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Bayer Leverkusen: Hat Magier Alonso seinen Zauber verloren?

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Ist Alonsos Zauber verflogen?

Bayer Leverkusen liefert innerhalb einer Woche die zwei schlechtesten Leistungen seit langem ab und kassiert wohl folgenschwere Niederlagen. Auch Trainer Xabi Alonso hat daran seinen Anteil, wie er offen zugibt.
Die Personalentscheidungen von Xabi Alonso bei Leverkusen vor dem Spiel gegen Werder Bremen sorgen für Diskussionen im STAHLWERK Doppelpass. Hat sich der Bayer-Coach vor dem Champions-League-Rückspiel gegen den FC Bayern verzockt?
Bayer Leverkusen liefert innerhalb einer Woche die zwei schlechtesten Leistungen seit langem ab und kassiert wohl folgenschwere Niederlagen. Auch Trainer Xabi Alonso hat daran seinen Anteil, wie er offen zugibt.

Xabi Alonso, das dürfte aufgrund seines außerordentlichen Erfolgs für alle Zeiten außer Frage stehen, ist der König von Leverkusen. Der Baske führte die chronisch von Selbstzweifeln geplagte Werkself in nicht mal zwei Jahren aus dem Tabellenkeller zur ersten Meisterschaft der Klubgeschichte und stellte unter Beweis, was im Fußball möglich ist, wenn ein Trainer die perfekte Mischung aus gesunder Autorität und einem verdammt guten Plan findet. Nicht nur im vergangenen Jahr, auch diese Saison wieder.

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Vor nicht einmal sieben Tagen sah der Coach sein Team noch „in einem guten Moment“. Zu Recht. Ein starker Liga-Auftritt gegen die Bayern, ein nie gefährdetes 2:0 gegen Kiel und ein fulminantes 4:1 in Frankfurt - oft wirkte Alonso wie ein Zauberer. Einer, dem einfach alles gelingt. Doch in den vergangenen Tagen änderte sich der Tenor schlagartig. Erstmals tauchten kritische Fragen auf, die es vorher nie gegeben hatte. Zeitweise muss er sich wie in einem Verhör vorgekommen sein. Warum so viel Rotation? Warum kein Patrik Schick? Warum nicht früher wechseln?

Der Grund für die aufkommende Unruhe: Zum ersten Mal seit Mai 2023 verlor Bayer wieder zwei Partien in Folge. Und das nicht einmal aus Pech oder Zufall, sondern verdient und zu Zeiten, in denen zwei Titel auf dem Spiel standen. Beim 0:3 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in München waren es dilettantische Fehler in der Defensive. Dem 0:2 gegen Bremen ging eine Rotation voraus, die völlig daneben ging. So nehmen die Rheinländer eine große Hypothek mit ins Rückspiel der Königsklasse und ließen wegen des Bayern-Ausrutschers die wohl letzte Chance auf die Meisterschaft liegen. Schlechte Aussichten, die Alonso bedrücken.

Alonso wehrt sich nach Bayern-Spiel

Seine taktischen und personellen Maßnahmen wurden schon in München heiß diskutiert: Die zu passive Haltung mit der Aufstellung ohne Mittelstürmer und dem Verzicht auf Top-Torjäger Patrik Schick, das Wechselspiel zwischen den Torhütern Matej Kovar und Lukas Hradecky sowie die unterlassene Auswechslung des schwachen und bereits verwarnten Nordi Mukiele, der später die Gelb-Rote Karte sah. Alonso allerdings wehrte sich noch. „Es ist nicht das erste Mal und es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass man nach einer Niederlage kritisiert wird“, betonte er. „Das akzeptiere ich, wenn es um Fußball geht und normale Kritik ist. Ich kann lernen.“

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Doch Samstag stellte sich das Bild schon anders dar. Sieben neue Kräfte beorderte Alonso, seit jeher ein Freund großer Rotationen, gegen Bremen in die Startelf - angesichts des bevorstehenden Champions-League-Rückspiels nicht die große Überraschung. Dass er mit Florian Wirtz, Alejandro Grimaldo und Jeremie Frimpong seine gesamte Kreativabteilung und wichtigsten Torvorbereiter schonte, flog ihm aber um die Ohren. So ging der Baske diesmal mit sich selbst deutlich härter ins Gericht, formulierte sogar eine Art Selbstanklage und erklärte seine Rotation für grandios gescheitert.

„Nach dem großen Einsatz in München wollten wir heute frisch sein - das hat überhaupt nicht funktioniert“, erklärte Alonso und wirkte dabei so niedergeschlagen wie selten zuvor: „Es war ein Scheiß-Tag für uns. Zwei Niederlagen nacheinander sind wir nicht gewohnt. Heute muss ich sagen, dass nichts funktioniert hat. Nicht auf dem Flügel, nicht im Zentrum. Ich bin dafür verantwortlich, in der Zukunft nicht wieder solche Entscheidungen zu treffen. Wir waren zwischen zwei wichtigen Champions-League-Spielen und wollten unseren gesamten Kader einsetzen“, fuhr er fort, „aber heute war nichts gut.“

Auch Alonso ist nicht unfehlbar

Womit der Ex-Profi nicht die Rotation alleine gemeint haben dürfte. Auch sein Vorhaben, Arthur sowie Nathan Tella seitenverkehrt anstelle von Jeremie Frimpong und Alejandro Grimaldo auf die beiden Flügel zu stellen, verpuffte komplett. Arthur konnte rechts gar keine Akzente setzen, der zuletzt formstarke Tella war links als Rechtsfuß ausgebremst. Ein Problem, das schnell erkannt - aber von Alonso zur Verwunderung aller viel zu spät korrigiert wurde. Durch die gesundheitsbedingten Verluste von Florian Wirtz, Granit Xhaka und Edmond Tapsoba wurden zwar drei Wechsel blockiert. Doch wahrscheinlich hätte es schon geholfen, wenn Arthur und Tella frühzeitig die Seiten gewechselt hätten.

Spätestens als Alonso das eigentlich Unmögliche möglich machte und die Leverkusener zum ersten Meistertitel coachte, erhärteten sich die Vermutungen: Alonso kennt die Geheimnisse des Spiels wie kaum ein anderer. Die vergangenen vier Tage zeigten jedoch, dass selbst der Weltmeister von 2010 nicht unfehlbar ist. Erstmals seit seiner Ankunft im Rheinland steht der als unantastbar geltende Meistertrainer leicht in der Kritik. Auch der Spanier muss sich hinterfragen und die richtigen Schlüsse ziehen - am besten bis Dienstag, wenn es zum zweiten Aufeinandertreffen mit den Bayern kommt.