Holger Badstuber war selbst erst 20 Jahre alt, als er 2009 sein Profidebüt für den FC Bayern München gegeben hatte und als eines der vielversprechendsten Talente des Campus galt. Mit gerade einmal 17 Jahren ist FCB-Juwel Lennart Karl sogar drei Jahre jünger und konnte sich ähnlich wie Badstuber schon in seiner ersten Profisaison in den Vordergrund spielen.
FC Bayern: Badstuber spricht über Karls Entwicklung
„Wenn ich mich mit Karl vergleiche...“
Im Podcast SPORT1 Deep Dive hat sich Badstuber nun unter anderem zum riesigen Sprung von Karl geäußert. „Wenn ich mich jetzt mit einem Lennart Karl vergleiche, der ist 17, da war ich niemals so weit“, meinte der ehemalige Nationalspieler und merkte an, selber erst mit 20 oder 21 einen entsprechenden Sprung gemacht zu haben: „Er ist dann da früher dran von der körperlichen sowie mentalen Entwicklung und vom spielerischen Verstand her.“
Badstuber: „Das wird vielleicht auch Karl noch kennenlernen“
Ob es besser sei, so einen Entwicklungssprung eher früher oder später zu machen, werde sich noch herausstellen. „Das Wichtige ist, dass er klar bleibt, ein gutes Umfeld hat, dass er jetzt in der Phase, in der so viel Hype um ihn ist und so viel über ihn geredet wird, einfach bei sich bleibt, weiter arbeitet und weiter Leistungen bringen will. Dann wird er seinen Weg auch gehen“, war sich Badstuber sicher.
Beim Thema Karl blickte er auch auf seine eigene Debütsaison zurück, in der er unter Louis van Gaal 49-mal zum Einsatz kam, und sagte: „Klar waren auch immer wieder Momente dabei, die nicht so liefen, das ist ganz normal mit 20 und das wird vielleicht auch ein Lennart Karl noch kennenlernen.“
Der „Hype“ komme laut Badstuber immer vor der „Lernphase, wo es nicht so läuft“, dennoch sei es wichtig, jungen Spielern diese Momente auch zu erlauben.
Der Ex-Profi betonte zudem die Relevanz von „Mentoren“, die junge Spieler in guten und schlechten Phasen unterstützen können. „Deshalb ist es auch wichtig, dass ein Lennart Karl innerhalb der Mannschaft auch Leute hat, mit denen er sich gut versteht, die ihm wohlgesonnen sind, die ihn auch einschätzen können und dann, wenn mal der Zeitpunkt kommt, das Richtige zu ihm sagen - in welcher Form auch immer“, erklärte der 36-Jährige.
Druck auf FCB-Talente: „Es bei Bayern zu schaffen ist nochmal etwas anderes“
Beim FC Bayern herrsche eine gesonderte Drucksituation für junge Talente vor. „Du bist der große FC Bayern. Auf jedem Turnier wirst du anders angeschaut als die anderen Bundesligavereine. Dann hast du eine Aufmerksamkeit, mit der du dich umgeben, aber auch klarkommen musst. Dann musst du auch abliefern“, meinte Badstuber und ergänzte: „Bei Bayern zählt nie der dritte oder vierte Platz.“
Diese Ansprüche würden den Talenten laut Badstuber besonders von der U13 bis zur U17 mitgegeben. „Da solltest du wichtige Schritte machen“, sagte der gebürtige Memminger.
Talent werden noch früher gescoutet
Zwar würden viele Talente den Sprung in die 1. oder 2. Bundesliga schaffen, „aber es bei Bayern München zu schaffen ist halt nochmal etwas anderes“.
Insgesamt stellte Badstuber auch eine übergreifende Entwicklung im Jugendbereich fest. „Es fängt alles schon viel früher an, mit Scouts, mit Beratern“, sagte der ehemalige Bayern-Star und stellte heraus: „Heutzutage kommen Spieler mit 15, 16 in die erste Mannschaft, um sich zu zeigen, um den Marktwert zu erhöhen.“
Dies sei zwar von den Vereinen „strategisch gedacht“ für aufstrebende Spieler, aber oft schwer „einzuordnen und einzuschätzen“.