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Bayern-Kader zu teuer? Salihamidzic wehrt sich

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Bayern-Kader? Salihamidzic wehrt sich

Erstmals nach seiner Entlassung beim FC Bayern bezieht Hasan Salihamidzic öffentlich Stellung - zu damaligen und aktuellen Themen.
Zwei Jahre lang waren Oliver Kahn und Hasan "Brazzo" Salihamidzic gemeinsam am Ruder, nun sehen sich beide zum ersten Mal in der Öffentlichkeit wieder seit ihrer gemeinsamen Entlassung.
Erstmals nach seiner Entlassung beim FC Bayern bezieht Hasan Salihamidzic öffentlich Stellung - zu damaligen und aktuellen Themen.

Im Mai 2023 wurde Hasan Salihamidzic als Sportvorstand beim FC Bayern entlassen, die Verkündung folgte unmittelbar nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft am 34. Bundesliga-Spieltag. Nun hat sich der 48-Jährige erstmals nach seinem Ende beim Rekordmeister öffentlich geäußert. „Ich bin mit dem FC Bayern im Reinen. Ich habe Zeit gebraucht, um alles, was passiert ist, zu verarbeiten“, erklärte er im Interview mit der Sport Bild.

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„Im vergangenen November habe ich mich mit Uli Hoeneß am Tegernsee getroffen. Zuerst haben wir Schafkopf gespielt, mit meinem alten Teamkollegen Jens Jeremies und Ulis Sohn Florian am Tisch. Danach sind Uli und ich noch zusammen geblieben und haben uns ausgetauscht“, so der Ex-Funktionär.

„Der FC Bayern wird immer in meinem Herzen bleiben“

„Uli und ich sind seit mehr als 25 Jahren befreundet. Egal, wie die Entscheidung ausgefallen ist, ich werde den FC Bayern immer lieben und stolz darauf sein, was ich als Spieler mit dem Verein erreicht habe und was wir, meine Mannschaft und ich, in meiner Zeit als Sportdirektor und Vorstand erreicht haben. Der FC Bayern wird immer in meinem Herzen bleiben.“

„Nicht der angenehmste Job“

Salihamidzic blickt trotz des unschönen Endes gerne auf seine Zeit in der Führungsriege des FCB zurück. „Wir waren sehr erfolgreich und haben immer darauf geachtet, die DNA des FC Bayern zu erhalten - in personeller, finanzieller und sportlicher Hinsicht. Von Anfang an war es uns wichtig, eine Mannschaft mit einem Kern aus deutschen Nationalspielern aufzubauen“, machte er deutlich, was bei der Ausrichtung im Vordergrund stand.

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Als sportlichen Höhepunkt nannte der Ex-Funktionär den Champions-League-Triumph im Jahr 2020, bei dem die Spieler „gut zusammengearbeitet“ hatten. Eine leichte Angelegenheit war seine Arbeit aber dennoch mitnichten.

„Verantwortlich für den FC Bayern zu sein, ist nicht immer der einfachste oder angenehmste Job, aber es ist das, was ich wollte. Ich hatte tolle Leute um mich herum, vor allem Marco Neppe und die Scouting-Abteilung. Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht, in dieser Funktion beim FC Bayern zu arbeiten.“

Kritik an Kaderkosten lässt er nicht gelten

Kritik und Vorwürfe, er und seine damaligen Kollegen seien schuld an den immer weiter steigenden Kaderkosten, weil sie hohe Gehälter genehmigt hätten, wollte er dagegen nicht so einfach hinnehmen.

„Fairerweise muss man das immer im Zusammenhang mit der Zeit sehen, in der die einzelnen Verträge abgeschlossen wurden. Wir waren Champions-League-Sieger, die beste Mannschaft in Europa, haben sechs Titel in einer Saison gewonnen. Unsere Aufgabe war es, die Schlüsselspieler dieser erfolgreichen Mannschaft langfristig zu binden.“

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Und weiter: „Auch wenn es am Ende viel Geld war, die Spieler waren im besten Fußballalter - ob Kingsley Coman, Leon Goretzka, Serge Gnabry, sie alle hatten Angebote von europäischen Spitzenklubs. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn wir einen von ihnen umsonst hätten gehen lassen müssen.“

Salihamidzic: „Gehälter oft am Limit“

So sei es die „Wahrheit“, dass der FC Bayern im Transferfenster 2022 zum ersten Mal in der Geschichte des Klubs mehr als 100 Millionen Euro durch Spielerverkäufe eingenommen habe. „Ich habe die finanzielle Situation des Vereins immer im Blick gehabt.“

Auch zu der Frage, ob während der gemeinsamen Zeit von ihm und Oliver Kahn beim FCB finanzielle Fehler gemacht wurden, nahm Salihamidzic Stellung.

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Demnach habe man „immer ein Gleichgewicht zwischen Umsatz, Einnahmen und Kosten gehalten. Der Verein hat jedes Jahr ein positives Ergebnis erzielt, auch in Pandemiejahren. Jede größere Spielerinvestition wurde mit dem Aufsichtsrat abgesprochen. Die Gehälter waren oft am Limit, aber wir wollten den Fans eine Attraktion bieten, sei es durch Neuverpflichtungen oder Verlängerungen.“

Kimmich, Musiala und Davies als Bayern-Gesichter

Nach Meinung des sechsmaligen Deutschen Meisters kommen Fans für Spieler wie Jamal Musiala oder Alphonso Davies in das Stadion – genau wie das in früheren Jahren für Franck Ribéry und Arjen Robben galt.

„Natürlich haben wir auch Fehler gemacht, wie es vor uns der Fall war und wie es auch in Zukunft der Fall sein wird. Fußball ist ein riskantes Geschäft, aber unsere Fehlerquote war nicht so hoch, sonst hätten wir nicht 16 Titel gewonnen.“

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Neben seiner eigenen Vergangenheit bei den Bayern nahm Salihamidzic derweil auch zu der aktuellen Situation Stellung.

Im Hinblick auf die hoch dotierten Verträge, die Max Eberl mit Musiala, Davies und Joshua Kimmich abgeschlossen hat, erklärte er: „Das bestätigt meine Überzeugung, dass die Preise vom Markt bestimmt werden. Der Verein und der Sportdirektor haben darauf nur begrenzten Einfluss. Wenn diese Spieler Angebote von europäischen Spitzenklubs auf dem Tisch haben, muss man bieten oder es sich leisten können, sie gehen zu lassen.“

Und weiter: „Was die Verlängerungen von Jamal, Alphonso und Jo angeht, so bin ich froh, dass sie beim FC Bayern bleiben. Das war damals auch unser Plan. Alle drei sind Gesichter des FC Bayern. Unser damaliger Plan, sie zu Schlüsselspielern zu machen, ist voll aufgegangen. Wir waren schon kurz davor, Musiala und Davies im Frühjahr 2023 zu verlängern. Dann kam meine Entlassung dazwischen.“

Zurückhaltung bei Goretzka

Die Entlassung sorgte demnach auch dafür, dass Salihamidzic in den damals laufenden Verhandlungen mit Harry Kane nur den Beginn mitbekam. „Ich habe die ersten beiden Gespräche mit Harry in unserer Verhandlungsgruppe geführt. Uns war klar, dass dies eine große Investition für den FC Bayern sein würde. Harry ist ein Ausnahmespieler, ein Stürmer, mit dem man große Trophäen gewinnen kann. Ich bin sehr froh, dass er dem FC Bayern helfen konnte.“

Den Kontrakt eines Spielers, der aktuell in aller Munde ist, schloss Salihamidzic seinerzeit ebenfalls ab. Bei der Frage, ob Leon Goretzka nach seinen starken Leistungen einen neuen Vertrag bekommen sollte, hielt sich der 48-Jährige aber zurück.

„Ich freue mich für ihn, dass er seine Stärke auf dem Platz zeigen kann und dass das Mittelfeld zusammen mit Joshua Kimmich wieder so gut funktioniert. Ich würde den FC Bayern sehr gerne bei der Neuauflage des „Finale dahoam“ in München sehen und hoffe, dass wir es diesmal gewinnen.“