Trauer um einen Architekten einer der größten Erfolgsgeschichten des Ostfußballs nach der Wende: Fußball-Drittligist Energie Cottbus trauert um seinen langjährigen Präsidenten Dieter Krein. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, starb der Ehrenpräsident am 2. Mai im Alter von 84 Jahren.
Cottbus trauert um Vereinslegende
Der 1941 in Leipzig geborene Krein stand von 1993 bis 2005 an der Spitze des Klubs und prägte zusammen mit Manager Klaus Stabach und Trainer Eduard Geyer die erfolgreichste Phase der Vereinsgeschichte maßgeblich. Als Präsident führte der gelernte Maschinenbau-Ingenieur Energie 1997 vom Amateurfußball in den Profifußball und 2000 erstmals in die Bundesliga, in der sich der Verein drei Spielzeiten halten konnte.
Krein, Stabach und Geyer führten Energie Cottbus nach oben
Krein und Stabach verpflichteten 1994 nach der Qualifikation die damals neu geschaffene Regionalliga Trainer-Veteran Eduard Geyer, den letzten Auswahltrainer der DDR. Geyer führte die Lausitzer binnen drei Jahren von der damals dritthöchsten Spielklasse in die 2. Bundesliga. Im Aufstiegsjahr 1997 führte Geyer Cottbus auch sensationell bis ins Finale des DFB-Pokals, das mit 0:2 gegen den VfB Stuttgart verloren ging.
Drei Jahre später schaffte Cottbus den Vorstoß in die Bundesliga und hielt sich dort drei Jahre lang – trotz schwieriger Voraussetzungen als damals finanzschwächstes Team der Liga. Krein legte mit seinen Verbindungen in die Wirtschaft den Großteil des vorhandenen Fundaments und trat mit seiner offenherzigen Art auch öffentlich und medial als Gesicht des Vereins auf.
Krein, Stabach und Geyer blieben insgesamt zehn Jahre eine verschworene Einheit, bis es nach dem Abstieg 2003 auch in der 2. Bundesliga sowohl sportlich als auch wirtschaftlich kriselte und nacheinander erst Geyer, dann Stabach gehen mussten. Die Ära Krein endete wenig später.
2006 folgte unter Geyers noch unter Krein erkorenem Nachfolger Petrik Sander die Rückkehr ins Oberhaus, weitere drei Jahre später erneut der Abstieg in Liga zwei. Aktuell kämpft der Verein unter Claus-Dieter Pelé Wollitz um den Aufstieg in die 2. Bundesliga nach zwölf Jahren in der Regionalliga und 3. Liga.
„Ein lebensfroher und wundervoller Mensch“
Zuletzt hatte Krein Ende Januar noch den 60. Vereinsgeburtstag von Energie Cottbus begleitet. Der Klub sprach den Angehörigen, Freunden und Weggefährten sein Mitgefühl aus.
„Mit tiefer Betroffenheit und Fassungslosigkeit erhielten wir die Nachricht vom Tod unseres Ehrenpräsidenten. Sein Name wird für immer untrennbar mit der großen Erfolgsgeschichte unseres Vereins nach der Wende verbunden bleiben“, teilte der Verein mit: „Wir alle werden den lebensfrohen und wundervollen Menschen für immer in Erinnerung halten und an die tollen und unvergesslichen Stunden mit ihm zurückdenken.“
Große Trauer herrscht auch beim Eishockey-Klub Lausitzer Füchse: Krein war auch im regionalen Eishockey eine feste Größe. Er war langjähriger Beiratsvorsitzende des Eissports Weißwasser und blieb den Füchsen als „großer Förderer, kluger Begleiter und guter Freund“ in Erinnerung.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)