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Der Wagner-Effekt greift doch

Der Wagner-Effekt greift doch

Sandro Wagner sollte den FCA mit frischem Wind zum Erfolg führen. Das Ende ist bekannt. Warum der Wagner-Effekt trotzdem eingetreten ist, erklärt SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp.
Nach der Trennung von Trainer Sandro Wagner gewinnt der FC Augsburg überraschend gegen Bayer Leverkusen. FCA-Boss Michael Ströll erklärt das Aus und enthüllt im Doppelpass eine noble Geste von Wagner nach dem Spiel.
Sandro Wagner sollte den FCA mit frischem Wind zum Erfolg führen. Das Ende ist bekannt. Warum der Wagner-Effekt trotzdem eingetreten ist, erklärt SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp.

Mit dem Baum kehrte der FCA zurück zu seinen Wurzeln. Klingt vielleicht lustig, ist aber die Augsburger Realität. Seit Manuel Baum von Popstar-Trainer Sandro Wagner, dem Ex-Co-Trainer der Nationalmannschaft, übernommen hat, also vor knapp drei Monaten, ist zwar die große Aufmerksamkeit wieder weg, aber der Erfolg wieder da!

Und - da muss der FCA für große Krisen-Klubs wie Bremen, Wolfsburg oder Mönchengladbach als Vorbild dienen - das hat vor allem mit gewaltigem Einsatz statt mit spielerischen Super-Ideen zu tun.

Mit Sandro Wagner wollten sie neue Wege gehen in Augsburg. Junge Spieler, kreativer Fußball – eine andere DNA sollte beim FCA implementiert werden. Und das hat in den fünf Wagner-Monaten ungefähr so gut geklappt wie Inter Mailands Angriff auf den Champions-League-Titel in dieser Saison!

Augsburger Goldkette

Doch die Reißleine, die sie Anfang Dezember gezogen haben, entpuppte sich als eine Art Goldkette – und zwar aus Echtgold. Die Rückholaktion sowohl vom ehemaligen FCA-Cheftrainer als auch vom ehemaligen FCA-Ansatz – nämlich vor allem einfach zu spielen, und das mit maximaler Einsatzbereitschaft in jeder einzelnen Aktion – ging zu 100 Prozent auf.

Augsburg hat nach 14 Punkten aus den vergangenen sieben Spielen nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. Das müssen sie selbst nicht so sehen, das ist aber so! Weil sie die entscheidenden Attribute, die am Ende die Schlacht um den Ligaverbleib entscheiden – einen unbändigen Willen beispielsweise und dieses bedingungslose Füreinander –, schon tief verinnerlicht haben.

Der Wagner-Effekt ist eingetreten, nur anders

Und weil sie aufgrund der guten Ergebnisse, die sie sich Schritt für Schritt erarbeitet haben, auch vor Selbstbewusstsein strotzen.

Klingt brutal, ist aber nicht von der Hand zu weisen: Der Wagner-Effekt, von dem im Sommer immer die Rede war, ist definitiv eingetreten in Augsburg. Nur eben ganz anders, als sie es geplant hatten. Verrückter Fußball. Oder halt: Baum zu glauben!