Drei Punkte gegen Borussia Dortmund wären so wichtig gewesen – für den 1. FC Köln, aber auch für den unter Druck stehenden Trainer Lukas Kwasniok. Am Ende stand dennoch die nächste Niederlage: Nur zwei Siege aus den vergangenen 16 Ligaspielen lassen die Situation am Geißbockheim weiter zuspitzen. Trotzdem bleibt sich Kwasniok treu. Auch gegen den BVB ließ er offensiven Fußball spielen und gab erneut einem Youngster die Chance, sich zu beweisen.
Ein 19-Jähriger als Mutmacher
Ein 19-Jähriger als Mutmacher
Der 19 Jahre alte Youssoupha Niang feierte nach vier Kurzeinsätzen im Oberhaus sein Startelfdebüt und hinterließ auf dem rechten Offensivflügel direkt einen bleibenden Eindruck. Das FC-Eigengewächs ist für Kwasniok im Abstiegskampf ein Mutmacher – auch wenn diese Entscheidung durchaus ein Risiko birgt.
Effzeh-Talent macht auf sich aufmerksam
Niang machte genau das, was sich Kwasniok von ihm erhofft hatte: befreit und sorglos aufspielen. Direkt zu Beginn setzte der Youngster ein erstes Ausrufezeichen: In der fünften Spielminute zwang er Gregor Kobel zu einer Parade, und Niangs gut getimten Kopfball lenkte der BVB-Keeper über die Latte. Auch danach kam er zu weiteren Abschlüssen: Ein Schuss landete am Außennetz (18.), ein weiterer Kopfball ging über das Dortmunder Tor (38.); und als er seinem ersten Profitor am nächsten war, blockte Julian Ryerson in allerletzter Sekunde (56.). Fest steht: Der 19-Jährige fiel mit seiner Unbekümmertheit auf.
Kwasniok attestierte seinem Youngster, den er im Sommer direkt aus der U19 in die Profimannschaft hochgezogen hatte, „ein sehr gutes Spiel“ mit „zwei sehr guten Einschussmöglichkeiten“. Der 44-Jährige beweist trotz der angespannten Situation Mut.
Kwasniok mit Mut: Youngster erhalten Vorzug
Denn in dieser brenzligen Lage einen 19-Jährigen ins kalte Wasser zu werfen, die weitaus erfahreneren Luca Waldschmidt und Florian Kainz komplett draußen zu lassen und (den zuvor angeschlagenen) Linton Maina sowie Marius Bülter erst spät einzuwechseln, ist durchaus riskant.
Doch damit nicht genug: In der Schlussphase wechselte Kwasniok den ebenfalls erst 19 Jahre alten Said El Mala aus und brachte mit dem gleichaltrigen Cenny Neumann einen weiteren Youngster – Profidebüt.
Auch wegen Niangs „Schicksalsschlägen“, wie der FC-Trainer seinen schwierigen Start bei den Profis bezeichnete, ist Kwasniok so positiv gestimmt.
Zu Saisonbeginn fiel der Youngster mit einer Schulterverletzung aus. Kaum hatte er sich davon erholt, folgte prompt der nächste Rückschlag: ein Muskelriss. Niang war bis Weihnachten außer Gefecht gesetzt und darf nun endlich zeigen, was in ihm steckt.
„Die Mannschaft ist unverwüstlich - und der Dicke da vorne auch“
„Das sind doch die Dinge, die mir auch Kraft geben. Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Es befruchtet sich. Ich habe schon das Gefühl, die Mannschaft ist unverwüstlich und der Dicke da vorne auch“, gab sich Kwasniok nach der 1:2-Pleite gegen den BVB kämpferisch.
Die Überzeugung in Köln ist groß, dass ihm eine große Karriere bevorstehen könnte. Nicht umsonst verlängerte der FC seinen Vertrag im Januar 2025 langfristig. Kwasniok betonte: „Ich weiß, am Ende geht es immer nur um Punkte.“ Und genau die muss der FC nun schleunigst einfahren, wenn Kwasniok über die Länderspielpause hinaus Trainer bleiben soll. Dennoch scheint sich der „Dicke da vorne“ nicht beirren zu lassen – auch dank seines Mutmachers.