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Jetzt drücken die Bayern ihm die Daumen

Bayerns großes Missverständnis

Die Zeit von Sacha Boey beim FC Bayern ist vorerst beendet. Seine zwei Jahre waren rückblickend gespickt von Problemen – auch vom Spieler hausgemachte.
Sacha Boey wechselt per Leihe zurück zu Galatasaray Istanbul. Den Wechsel des Franzosen präsentierte der türkische Rekordmeister auf spezielle Art und Weise.
Die Zeit von Sacha Boey beim FC Bayern ist vorerst beendet. Seine zwei Jahre waren rückblickend gespickt von Problemen – auch vom Spieler hausgemachte.

Es war ein Blitztransfer, mit dem viele Beobachter nicht mehr gerechnet hatten. Am Donnerstagnachmittag verkündete der FC Bayern, dass Sacha Boey für den Rest der Saison in Istanbul spielen werde. Galatasaray holt den Franzosen auf Leihbasis zurück.

Die Dynamik dahinter war nicht vorherzusehen, dass die Münchner aber daran arbeiteten, war aber schon lange kein Geheimnis mehr.

Als SPORT1 nach dem letzten Spiel im Jahr 2025 in Heidenheim Max Eberl auf mögliche Abgänge ansprach, machte der Sportvorstand entsprechende Andeutungen. Die Botschaft: Unzufriedene Spieler können unter Umständen gehen. Dass auch Boey gemeint war, war offenkundig.

FC Bayern ist zufrieden mit Boey-Transfer

Dass man an der Säbener Straße zufrieden ist, den Außenverteidiger bei einem anderen Klub untergebracht zu haben, zeigen zwei Fakten.

Zum einen ließ sich Eberl in der Pressemitteilung wie folgt zitieren: „Sacha kennt Galatasaray aus seiner Zeit, bevor er zu uns gewechselt ist, bestens und wird im vertrauten Umfeld keine lange Anlaufzeit brauchen.“

Und weiter: „Er kann in den Champions League-Playoffs gegen Juventus Turin sowie im Titelkampf der türkischen Süper Lig auf höchstem Niveau Einsatzminuten sammeln, was seiner Entwicklung sehr gut tun wird.“

Das klingt so, als spräche der Bayern-Boss über einen Jugendspieler – doch Boey ist bekanntermaßen bereits 25 Jahre alt.

Gnabry-Meldung verdrängt Boey schnell

Außerdem: Die Meldung, dass er den Verein verlassen würde, verschwand nur wenige Stunden später von der Homepage des FC Bayern. Lieber konzentrierte man sich thematisch auf die Vertragsverlängerung von Serge Gnabry – verständlich, doch es zeigt auch, dass man Boey vorerst vergessen möchte.

Und trotzdem drückt man ihm in München ab sofort die Daumen. Sollte Boey in Istanbul zu alter Stärke zurückfinden, dürften es den Bayern im kommenden Sommer deutlich leichter fallen, ihn dauerhaft zu transferieren – und das zu einem guten Preis.

Zur Erinnerung: Der FCB ließ sich die Dienste des Franzosen vor zwei Jahren einiges kosten. 30 Millionen Euro überwiesen sie an den Bosporus. Eine Summe, die für ein Wintertransferfenster gigantisch anmutet und die die Klub-Strategen gerne verschwiegen hätten. Allerdings machten ihnen die Türken einen Strich durch die Rechnung. Galatasaray verkündete jubelnd, wieviel Geld man kassiert habe.

Boey bei Bayern - reihenweise Missverständnisse

Was folgte, war eine Zeit voller Missverständnisse. Boey entpuppte sich als reiner rechter Außenverteidiger mit großen Fähigkeiten, aber auch einem Hang zum Leichtsinn. Das begann unter dem damaligen Bayern-Trainer Thomas Tuchel und ging unter dessen Nachfolger Vincent Kompany weiter.

So bleiben vom Franzosen vor allem einzelne Szenen in Erinnerung: Sein schwacher Auftritt beim Auswärtsspiel in Leverkusen im Winter 2024, die Ein- und anschließende Wiederauswechslung im Viertelfinale der Klub-WM gegen PSG und seine Rote Karte beim Auswärtsspiel in Augsburg im vergangenen Sommer.

Obendrein zog sich Boey Kompanys Unmut zu, als er im Bundesligaspiel bei Union Berlin nicht rechtzeitig für eine Einwechslung bereit war. Es sind Vorfälle, die niemand auf seiner Visitenkarte stehen haben möchte.

Zudem war man an der Säbener Straße nicht gerade begeistert, als sich Olympique Lyon und Olympique Marseille in diesem Winter um ihn bemühten, Boey jedoch dankend ablehnte.

Krankheit bremst Boey zusätzlich

Zur Wahrheit gehört aber auch: Der 25-Jährige war immer wieder verletzt, verlor krankheitsbedingt an Gewicht. Kompany sprach in diesem Zusammenhang gerne von Pech.

In der Türkei wundert man sich derweil, dass Boey in München nicht mehr Einsatz zeigte. Immerhin war er zu seiner ersten Zeit bei Galatasaray der womöglich beste Außenverteidiger der Süper Lig.

In den dortigen Medien ist die Meinung einhellig: Der Franzose hätte wissen müssen, dass in der Bundesliga mehr dazugehört, als nur ein ordentlicher Verteidiger zu sein – obendrein beim FC Bayern. Dass er also jemals wieder ein Spiel für die Münchner absolvieren wird, ist mehr als fraglich.

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