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BVB: Wie ein Albtraum ohne Ausweg

Wie ein Albtraum ohne Ausweg

Ramy Bensebaini erlebt beim BVB-Aus in der Champions League einen Abend zum Vergessen. Der Verteidiger trägt eine große Mitschuld am K. o. – doch wird dabei auch zum Opfer von Kovacs größtem Problem.
Der BVB empfängt den FC Bayern München. Niko Kovac äußert sich auf der Pressekonferenz zu seinem Ansatz.
Ramy Bensebaini erlebt beim BVB-Aus in der Champions League einen Abend zum Vergessen. Der Verteidiger trägt eine große Mitschuld am K. o. – doch wird dabei auch zum Opfer von Kovacs größtem Problem.

Er konnte einem leidtun! Ramy Bensebaini erlebte beim Ausscheiden von Borussia Dortmund in der Champions League gegen Atalanta Bergamo einen rabenschwarzen Tag – vielleicht den schwärzesten seiner Dortmunder Zeit.

An allen vier Gegentreffern traf den Algerier eine Mitschuld – eine traurige Premiere. Doch nur auf die Leistung des Verteidigers selbst zu gucken, greift zu kurz. Das eigentliche Problem sitzt tiefer.

BVB-Star Bensebaini erlebt Horror-Abend

Schon beim 0:1 das erste Unglück: Bensebaini will klären, grätscht in eine Flanke – und serviert den Ball direkt vor die Füße von Gianluca Scamacca. 0:2? Eine unglückliche Abfälschung ins eigene Netz. Beim dritten Treffer steht er zu weit von seinem Gegenspieler entfernt, ohne Zugriff, ohne Timing.

Und als wäre das nicht genug, verursacht er beim vierten Gegentor mit einem zu hohen Bein auch noch den entscheidenden Elfmeter – Gelb-Rot inklusive.

Bereits in der zwölften Minute hatte er seine erste Verwarnung gesehen. Früh war klar: Dieses Spiel lief an ihm und der gesamten Mannschaft vorbei. Die Italiener waren schneller, wacher, giftiger.

Niko Kovacs Generalkritik an seiner Mannschaft dürfte vor allem auch an ihn gerichtet gewesen sein: „Du musst die Zweikämpfe annehmen, du musst sie führen. Du musst dort scharf sein, du musst giftig sein. Das waren die anderen sehr viel mehr als wir“, so der BVB-Coach nach der Partie.

Ob man Bensebaini nach diesem traumatischen Abend jetzt trösten müsse? „Ja, wir sind eine Mannschaft, wir stehen alle zusammen. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen“, meinte Torhüter Gregor Kobel.

Bensebaini trägt nicht die alleinige Schuld

Es war einer dieser Tage, die wohl jeder kennt. Ein Tag, an dem so wirklich alles schiefläuft, was nur irgendwie geht. Bensebaini klebte dabei auch jede Menge Pech an den Schuhsohlen. Und das ist ungewöhnlich. Denn eigentlich ist der Algerier, gerade in dieser Spielzeit, die Verlässlichkeit in Person: laufstark, zweikampfhart, technisch sauber, seine Elfmeterquote: 100 Prozent.

Dass er einen seiner dunkelsten Auftritte nun ausgerechnet bei dem wichtigen K.-o.-Spiel in Bergamo erwischte, ist für ihn selbst und natürlich den BVB doppelt bitter. Doch Bensebaini allein an den Pranger zu stellen, wäre zu einfach. Denn auch wenn er das Gesicht des Ausscheidens ist, ist er auch das Opfer eines strukturellen Problems.

Bensebaini wird zum Opfer eines strukturellen Problems

Denn ihn frühzeitig zu erlösen, ihn runterzunehmen – das war schlicht nicht möglich. Kovac waren in der Defensive die Hände gebunden. Auf der linken Innenverteidiger-Position setzt der Coach bevorzugt auf einen Linksfuß. Bensebaini war in Bergamo der Einzige, der dieses Profil erfüllte.

Nico Schlotterbeck war nicht einsatzbereit. „Die Ärzte und er selbst haben gesagt, dass er nicht von Beginn an spielen kann. Deshalb mussten wir so agieren.“ Auch Emre Can erlebte keinen guten Abend. Doch auch er war letztlich nur eine Notlösung.

Der Kapitän hatte zuvor vier Wochen wegen Adduktorenproblemen gefehlt. Sein Startelfeinsatz? Gleichzeitig sein Comeback. Matchpraxis? Fehlanzeige. Und das merkte man. Alternativen? Kaum vorhanden.

Filippo Mané fällt mit einer Muskelverletzung weiterhin aus. Und Youngster Luca Reggiani wollte Kovac „nicht das vierte Spiel in zehn Tagen zumuten“. Und Leihspieler Aarón Anselmino musste bekanntlich im Winter zurück nach London und von dort weiter nach Straßburg. Dennoch verzichteten die Verantwortlichen bewusst auf einen Winterneuzugang.

Schlotterbeck kehrt zurück in die Startelf

Die Folgen des Personalmangels endeten für den BVB am Mittwoch auf äußerst schmerzhafte Art und Weise. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell trifft dieses Ausscheiden den Verein knüppelhart.

Am Wochenende gegen den FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr im LIVETICKER) soll Schlotterbeck wieder von Beginn an ran, wie Kovac auf der Pressekonferenz am Freitag verriet.

Für Bensebaini dürfte das fast wie eine Erlösung klingen. Eine Pause. Luft holen. Abstand gewinnen. Und dennoch: Dieser Abend in Bergamo wird nachhallen.