert der Weltmeister von 2014, wie ihn das Karriere-Aus aus der Bahn warf, was ihn wieder in die Spur brachte und warum er sich bis heute nach dem Platz sehnt.

Der größte Moment der Karriere von Shkodran Mustafi hat schon fast etwas Ironisches. Erst für den kurzfristig verletzten Marco Reus hatte Joachim Löw den Innenverteidiger für die WM 2014 nachnominiert. Im Turnierverlauf verletzte sich der Nachrücker dann selbst. Eine Tragik, die sich wie ein roter Faden durch seine Karriere ziehen sollte.

Das Ende seiner aktiven Karriere hat er bis heute nicht vollständig verarbeitet. Im SPORT1-Podcast „Deep Dive“ spricht der Weltmeister von 2014 offen über den emotionalen Einschnitt, den das verletzungsbedingte Karriereende im Jahr 2024 für ihn bedeutete, aber auch darüber, warum ihm der nahtlose Wechsel ins Trainergeschäft beim DFB geholfen hat.

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Mustafi: Unfreiwilliges Ende eines Weltmeisters

„Mich nervt’s immer noch brutal. Aber ich habe für mich entschieden, dass es für mich kein Exit war. Ich bin immer noch im Fußball, nur in einer anderen Rolle. Das hat mir geholfen“, sagte Mustafi, der der Spielerkarriere in der Folge mit nur 32 Jahren den Rücken kehrte.

Fast unmittelbar nach dieser Entscheidung begann der einstige Innenverteidiger seine zweite Karriere. Diesmal – zumindest meistens – neben dem Platz. Zunächst als Co-Trainer der deutschen U17-Nationalmannschaft, seit 2025 arbeitet er als Co-Trainer der U21 des DFB.

 Auf dem Platz macht Mustafi aber dennoch lieber mit als nur Anweisungen zu geben: „Manchmal freue ich mich, wenn wir Übungen machen, wo einer zu wenig ist, und hoffe, dass Toni (Antonio Di Salvo, Anm. d. Red.) dann sagt: ‚Shkodran, spring du doch einfach ein.’“

„Ich würde alles nochmal genauso machen“

Trotz des guten Übergangs hätte sich der ehemalige Profi von Arsenal, Valencia oder Schalke seinen Abgang anders vorgestellt. „Natürlich hoffst du und wünschst dir, dass du selber den Zeitpunkt wählen kannst und dich darauf vorbereiten kannst. Das hatte ich nicht. Das nervt und das zieht dich auch runter – eine Zeit lang.“

Es gab einiges an Hindernissen zu überwinden in seiner Karriere. Drei Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel blickt er dennoch zufrieden zurück: „Irgendwann kommst du nach der Karriere zu dem Punkt, wo du über alles nachdenkst. Ich bin zu der Antwort gekommen, dass ich alles wieder genauso machen würde. Alles, was gut war, und alles, was schlecht war. Ich würde alles genauso nochmal machen.“

Gefahr durch Social Media

Doch nicht nur der eigene Körper wurde irgendwann zur Belastung. Auch die Einflüsse von außen, vor allem durch Social Media und Hasskommentare waren eine nervliche Herausforderung.

Besonders erlebt habe er das innerhalb der eigenen Familie. „Ich habe es dann selber auch bei mir gesehen, dass ich diese dicke Haut hatte, meine Frau aber nicht, weil sie das nicht gewohnt war. Dann liest sie natürlich Kommentare und lässt das an sich ran. Das ist mit das Gefährlichste, was du machen kannst.“

Für Mustafi steht deshalb fest, dass auch das Umfeld Verantwortung trägt. „Ich glaube, dass wir auch sehr viel dazu beitragen können, dass wir entweder bei unseren Kindern oder Freunden sagen: ‚Ey, der Kommentar muss jetzt nicht sein.’“