Die Meisterschale rückt immer, immer näher: Der FC Bayern hat eine wilde Achterbahnfahrt bei Borussia Dortmund überstanden und den 139. Klassiker mit 3:2 (0:1) für sich entschieden.
Völlig verrückter Ligakracher! FC Bayern ringt BVB nieder
Kimmich macht Meisteransage
Nico Schlotterbeck traf zwar zur 1:0-Pausenführung (26.), doch nach Wiederanpfiff drehten die Bayern auf. Ein erneut überragender Harry Kane sorgte mit einem Doppelpack für die Wende (54., 70., Foulelfmeter). Für Kane waren es bereits die Saisontore 29 und 30.
Kimmich macht Meister-Ansage
Daniel Svensson brachte die Dortmunder mit seinem späten Tor (83.) zwar nochmal zurück ins Spiel, doch der Treffer von Joshua Kimmich bedeutete die noch spätere Entscheidung (87.). Damit dürfte den Bayern die Meisterschaft wohl kaum noch zu nehmen sein.
„Jetzt haben wir elf Punkte Vorsprung, das werden wir nicht mehr abgeben“, sagte Kimmich bei Sky. So einen Vorsprung habe schließlich noch nie jemand verspielt. „Das wird so bleiben“, gab sich der Kapitän selbstbewusst.
„Wir haben uns lange Zeit schwergetan. Es war ein sehr körperliches Spiel, auch mit einigen Fehlern“, fuhr Kimmich fort: „Die erste Halbzeit war sehr zerfahren, viele Unterbrechungen, viele Standardsituationen und viele Foulspiele. Dadurch ist nicht so ein richtiger Rhythmus aufgekommen.“ In der zweiten Halbzeit sei es dann etwas „flüssiger“ geworden.
BVB: Irrsinn um Schlotterbeck - Can verletzt raus
Schlotterbeck hatte den BVB nach Vorlage von Svensson als Erster jubeln lassen (26.). Zuvor hatte der Verteidiger Glück, dass er, nachdem er Josip Stanisic mit offener Sohle leicht oberhalb des Knöchels getroffen hatte, mit einer Verwarnung davonkam (18).
Nach seinem Treffer sprang er in den Fanblock des BVB und jubelte ekstatisch mit den Anhängern der Schwarz-Gelben. Auch für einen derartigen Jubel haben Schiedsrichter schon Gelb verteilt.
Unmittelbar vor dem Pausenpfiff musste auch noch Dortmund-Kapitän Emre Can verletzungsbedingt ausgewechselt werden (45.+5). Für ihn kam Ramy Bensebaini in die Partie.
Kane nicht zu stoppen
Nach Wiederanpfiff hatten beide Mannschaften eine Vielzahl an aussichtsreichen Gelegenheiten. Kane war zur Stelle, nachdem er mustergültig von Serge Gnabry bedient worden war (54.).
Vom Punkt behielt der Engländer kurz darauf die Nerven (70.), auch wenn Gregor Kobel mit der Hand noch am Ball war. Zuvor hatte Schlotterbeck erneut Stanisic im eigenen Sechzehner foulwürdig zu Fall gebracht.
Schiedsrichter Sven Jablonski zeigte auf den Punkt. Der bereits gelbvorbelastete Schlotterbeck entkam einem Platzverweis schon wieder.
Verrückte Schlussphase im Topspiel
In der Schlussphase feierte dann BVB-Youngster Samuele Inácio sein Profidebüt. Er kam für Maximilian Beier in die Partie (75.). Svensson traf wenig später nach Zuspiel von Marcel Sabitzer sehenswert zum 2:2 (83.).
Doch Joshua Kimmich setzte den späten Schlusspunkt eines verrückten Ligakrachers. Er traf per Volley-Abnahme von der Sechzehnerkante aus zum 3:2-Endstand (87.).
FC Bayern: Ultras boykottieren Topspiel gegen den BVB
Die Bayern mussten am Samstagabend ohne den Support der Ultras auskommen. Die aktive Fanszene boykottierte kurzfristig die Partie. Die Anhänger fühlten sich SPORT1-Informationen zufolge von der örtlichen Polizei und bei der Einlasskontrolle ungerecht behandelt.
Die Tabelle führt der deutsche Rekordmeister damit weiter an (63 Punkte). Dortmund hat als erster Verfolger bereits elf Punkte Rückstand. Beide Mannschaften haben noch zehn Partien zu absolvieren.
„Wir haben jetzt noch ein Ziel: Wir wollen als Zweiter in die Champions League. Es sind jetzt elf Punkte und man sagt im Fußball, dass alles passieren kann. Ich bin aber nicht blauäugig. Wir schauen in den Rückspiegel und wollen, dass die Jungs hinter uns kleiner werden.“, sagte BVB-Trainer Niko Kovac.