Bereits seit Wochen liegt Dayot Upamecano ein unterschriftsreifes Angebot des FC Bayern vor, doch der Franzose lässt die Münchner weiter zappeln – und das, obwohl der Rekordmeister in zahlreichen Punkten an die (finanzielle) Schmerzgrenze geht.
FC Bayern: Wer jetzt bei Upamecano die Geduld verliert
Was will Upamecano noch?
Kein Wunder also, dass hinter den Kulissen die Ungeduld wächst. Nach SPORT1-Informationen zeigt sich gerade der Aufsichtsrat irritiert über die Hinhaltetaktik von Upamecano und dessen Berater. Der Spieler selbst hatte zuletzt immer wieder betont, dass er die Verhandlungen in erster Linie seinem Agenten überlasse und dieser einen guten Job mache – mehr verrät er nicht.
FC Bayern: Was will Upamecano noch?
Die Frage, die man sich an der Säbener Straße stellt: Was will Upamecano noch? Schließlich stimmt neben den finanziellen Rahmenbedingungen auch die sportliche Perspektive.
Der Innenverteidiger ist unter Vincent Kompany zu einer festen Größe, ja vielleicht zu einem der besten Abwehrspieler der Welt geworden. Und: Der Bayern-Trainer rollt ihm den roten Teppich aus.
„Seitdem ich hier bin, war Upa sehr, sehr konstant. […] Wenn er sich eine Phase seiner Karriere aussuchen muss, in der er so gut war, glaube ich, dass das jetzt seine beste Phase ist“, sagte der Coach auf SPORT1-Nachfrage. Und weiter: „Meine Rolle ist immer der reine Fußball. Für jeden Spieler muss das die Basis sein. Zum Gesamtpaket gehört immer das Sportliche – und das versuchen wir zu erbringen.“
Eberl mittlerweile zögerlicher
Max Eberl, der in der Vergangenheit durch seinen großen Optimismus im Fall Upamecano aufgefallen war, gibt sich mittlerweile zögerlicher. „Ich weiß nicht, ob es eine Verzögerung gab. Es wurde spekuliert, dass Upa quasi zugesagt hat. Das haben wir nie gesagt. Wir haben gesagt: Wir warten auf Upas Antwort, das ist die Einzige, die zählt. Und auf die warten wir“, sagte der Sportvorstand am Freitagvormittag auf der Pressekonferenz.
Auffällig: Auch schon nach der Partie gegen Royale Union Saint-Gilloise hatte er sich schmallippig gegeben. Es wirkt so, als könne jedes falsche Wort von Seiten der Bayern den Deal doch noch platzen lassen – das will man natürlich verhindern.
Vieles erinnert an den Fall Kimmich
Dass die Führungsetage auf eine baldige Entscheidung drängt, wurde bereits Anfang des Jahres deutlich. CEO Jan-Christian Dreesen hatte bei einem Fanclub-Besuch verkündet: „Wenn man ein Kaugummi zu lange kaut, ist der Geschmack irgendwann raus. Deshalb darf sich das nicht wie Kaugummi ziehen.“
Das Angebot, das Upamecano vorliegen habe, solle der Franzose unterschreiben, denn es werde nicht mehr verbessert, so der Vorstandsboss weiter.
Vieles erinnert an den Fall von Joshua Kimmich vor fast einem Jahr. Auch der ließ sich mit einer Vertragsverlängerung lange Zeit und bekam schließlich den Druck der Bosse zu spüren. Gar von einem Ultimatum war die Rede. Gut möglich, dass die Bayern auch jetzt deutlichere Ansagen machen, um Planungssicherheit zu erlangen.
Ganz aktuell fällt Upamecano übrigens krankheitsbedingt aus. Ein Virus gehe in der Kabine um, erklärte Kompany dazu. Ein Hinderungsgrund, den Bayern final ab- oder zuzusagen, dürfte das aber nicht darstellen.