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"Es ist erbärmlich": Die Reaktionen auf den Afrika-Cup-Knall fallen heftig aus

Heftige Reaktionen auf Aberkennung

Der Senegal um Sadio Mané ist nach der Aufarbeitung des Final-Eklats plötzlich seinen Titel als Sieger des Afrika-Cups los. Es hagelt eine Mischung aus Spott und tiefer Bestürzung.
Das Finale des Afrika-Cup zwischen dem Senegal und Marokko endete am Sonntagabend in Tumulten. Senegal protestierte, verließ die Partie zwischenzeitlich kollektiv in die Katakomben - und durfte am Ende doch noch jubeln.
Der Senegal um Sadio Mané ist nach der Aufarbeitung des Final-Eklats plötzlich seinen Titel als Sieger des Afrika-Cups los. Es hagelt eine Mischung aus Spott und tiefer Bestürzung.

Das Skandal-Finale des Afrika-Cups hat viele Wochen später einen neuen Sieger - und die Fußballwelt überschlägt sich. Die Reaktionen auf die Entscheidung des afrikanischen Fußballverbandes, dem Senegal den Titel abzuerkennen und stattdessen Marokko zum Sieger zu erklären, ließen nicht lange auf sich warten.

Zum einen meldete sich der senegalesische Verband zu Wort, der den Verlust des Titels wenig überraschend nicht einfach hinnehmen will. Sofort wurde der Gang vor den internationalen Sportgerichtshof CAS angekündigt.

Mehr noch: Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow erklärte vollmundig, dass man den Pokal nicht herausgeben wolle: „Der Cup wird das Land nicht verlassen.“ Der Verbandsfunktionär sprach außerdem von einer „Schande für den afrikanischen Fußball“.

„Kommt und holt sie euch“

Zum anderen meldeten sich die bis vor kurzem noch siegreichen Spieler des Senegals. Der Tenor unter den Stars, die sich bisher in den Sozialen Medien gemeldet haben: Ablehnung und Spott für eine fast beispiellose Entscheidung.

Pathé Ciss (Rayo Vallecano) postete diverse Bilder von sich und dem Pokal sowie den Feierlichkeiten in seinem Heimatland und schrieb: „Ihr könnt den Heulsusen noch drei Tore geben.“ Zur Erklärung: Die CAF hat die Partie nun mit 3:0 für Marokko gewertet.

Habib Diarra (FC Sunderland) hatte nur Lachsmileys für die Entwicklung übrig. Und Moussa Niakhaté von Olympique Lyon zeigte sich mit Trophäe und schrieb trotzig: „Kommt und holt sie euch! Die sind ja verrückt.“

Geradezu angewidert reagierte derweil der ehemalige Nationaltrainer Senegals, Claude Le Roy. Dieser schoss vor allem gegen FIFA-Boss Gianni Infantino und den CAF-Präsidenten Patrice Motseppe, den er als einen Vasall Infantinos bezeichnete.

Afrika-Cup: Ein Ex-Trainer ist entsetzt

„Ich habe oft von Infantino gesprochen, der sich als der Trump des afrikanischen Fußballs sieht, der glaubt, er habe alle Rechte, dass er die Endrunden leitet“, schimpfte Le Roy, der den Afrika-Cup 1988 mit Kamerun gewann. „In Afrika erlaubt er sich alles. Dahinter stecken jede Menge Machenschaften, jede Menge Tricksereien“, sagte er weiter über Infantino.

Er gehe davon aus, dass sich der Senegal in einem kommenden Rechtsstreit durchsetzen werde. Aber: „Es ist erbärmlich für das Image, das die CAF weiterhin vermittelt. Ich glaube, dass diese Entscheidung, leider für diesen Kontinent, den ich so sehr liebe, die gesamte Fußballwelt zum Lachen bringen wird.“

Der marokkanische Verband übte sich derweil in Diplomatie. Man habe die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Der vorangegangene eigene Protest habe sich nicht gegen den sportlichen Ausgang des Finals gerichtet. Vielmehr habe man nur eine Durchsetzung der Regeln des Wettbewerbs angestrebt.

Große Freude herrschte derweil bei Brahim Díaz: Der Spieler von Real Madrid war beim Endspiel zum tragischen Helden Marokkos geworden, als er einen Elfmeter - der die skandalträchtigen Szenen erst ausgelöst hatte - auf recht klägliche Weise verschoss.

Pechvogel Brahim kann wieder lachen

Wochen nach seinem Tränenabgang erfuhr er als Ersatzspieler der Königlichen beim Spiel gegen Manchester City von der erstaunlichen Wende. Plötzlich durfte er auf der Ersatzbank mit einem etwas ungläubigen Lächeln feiern.

Marokko war der angesprochene Strafstoß spät in der Partie zugesprochen worden, Senegals Spieler hatten den Platz aus Protest zwischenzeitlich verlassen. Die Partie wurde später fortgesetzt, Senegal setzte sich durch.

Die CAF berief sich in seinem Urteil nun auf die Artikel 82 und 84 im Reglement des Afrika-Cups. Darin heißt es unter anderem: „Sollte eine Mannschaft aus irgendeinem Grund … sich weigern zu spielen oder das Spielfeld vor dem regulären Spielende ohne Genehmigung des Schiedsrichters verlassen, gilt sie als Verlierer und scheidet endgültig aus dem Wettbewerb aus.“