Sportlich steht der FC Bayern vor enormen Herausforderungen: Trotz der großen Verletztenmisere soll in den beiden Spielen gegen Inter Mailand der Einzug ins Halbfinale der Champions League geschafft werden. Obendrein soll unbedingt die Meisterschaft her.
Darum fällt jetzt der Name Gómez
Trotzdem schraubt man hinter den Kulissen bereits an der mittelfristigen Zukunft des Rekordmeisters. Auch personell ranken sich Gerüchte um den Klub. Nachdem jüngst Ralf Rangnick ins Gespräch gebracht wurde, berichtet Sky nun, dass man in München über eine Verpflichtung von Mario Gómez nachdenke – in welcher Position auch immer.
Gedankenspiele im Aufsichtsrat
SPORT1-Informationen zufolge bestehen im Aufsichtsrat der Bayern schon länger Gedankenspiele, die Führungsriege zu erweitern beziehungsweise umzustellen. Dem Vernehmen nach wünscht man sich eine engere Verzahnung zwischen der Profimannschaft und dem FC Bayern Campus, den Klub-Patron Uli Hoeneß einst als Antwort auf irre Transfers wie den von Neymar von Barca zu PSG verstanden wissen wollte. Der Wunsch nach Top-Talenten, die es in größerem Umfang in die erste Mannschaft schaffen, ist groß.
Gómez, der seit 2022 als Technischer Direktor bei „Red Bull Soccer International“ tätig ist, wird vor allem von Hoeneß geschätzt. Der Aufsichtsrat hat die Karriere des 39-Jährigen genau verfolgt. Einen direkten konkreten Kontakt zwischen dem Ex-Bayern-Star und dem Klub gab es SPORT1-Infos zufolge aber noch nicht. Bisher handelt es sich lediglich um eine Idee.
Gómez hat Traumjob inne
Fakt ist: Gómez hat beim österreichischen Konzern eine Art „Traumjob“ inne. Erst Mitte Dezember hat er seinen Vertrag dort um drei weitere Jahre verlängert und ist seit Anfang des Jahres quasi die rechte Hand von Jürgen Klopp, der als „Head of Global Soccer“ geholt wurde. „Wo Marios Laptop ist, ist mein Büro“, sagte der 57-Jährige bei seiner Vorstellung im Januar. Beide operieren von München aus.
Auch wenn ein Engagement von Gómez beim FC Bayern nicht unmittelbar bevorsteht, werfen die Gerüchte auch ein Licht auf Max Eberl und dessen Arbeit. Der Sportvorstand steht auf dem Prüfstand (SPORT1 berichtete bereits im Februar). Bei seinen zahlreichen schwierigen Aufgaben liegt es fast in der Natur der Sache, dass so manche Entscheidung durchaus kritisch gesehen wird.
Dass Hoeneß bereit ist, manch heikles Thema auch öffentlich zu diskutieren, bewies er nicht zuletzt in der Causa Thomas Müller. Während Eberl der Klub-Legende quasi einen Freifahrtschein zur Vertragsverlängerung ausstellte, sah Hoeneß das anders. „Ich glaube schon, dass der FC Bayern und Thomas Müller gemeinsam eine Entscheidung treffen müssen, denn wir sind ja nicht auf dem Basar, wo jeder machen kann, was er will“, sagte der Patriarch Ende Februar auf SPORT1-Nachfrage – ein deutlicher Fingerzeig an die sportliche Führung. Auch im Umgang mit Joshua Kimmich oder bei einer möglichen Verpflichtung von Jonathan Tah machte der Aufsichtsrat seinen Einfluss geltend.
Wohin mit Gómez?
Fakt ist: Hoeneß wünscht sich grundsätzlich einen regen Austausch mit seinem Führungspersonal. Bereits am mittlerweile ehemaligen CEO Oliver Kahn hatte es Kritik gegeben, da dieser nur selten Ratschläge einholte. Eberl pflegte da lange Zeit einen engeren Draht an den Tegernsee, doch auch er versuchte in manchen Phasen, sich freizuschwimmen.
Sollte eine Verpflichtung von Gómez derweil wirklich konkreter werden, stellt sich die Frage, wo der Ex-Nationalspieler im Gefüge des Rekordmeisters Platz finden könnte. Bereits jetzt ist der Verein vergleichsweise breit aufgestellt: Aktuell verfügt man an der Säbener Straße über einen dreiköpfigen Vorstand, einen neunköpfigen Aufsichtsrat sowie über einen Sportdirektor. Für Gómez müsste man entweder einen neuen Posten schaffen, die Strukturen grundsätzlich ändern oder gar Personal austauschen. Die Verträge von Eberl und Sportdirektor Christoph Freund laufen jeweils noch bis Sommer 2027.