Christian Lell feierte große Erfolge mit dem FC Bayern, geriet aber auch abseits des Rasens immer wieder in die Schlagzeilen.
Ex-Bayern-Profi Christian Lell spricht über Suizidversuch
Lell enthüllt Suizidversuch
Im vergangenen Jahr hatte Lell im SPORT1-Interview über „einige Talsohlen“ seines Lebens und schwere Depressionen gesprochen. In dem Podcast TOMorrow-Business schilderte der 41-Jährige nun einen besonders schweren Moment vor einigen Jahren.
Mittlerweile könne er „mit einem Schalk“ locker darüber reden, berichtete Lell einleitend: „Es war im Rückblick die dunkelste Stunde oder dunkelste Phase meines Lebens, weil ich keine Lösung fand.“
Ex-Bayern-Profi Lell spricht über Suizidversuch
Lell hatte sich nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn als Unternehmer selbstständig gemacht, doch die Immobilienkrise 2022 machte ihm schwer zu schaffen. „Die dunkelste Phase war diese Phase als Unternehmer, als ich keinen Lösungsansatz im Leben fand für die Herausforderung, die anstand. Das war dieses Ohnmachtsprinzip“, erklärte Lell.
Er habe Angst davor gehabt, in der Öffentlichkeit „wieder in eine Ecke gestellt zu werden“, führte der ehemalige Abwehrspieler weiter aus. „Das hat mich sukzessive in eine Depression manövriert, die in der Spitze auch dazu führte, dass ich tatsächlich nicht mehr am Leben sein wollte“, sagte Lell.
Der besagte Moment habe sich im Jahr 2023 zugetragen. „Es war der Moment, als ich starb, bevor ich wirklich gestorben bin, weil ich habe es überlebt“, sagte Lell. „Seitdem hat sich mein Leben sukzessive komplett verändert. Das war ein großes Schlüsselerlebnis.“
Bereits als Kind hatte Lell nach eigenen Aussagen mit traumatischen Erlebnissen zu kämpfen. Er sei in einem „sehr gewaltbehafteten und von viel Alkohol geprägten Elternhaus“ aufgewachsen, berichtete Lell.
Karriere beim FC Bayern „eher Mittel zum Zweck basierend auf Angst“
Der gebürtige Münchner wurde in der Jugend des FC Bayern ausgebildet und feierte als 19-Jähriger unter Ottmar Hitzfeld 2003 sein Bundesligadebüt.
Als persönlichen Erfolg wertete Lell diesen Schritt allerdings nicht. „Erfolg wäre für mich gewesen, hätte ich das erreicht aus einem inneren Frieden, aus einer Liebe heraus“, sagte der Ex-Profi. „So war es eher ein Mittel zum Zweck basierend auf Angst.“
Für die Bayern bestritt Lell insgesamt 98 Partien. 2008 und 2010 gewann er das Double. Später wechselte er zu Hertha BSC und nach Spanien zu UD Levante. 2016 beendete er bei Amateurklub TSV Weyarn seine aktive Laufbahn.
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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.
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