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FC Bayern: Hat Upamecano sich längst verraten?

Hat Upamecano sich längst verraten?

Der Poker um die sportliche Zukunft von Dayot Upamecano steht offenbar vor dem Ende. Bei allem Ärger über den Berater des Franzosen trifft ein Vorwurf auch den Spieler selbst.
Bayern-Sportdirektor Christoph Freund äußert sich zu einer medial berichteten Deadline zur Vertragsentscheidung von Dayot Upamecano - und lässt sich dabei alle Türen offen.
Der Poker um die sportliche Zukunft von Dayot Upamecano steht offenbar vor dem Ende. Bei allem Ärger über den Berater des Franzosen trifft ein Vorwurf auch den Spieler selbst.

Dayot Upamecanos Vertrag beim FC Bayern läuft im Sommer aus, ein neuer ist noch immer nicht unterschrieben. Nun soll der Durchbruch allerdings gelungen sein und der Spieler vor einer Unterschrift stehen.

Die Führungsetage des Klubs hatte schon mehrmals deutlich gemacht, dass man sich endlich Klarheit wünscht. Anfang des Jahres machte CEO Jan-Christian Dreesen den Anfang, als er anmahnte, die Verhandlungen dürften sich nicht weiter wie Kaugummi ziehen.

Am Samstagabend legte dann Max Eberl nach, der bisher eigentlich außergewöhnlich geduldig und besonnen auftrat. „Es ist auch klar: Irgendwann muss jetzt eine Entscheidung her!“, sagte der Sportvorstand nach der Partie der Münchner in Hamburg.

Bayern fordert Klarheit im Upamecano-Poker

Eine neue Note brachte jetzt Klub-Patron Uli Hoeneß via Kicker in die Diskussion. Er attackierte Upamecanos Berater und unterstellte ihnen, den Franzosen aus München weglotsen zu wollen. „Über dieses Verhalten bin ich entsetzt“, so der Ehrenpräsident. Seine Marschroute: Ab sofort müsse man mehr auf Upamecano persönlich setzen, nicht auf seine Agenten. Dass der Innenverteidiger im Ringen um seine Zukunft auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat, ärgert die Klubverantwortlichen schon länger, wie SPORT1 berichtete. Es ist ein Detail, das für Unmut sorgt.

Dabei hat sich Upamecano womöglich bereits am Dreikönigstag verraten. „Ich hoffe, es gibt bald eine Lösung und ich kann weitermachen“, sagte er nach dem Testspielsieg bei RB Salzburg. Ein Satz, der Raum für Interpretationen lässt. Schließlich klingt es so, als würde der Spieler selbst gerne in München weiterspielen, dürfe das aber nicht. In diese Kerbe schlägt jetzt Hoeneß, indem er sagt: „Ich weiß, dass er und seine Familie sich in München sehr wohlfühlen.“

FC Bayern: Hoeneß erhöht den Druck auf Upamecano

Der Plan der Bayern klingt einfach, ist aber nur schwer durchzusetzen: Sie wollen Upamecano dazu drängen, selbst über sein Schicksal zu entscheiden und seine Berater einzufangen. Ob der Franzose dazu bereit ist, bleibt allerdings fraglich. Bislang fiel er in seiner Karriere eher durch den mehrmaligen Wechsel von Beratern auf als durch eine stringente und selbstbestimmte Karriereplanung.

Hoeneß erhöhte öffentlich den Druck und verlieh dem Fall eine neue Dynamik. Einen Tag später sieht es so aus, als habe das Wort des Patriarchen die erhoffte Wirkung gezeigt.