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Borussia Dortmund: Kovacs Mut wird belohnt – und erweitert die Optionen

Kovacs Mut zahlt sich aus

Für Niko Kovac ergeben sich vor dem abschließenden Spiel in der Ligaphase der Champions League neue offensive Möglichkeiten. Und das, obwohl genau diese Konstellation vor nicht allzu langer Zeit für den BVB-Coach noch undenkbar gewesen wäre.
Dieser Frage bezüglich eines Social-Media-Trends lässt BVB-Trainer Niko Kovac auf der PK ziemlich schmunzeln.
Für Niko Kovac ergeben sich vor dem abschließenden Spiel in der Ligaphase der Champions League neue offensive Möglichkeiten. Und das, obwohl genau diese Konstellation vor nicht allzu langer Zeit für den BVB-Coach noch undenkbar gewesen wäre.

Bislang galt unter Niko Kovac bei Borussia Dortmund meist das Prinzip „entweder Guirassy oder Silva“. Doch am Wochenende funktionierte plötzlich auch das „und“ – und zwar erstaunlich gut.

Beim 3:0-Sieg gegen Union Berlin standen Fabio Silva und Serhou Guirassy gemeinsam in der Startelf. Guirassy agierte als zentraler Fixpunkt, Silva leicht links versetzt. Komplettiert wurde das Offensiv-Trio von Maxi Beier auf dem rechten Flügel.

Das Resultat: Ein überzeugender Auftritt des BVB, Emre Can nannte es „Erwachsenenfußball“ und eine deutliche Reaktion auf den Totalausfall gegen Tottenham Hotspur (0:2). Vor dem abschließenden Ligaphasen-Spiel in der Champions League gegen Inter Mailand am Mittwochabend (ab 21 Uhr im SPORT1-Liveticker) eröffnen sich Kovac nun völlig neue Optionen.

BVB-Offensivtrio überzeugt

Noch nie zuvor hatte Kovac in dieser Saison exakt dieses Offensivtrio von Beginn an aufgeboten. Beier stürmte zwar bereits mit beiden Angreifern, doch insbesondere die Kombination Guirassy/Silva gab es erst einmal – beim 1:1 gegen Freiburg Mitte Dezember, damals als Doppelspitze. Die Variante mit dem fleißigen Beier – mit 11,85 Kilometern der laufstärkste Spieler auf dem Feld - harmonierte gegen Union jedoch besonders gut.

Auch Nico Schlotterbeck zeigte sich angetan von dieser Kombination, beurteilte sie als „gut“ und lobte, dass die Drei „vor allem auch defensiv viel gearbeitet“ haben. „Serhou hat die Bälle fest gemacht, hat einen Elfmeter rausgeholt, Fabio ist drumherum geschwommen, Maxi hat ein Tor gemacht. Die drei haben das gut gemacht. Haben so mitgearbeitet, dass wir kaum was gegen uns zugelassen haben. Ich war happy und hoffe, das bekommen sie öfter hin.“

Bei Kovac selbst fiel das Fazit ähnlich knapp wie zufrieden aus. „Das haben sie alle drei gut gemacht“, sagte der BVB-Coach.

Silva macht Guirassy besser

Zuletzt hatte Silva Guirassy im internen Duell leicht den Rang abgelaufen – und das nicht ohne Grund. Während der Guineer in einer ausgeprägten Formkrise steckte, durfte der Portugiese in den vergangenen drei Spielen jeweils von Beginn an ran. Zuvor war ihm das in dieser Saison lediglich einmal vergönnt gewesen (gegen Freiburg). Inzwischen ist Silva aber auch körperlich in einer Verfassung, die ihn für Kovac zu einer ernsthaften Option für regelmäßige Startelfeinsätze macht.

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Guirassy beendete zwar bereits vor zwei Wochen gegen Werder Bremen (3:0) seine Torflaute, blieb in den darauffolgenden Auftritten jedoch vieles schuldig. Mit Silva an seiner Seite blitzte nun zumindest phasenweise wieder der „alte“ Guirassy auf. Das dürfte auch daran liegen, dass sich die Gegner in dieser Konstellation nicht mehr ausschließlich auf den Guineer fokussieren können, sondern auch dessen Nebenmann im Blick behalten müssen. Silva macht somit auch Guirassy besser.

Kovacs Mut wird belohnt

Auffällig ist zudem: Silva und Guirassy verstehen sich – auch abseits des Platzes – hervorragend. Und das, obwohl sie lange Zeit die größten Konkurrenten um den einen Platz in der Spitze waren. Genau dieses starre Credo scheint Kovac nun aufgebrochen zu haben. Sein Mut, Neues zu wagen, wird belohnt.

Ob das Offensiv-Trio – oder zumindest das Duo Guirassy/Silva – am Mittwochabend erneut gemeinsam von Beginn an aufläuft, ließ sich der 54-Jährige allerdings nicht entlocken: „Wir haben noch drei richtig gute Jungs auf der Bank. Mit Carney [Chukwuemeka; Anmd. d. Red.], Jule [Brandt] und auch Karim [Adeyemi]. Die Konkurrenz ist groß. Jeder einzelne hat schon gespielt, hat die Minuten bekommen und wird sie noch bekommen.“

Kovac kündigte an, aufgrund der hohen Belastung weiterhin rotieren zu wollen. Doch eines steht seit dem Wochenende fest: Der BVB-Trainer hat eine weitere vielversprechende Option in der Offensive hinzugewonnen.