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Der Mann mit dem Monsterschuss

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Der Mann mit dem Monsterschuss

Aleix García, Leverkusens Top-Einkauf des vergangenen Sommers, kommt nach einem schwierigen ersten Halbjahr endlich in Schwung. Im Heimspiel gegen Bochum wird er zum gefeierten Matchwinner - und zeigt Qualitäten, über die in dieser Form kaum ein anderer Bundesligaspieler verfügt.
Bayer Leverkusen fährt einen verdienten Heimsieg gegen tapfere Bochumer ein. Damit bleibt die Werkself den Bayern auf den Fersen.
Aleix García, Leverkusens Top-Einkauf des vergangenen Sommers, kommt nach einem schwierigen ersten Halbjahr endlich in Schwung. Im Heimspiel gegen Bochum wird er zum gefeierten Matchwinner - und zeigt Qualitäten, über die in dieser Form kaum ein anderer Bundesligaspieler verfügt.

Wer Aleix García am Freitagabend kurz vor 23 Uhr in den Katakomben der BayArena gesehen hat, hätte wohl kaum vermutet, was dieser Mann an diesem Abend geleistet hat. Die verletzten Edmond Tapsoba, Nathan Tella, Florian Wirtz und der kurz vor Schluss ausgewechselte Jeremie Frimpong begrüßten ihn vor der Kabine, alberten ein bisschen herum und entlockten ihm zumindest noch ein Lächeln. Wenige Minuten später, als der Spanier die Mixed Zone betrat, war von solchen Gefühlsausbrüchen aber schon nichts mehr zu spüren.

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Mit verschränkten Armen und stoischer Miene ging García, von Natur aus eher ein ruhiger Zeitgenosse, vor die anwesenden Journalisten und wartete auf Fragen. Keine sichtbare Freude, keine Scherze, nur ein paar Sätze, die man im Fußball fast täglich hört.

Mit seiner eigenen Leistung sei er zwar sehr zufrieden gewesen. „Doch am Ende zählt das Ergebnis und die Performance der ganzen Mannschaft“, sagte der 27-Jährige bescheiden. Und dieses Resultat stimmte. 3:1 gewann Bayer Leverkusen gegen den VfL Bochum - nicht zuletzt dank Matchwinner García, der offenbar gar nicht im Mittelpunkt stehen wollte.

In der 20. Minute trat er zum ersten Mal in Erscheinung, nutzte einen kleinen Freiraum, den ihm die Gäste an der Strafraumgrenze gewährten, und versenkte den Ball mit viel Gefühl im rechten oberen Eck. Nach dem Seitenwechsel, als genau eine Stunde gespielt war, folgte sein zweiter Schlüsselmoment. Ein Freistoß von ihm leitete den entscheidenden zweiten Treffer der Werkself ein.

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Und auch sonst erwischte der Mittelfeldspieler einen starken Tag. Im Zentrum war er fast immer anspielbar, zeigte technische Finessen, harmonierte gut mit dem ebenfalls sehr auffälligen Exequiel Palacios und half in der Defensive fleißig mit.

Es scheint, als würde bei García vieles endlich in die richtige Richtung gehen.

García hatte Startschwierigkeiten in Leverkusen

Dass es ein Genuss sein kann, García beim Fußballspielen zuzusehen, ist an sich keine bahnbrechende Erkenntnis. Schließlich ist die Bandbreite seiner Stärken enorm. Er beherrscht das Kurzpassspiel und verfügt über die besondere Gabe, lange Diagonalbälle über weit mehr als 40 Meter ansatzlos zu schlagen. Seine Standards sind oft brandgefährlich, seine Eckbälle und Freistöße präzise.

In der vergangenen Saison war er zudem Kapitän, Taktgeber und Motor im Mittelfeld des spanischen Überraschungsteams aus Girona, das die Liga mit attraktivem und erfolgreichem Offensivfußball verzauberte.

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Kein Wunder, dass Trainer Xabi Alonso seinen Landsmann im Sommer zum Wunschspieler auserkoren und Bayer ihn für 18 Millionen Euro Ablöse verpflichtet hatte. Einziges Problem: Die Bundesliga ist nicht eben LaLiga. Und Leverkusen auch nicht Girona, das Spielsystem ein völlig anderes, für ihn auf die Schnelle schwer zu adaptieren.

So tat sich der spanische Nationalspieler im ersten halben Jahr schwer, sein großes Potenzial auszuschöpfen. Auch im Zusammenspiel mit Granit Xhaka hakte es immer wieder, dazu kam die eine oder andere taktische Schwäche in der Defensive - und der enorme Konkurrenzkampf.

Xhaka ist als Mittelfeldchef gesetzt, der argentinische Weltmeister Palacios im Prinzip auch. García hingegen pendelte wie DFB-Nationalspieler Robert Andrich lange zwischen Startelf und Ersatzbank - eine Situation, die er aus Spanien nicht mehr gewohnt war.

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Die Folge: Im November beschwerte er sich erstmals über seine Einsatzzeiten. „Natürlich ist das nicht genug für mich. Ich komme aus Girona, da habe ich jedes Spiel gemacht“, betonte der Neuzugang, „für mich ist es schwierig, nach einigen Spielen auf der Bank nur einmal zu spielen. Das ist die Entscheidung des Trainers. Für mich ist es ein harter Moment, aber ich werde dafür kämpfen, mehr Spiele zu spielen.“

García? „Hat sich sehr gut entwickelt“

Und das schaffte er. García arbeitete weiter, bot sich im Training an und wurde letztlich belohnt. Auch weil die Werkself in der Offensive mit Wirtz, Martin Terrier und Tella derzeit einige Ausfälle zu verkraften hat und Alonso mittlerweile mit zwei statt drei zentralen Sechsern agiert. Seit Ende Januar und dem 2:2 in Leipzig, als er sich ebenfalls in die Torschützenliste eintrug, durfte er in sieben von neun Bundesliga-Spielen beginnen.

„Er bringt unglaublich viel für unser Spiel mit. Für ihn ist wichtig, seine Natürlichkeit zu finden und sein Selbstvertrauen zu erhöhen“, sagte Geschäftsführer Simon Rolfes, der sich wie Kapitän Lukas Hradecky zu García äußerte.

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„Aleix hat keine leichte Zeit hinter sich, ist aber an seinen Aufgaben gewachsen. Gerade jetzt, wo wir viele Verletzte haben, übernimmt er viel Verantwortung“, so der Finne, der vor allem von dessen „Monsterschuss“ schwärmte.

Garcías Abschlüsse und Standards seien eine ständige Gefahr für den Gegner, weil sie jedes Mal „mit voller Wucht” durch die Luft fliegen. Kleinere Fehler habe er dagegen minimiert. „Jetzt spielt er auch mal den kurzen Pass und wählt nicht immer nur die Risikobälle. Diese kleine Naivität ist raus aus seinem Spiel. Er hat sich sehr gut entwickelt“, lobte Hradecky.

Leverkusen hat Meisterkampf noch nicht aufgegeben

Die Tatsache, dass es für ihn in Leverkusen nicht von Anfang an rund lief, wollte García derweil nicht überbewerten.

„Jeder Spieler, der einen Vertrag bei einem neuen Verein in einem anderen Land unterschreibt, braucht eine gewisse Zeit, um sich einzugewöhnen“, stellte er klar und blickte positiv in die Zukunft: „Diese Zeit ist nun vorbei. Ich fühle mich hier sehr wohl und glaube, dass ich meine Stärken voll ausspielen kann“.

Auch zum Leidwesen von Andrich. Lagen García und der deutsche Nationalspieler in der Hinrunde noch gleichauf, scheint García jetzt die Nase vorn zu haben.

Auf persönliche Befindlichkeiten pfiff García aber, nachdem er am Freitag zum Matchwinner des Spiels gegen Bochum avancierte. Das Team, so betonte er immer wieder, stehe im Vordergrund - und natürlich das große Ziel aller Leverkusener: die erneute Meisterschaft. Trotz sechs Punkten Rückstand auf den FC Bayern hat García seine Zuversicht nicht verloren und will die Münchner bis zum letzten Spieltag unter Druck setzen.

Am besten würde das funktionieren, wenn er seine starken Leistungen noch einige Male reproduzieren kann.