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Er war schon fast weg - nun ist er ein Lichtblick des BVB

Dortmunds Lichtblick

Ausgerechnet ein fast schon abgegebener Königsklassen-Debütant kann bei Borussia Dortmunds Niederlage gegen Inter Mailand überzeugen – und auch in den nächsten Spielen wichtig werden.
Borussia Dortmund bekommt es in den Playoffs der Champions League mit Atalanta Bergamo zu tun. Die Italiener sind laut BVB-Coach Niko Kovac ein "ernstzunehmender Gegner".
Ausgerechnet ein fast schon abgegebener Königsklassen-Debütant kann bei Borussia Dortmunds Niederlage gegen Inter Mailand überzeugen – und auch in den nächsten Spielen wichtig werden.

Es dürfte sich wie ein Déjà-vu angefühlt haben – diesmal allerdings mit deutlich positiverem Ausgang. Wie schon bei seinem ersten Profieinsatz in der Bundesliga musste Filippo Mane bei seinem ersten Auftritt in der Königsklasse vorzeitig vom Platz.

Anfang August flog er in Hamburg gegen den FC St. Pauli in der 85. Minute mit Rot vom Platz und kostete den BVB den Auftaktsieg in die Saison. Im Anschluss fing sich Dortmund noch zwei Gegentore ein (3:3) – ein Horror-Debüt für den Youngster. Seitdem stand er gerade einmal zwei mickrige Minuten (!) für die Dortmunder auf dem Platz.

Auch bei seinem überraschenden Königsklassen-Debüt am Mittwochabend musste der 20-Jährige früher vom Feld, diesmal plagten ihn allerdings nur Krämpfe. Und das aus gutem Grund: Der Innenverteidiger gab alles und lieferte als einer der wenigen Dortmunder eine starke Vorstellung ab. Und das ausgerechnet gegen Inter Mailand – dieses Spiel dürfte sich für ihn wie ein Traum angefühlt haben.

BVB-Debütant Mane wächst nahe Mailand auf

In Magenta, gerade einmal 30 Autominuten von Mailand entfernt, wuchs Mane auf. Aus der Jugend von Sampdoria Genua wechselte er im Januar 2022 nach Dortmund. Ab der U17 durchlief er die italienischen Auswahl-Nationalmannschaften und spielt aktuell für die italienische U21. Ausgerechnet gegen Mailand feierte er nun sein Debüt auf ganz großer Bühne.

Und wie: Mane war einer der besten Dortmunder an diesem Abend (SPORT1-Note 2,5). Zwar hatte er mit Marcus Thuram und Ange-Yoan Bonny alle Hände voll zu tun, doch er machte seine Sache gut und holte sich mit resoluten Tacklings und starken Grätschen Szenenapplaus und Selbstvertrauen.

„Ich finde, er hat es gut gemacht, er hat die Zweikämpfe gewonnen, er war sehr rigoros darin. Für das, dass er so lange nicht mehr in der Mannschaft gespielt hat, hat er sich sehr schnell und sehr gut eingegliedert“, lobte Sebastian Kehl. Der BVB-Sportdirektor fühlt sich in seinem Plan, keinen weiteren Spieler für die Innenverteidigung zu verpflichten, bestätigt.

Kovac ist voll des Lobes

Auch Kovac war voll des Lobes: „Er hat es gut gemacht. Er hat jeden Zweikampf gesucht und viele gewonnen. Zum Schluss ist ein bisschen die Kraft ausgegangen, da hat er einen Krampf gehabt. Er hat jetzt schon eine Zeitlang mit der zweiten Mannschaft nicht gespielt. Aber ich finde, das hat er richtig klasse gemacht.“

Aufgrund seines Horror-Debüts und der Verpflichtung von Aaron Anselmino erklärte Niko Kovac bereits vor der Partie: „Es war nicht einfach für ihn.“

Mane hat bewiesen, dass er eine ernsthafte Alternative für den BVB-Trainer darstellt – und dass auf ihn Verlass ist. Gerade weil die Personaldecke in der Defensive, vor allem in der Innenverteidigung, aktuell angespannt ist, könnte er in den nächsten Spielen – wie gegen Heidenheim (Sonntag, 17.30 Uhr im LIVETICKER) – wichtig werden und weitere Minuten bekommen.

BVB-Debütant Mane profitiert von Ausfällen

Dass er überhaupt sein Debüt in der Königsklasse feiern konnte, war vor wenigen Wochen und Tagen fast noch undenkbar. Denn eigentlich wollte der BVB seinen jungen Innenverteidiger verleihen, um ihm die für Nachwuchsspieler so wichtige Spielzeit zu ermöglichen.

Doch weil Aaron Anselmino kurzfristig nach London zum FC Chelsea zurückbeordert wurde, entstand eine Vakanz. Die Verantwortlichen dachten um und schoben einer Leihe einen Riegel vor. Und weil sowohl Niklas Süle (Rückenprobleme) als auch Waldemar Anton (Infekt) zuletzt passen mussten, bekam Mane seine große Chance – und nutzte sie.