Im Kellerduell des VfL Wolfsburg gegen den FC St. Pauli (2:1) kamen bereits früh in der Partie große Diskussionen auf.
Empörung über Coach des VfL Wolfsburg: Hamann legt vielsagend nach
Hamann legt vielsagend nach
Nach etwas mehr als 20 Minuten schloss Wolfsburgs Yannick Gerhardt aus der Distanz ab. Der Ball auf das Tor der Gäste wurde jedoch von Verteidiger Hauke Wahl mit der Hand gestoppt. Erst nach Rücksprache mit dem VAR entschied sich Schiedsrichter Frank Willenborg für einen Elfmeterpfiff. Christian Eriksen verwandelte den Strafstoß sicher zum zwischenzeitlichen 1:0.
Unmut über VAR-Geste von Wolfsburg-Coach
TV-Experte Dietmar Hamann ärgerte sich in der Halbzeitpause bei Sky jedoch vor allem über eine Aktion im Vorfeld der Entscheidung - im Mittelpunkt stand dabei der Trainer der Wölfe.
„Die Reaktion von Daniel Bauer nach dem Handspiel ist eine Frechheit, eine Unsportlichkeit, die auch geahndet werden sollte“, kritisierte Hamann und erklärte: „Er zeigt als Trainer an, Videobeweis, schaut euch das an. Das sind Reaktionen, die kennen wir aus fernen Ländern, aber nicht aus der Bundesliga.“
Anschließend sagte der ehemalige Nationalspieler zwar auch, dass er sich nicht sicher sei, ob „man ihn dafür belangen kann“. Dennoch forderte Hamann: „Er ist noch nicht so lange Cheftrainer in der Bundesliga, das sollte er in Zukunft lassen.“
Auch St. Paulis Trainer Alexander Blessin war spürbar „not amused“ über Bauers Verhalten, biss sich im Interview mit Sky nach dem Spiel aber auf die Zunge: „Dazu sage ich jetzt nichts.“ Blessins Schweigen war allerdings deutlich. „Diese Geste“, setzte er an, ahmte sie mit den Fingern nach - um das Thema dann doch auf sich beruhen zu lassen.
Bauer spricht von Missverständnis
Nach der Partie sprach Bauer hingegen von einem Missverständnis und erklärte, er habe seinen Spielern im Trubel der Unterbrechung nur signalisieren wollen, dass die Situation überprüft werde. „Der vierte Offizielle hat mich dann darauf hingewiesen, dass man das Zeichen falsch deuten könne. Das haben wir direkt ausgeräumt und darüber gesprochen“, sagte der 43-Jährige.
Bauer ergänzte: „Ich werde das Zeichen nicht mehr nutzen, sondern werde mir ein anderes Codewort oder Zeichen für die Jungs ausdenken.“
Im TV-Interview mit Sky rechtfertigte sich Bauer auf dieselbe Weise - Hamann registriert es im Studio mit einem süffisanten Grinsen. „Ich mache es jetzt wie Blessin und sage nichts mehr“, schloss der Experte.
Elfmeter? Hamann hält dagegen
Auch die Elfmeterentscheidung an sich sorgte zuvor bei Hamann jedoch für Kritik. „Schau mal, wo ihn der Ball an der Hand trifft. Er ist fünf Meter vom Schützen entfernt, der Ball ist eine halbe Sekunde unterwegs und trifft ihn genau, wo vorher der Arm war. Warum soll das jetzt geahndet werden?“, fragte Hamann.
Keine Zustimmung erhielt er dabei von Experten-Kollege Patrick Helmes, der meinte: „Doch, für mich ist es ein Handspiel.“ Dabei setzte er auch zum Konter gegen Hamann an. „Jetzt kommt der Didi mit der Regel, ich weiß, aber wenn der Ball in Richtung Tor geht und da ist eine Hand im Weg, dann ist es für mich ein Elfmeter.“
Bauer wählte erneut eine diplomatische Analyse und erklärte: „Wir hatten im letzten Jahr eine ähnliche Situation. Mal wird gepfiffen, mal wird nicht gepfiffen. Heute hat der VAR für uns entschieden. Ich habe mich bei ähnlichen Entscheidungen auch schon geärgert und heute bin ich glücklich, dass diese 50/50-Entscheidung dann für uns ausgefallen ist.“