Bayer Leverkusen hat beim 1:1 (0:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den nächsten herben personellen Rückschlag einstecken müssen.
Mit Tränen vom Feld! Nächster Verletzungs-Schock bei Leverkusen
Tränen-Drama überschattet spätes Tor
Mittelfeldspieler Arthur blieb auf der Jagd nach dem Ball ohne gegnerische Einwirkung im Rasen hängen, ging zu Boden und verdrehte sich womöglich folgenschwer das Knie. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blickte der Brasilianer umgehend zur Bank und deutete eine Auswechslung an.
Sky-Kommentator Christian Straßburger fühlte mit dem 22-Jährigen: „Das ging richtig aufs Knie. Die Leverkusener Ärzte machen gar nichts – sie müssen ihn erstmal beruhigen. Ist das bitter. Die allerallerbesten Genesungswünsche. Hoffentlich sah das einfach nur fies aus.“
Eine Update zur Situation von Arthur gab es nach der Partie noch nicht: „Ich weiß noch nichts“, berichtete Bayer-Trainer Kasper Hjulmand nach der Partie bei Sky: „So eine große Verletzung ist sehr sehr hart und schwierig zu sehen für mich.“
Bayer-Star mit Tränen vom Platz: Stadion spendet Trost
Arthur musste im Anschluss unter Tränen mit der Krankentrage vom Spielfeld abtransportiert werden. Die Leverkusener sowie die Mainzer Anhänger spendeten aufmunternden Applaus.
„Das ganze Stadion – auch die Mainzer – mit dem Applaus. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber ich habe Gänsehaut“, fasste Straßburger die bedrückte Atmosphäre zusammen. Axel Tape kam für Arthur in die Partie.
In der zweiten Halbzeit geriet Leverkusen dann in Rückstand: Sheraldo Becker vollendete einen Mainzer Konter traumhaft mit einem Volley nach Flanke von Paul Nebel (67.). Die Entstehung erzürnte Hjulmand, der ein Foul von Dominik Kohr gegen Patrik Schick im Vorfeld gesehen hatte, das zu einem Elfmeter für die Werkself geführt hätte.
„Ich habe nie einen Schiedsrichter hier in Deutschland angesprochen, aber dieses Mal habe ich keine Ahnung von den Regeln. Es ist unglaublich, er (Kohr, d. Red.) hat keine Sicht auf den Ball. Das ist unfassbar für mich", beschwerte er sich bei Sky.
Nächster Patzer im Rennen um die Champions League
Die Werkself erholte sich aber nochmal vom Doppel-Schock und kam kurz vor Schluss zum Ausgleich. Der eingewechselte Christian Kofane bediente Verteidiger Jarell Quansah im Strafraum, der ins linke Eck vollstreckte (88.) und seinen Farben zumindest einen Punkt rettete. Aus Leverkusener Sicht im Rennen um die begehrten Champions-League-Ränge insgesamt aber zu wenig.
Am Sonntag könnten die Konkurrenten RB Leipzig und VfB Stuttgart ihren Vorsprung vorerst ausbauen. Im engen Tabellenkeller sorgten die Mainzer von Trainer Urs Fischer wiederum durch den Punktgewinn für einen Achtungserfolg.
Dieser war bei Sky dennoch nicht zu 100 Prozent zufrieden: „Ich finde es schade, dass wir uns nicht mit drei Punkten für eine tolle Leistung belohnt haben. Die erste Halbzeit war top, die Mannschaft hat alles umgesetzt, wie wir es besprochen haben.“
Von Beginn an fehlten Leverkusen Tempo, Überzeugung und Ideen. Weil auch die kompakt und tief verteidigenden Mainzer, die kurzfristig auf Nationalspieler Nadiem Amiri (Ferse) verzichten mussten, nichts riskierten, plätscherte die Partie ereignislos vor sich hin.
Einzig ein Handelfmeter blieb Bayer verwehrt, weil Alejandro Grimaldo in der Entstehung im Abseits gestanden hatte (42.).
Folgt die nächste Hiobsbotschaft?
Arthur hatte sich in dieser Spielzeit zur Stammkraft entwickelt und stand in den vergangenen Wochen zumeist in der Startformation. Jetzt droht dem Brasilianer womöglich ein längerfristiger Ausfall.
Besonders bitter für Bayer: Innerhalb der letzten sieben Tage verletzten sich bereits Loic Badé und Lucas Vázquez. Darüber hinaus stehen Leverkusen Torwart Mark Flekken, Nathan Tella und Eliesse Ben Seghir nicht zur Verfügung.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)