Es wirkte beinahe so, als wollte er unbedingt etwas loswerden. Für die Fans des 1. FC Köln dürften die Worte wie Musik in den Ohren geklungen haben. Am Dienstagmittag trat Özkacar am Geißbockheim vor die Mikrofone der Journalisten – und sprach offen über seine Zukunft.
Bundesliga: FC-Leihgabe denkt nicht an Rückkehr
FC-Leihgabe denkt nicht an Rückkehr
Seit dem Sommer spielt der 25-Jährige auf Leihbasis in Köln, offiziell kehrt er nach der Saison zum FC Valencia zurück. Doch genau das steht für ihn offenbar nicht fest. Denn der Abwehrspieler verfolgt andere Pläne.
FC-Verteidiger will in Köln bleiben
„Ich will ehrlich sein: Ich will auf jeden Fall hierbleiben. Meine Frau und ich fühlen uns in der Stadt und im Verein sehr wohl“, machte der Defensivspieler deutlich.
Die Vita des 25-Jährigen liest sich beeindruckend: Stationen bei Olympique Lyon, dem FC Valencia und Real Valladolid sprechen für sich. Doch nachhaltig durchsetzen und langfristig bei einem Klub heimisch zu werden – das gelang ihm bislang nicht. In Köln will er das nun offenbar ändern.
„Ich will wirklich bleiben. Aber wir haben hier einen Job erledigen, das müssen wir auf dem Feld zeigen. Und dann werden wir auch darüber sprechen.“
SPORT1 weiß: Auch der FC steht einer möglichen Weiterbeschäftigung, gerade nach den Leistungen in den jüngsten Spielen, offen gegenüber.
Vom „Ganzkörperkrampf“ zum Gesicht für den Umschwung?
Der achtmalige türkische Nationalspieler profitierte von der angespannten Personalsituation – und zahlt das Vertrauen nun mit starken Leistungen zurück. Seine Formkurve zeigt steil nach oben: In den vergangenen fünf Spielen stand er jeweils in der Startelf.
Zum Vergleich: An den ersten 19 Spieltagen gehörte er nur sechsmal zur Anfangsformation. Beim Jahresauftakt gegen Heidenheim (2:2) blieb er noch ohne Einsatz. Doch Özkacar kämpfte sich zurück, ließ sich nicht entmutigen und arbeitete konsequent an sich.
Auch an seinem körperlichen Zustand. Zu Saisonbeginn zeigte sich FC-Trainer Lukas Kwasniok noch nicht vollständig zufrieden: „Wenn er beginnt, hat er halt Ganzkörperkrämpfe“, sagte Kwasniok vor einigen Monaten.
Inzwischen hat sich das Bild komplett gewandelt.
Kwasniok schwärmt: „Eine Maschine vor dem Herrn“
Mittlerweile gerät der Coach regelrecht ins Schwärmen. Es sei „echt unverschämt“, wenn Özkacar das T-Shirt ausziehe – „dann sind alle neidisch. Cenk ist eine Maschine vor dem Herrn, ein einziger Muskel“, erzählte Kwasniok vor der Partie gegen den FC Augsburg (0:2) bei Sky.
Und weiter: „Er hat ein brutales Herz, ist ein extrem offener Mensch, der viele Stationen hinter sich hat. Er muss auch Gras fressen. Er ist einfach ein Vorbild, was Einsatz, Bereitschaft und Haltung angeht.“
Am Wochenende gegen Borussia Dortmund wird es erneut auf ihn ankommen. Der FC steht unter Druck, nur zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz. Lediglich zwei der vergangenen 15 Partien konnten die Kölner gewinnen.
Auch Özkacar wird am Samstagabend gefordert sein – als Abwehrchef, Antreiber und vielleicht als Symbolfigur einer Trendwende.