Schmerzhaftes Bundesligadebüt für Matheo Raab: Der Keeper von Union Berlin hat sich beim 1:0-Sieg gegen den SC Freiburg wohl spät an der Hand verletzt und dennoch den knappen Erfolg festgehalten.
Bundesliga: Debüt endet schmerzhaft
Bundesligadebüt endet schmerzhaft
Tief in der Nachspielzeit krachte er mit Freiburgs Bruno Ogbus zusammen. Raab schilderte die Szene bei DAZN: „Ich komme noch gerade so zum Ball, er köpft mir gegen die Hand. Ich habe es in dem Moment nur noch gespürt mit Schmerzen.“
Auf Unioner Seite bereitete man sich schon darauf vor, dass der 27-Jährige nicht weiterspielen kann. Da bereits fünfmal gewechselt wurde, stand sogar kurzzeitig im Raum, dass Verteidiger Tom Rothe für die letzten Minuten in den Kasten rückt. Doch Raab biss auf die Zähne und wollte unbedingt weitermachen „Wir konnten nicht mehr wechseln, ich wollte die paar Minuten noch irgendwie zu Ende spielen.“
Debütant Raab wird im Interview emotional
Bereits mit einem dicken Verband um die rechte Hand erschien er beim Interview. „Sieht nicht so gut aus. Es wird morgen untersucht, aber mal schauen“, sagte er zu der Verletzung. Raab kam aufgrund der Fußprobleme von Frederik Rönnow zu seinem Bundesligadebüt.
Darauf angesprochen wurde es noch einmal emotional: „Ich freue mich unheimlich über mein Bundesligadebüt. Ich bin einfach nur glücklich, scheiß auf die Hand. Ich habe so lange auf den Moment gewartet, das wollte ich mir nicht nehmen lassen“, sagte Raab, der den Tränen nahe war.
Trotz der Verletzung zeigte er gegen Jan-Niklas Beste eine herausragende Parade, die den Sieg sicherte. „Das er den hält und sich dann belohnt, zeigt seinen Charakter. Egal ob als Nummer eins oder zwei, er ist ein absoluter Typ. Er gibt dir auf beiden Positionen das was du brauchst“, lobte Trainer Steffen Baumgart im Anschluss bei DAZN.
Bundesliga: Joker entscheidet Partie
Das Tor des Tages erzielte Joker Woo-Yeong Jeong (90.+2). Die Eisernen bauten den Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 bei nun noch acht ausstehenden Spielen auf komfortable sieben Punkte aus.
„Ich freue mich einfach sehr über mein Tor“, sagte der Siegtorschütze bei DAZN, „die drei Punkte waren wichtig für uns. Wir mussten heute gewinnen, hatten ein bisschen Druck. Wir haben alle gemeinsam gearbeitet, gut umgeschaltet. Deswegen ist es einfach verdient.“
Der Tabellenachte aus Freiburg musste das Ende einer beeindruckenden Heimserie hinnehmen: Zuvor war das Team von Trainer Julian Schuster im eigenen Stadion 16-mal hintereinander unbesiegt geblieben.
Baumgart hatte im Vorfeld der Partie angesichts des jüngsten Negativlaufs von einer „gewissen Anspannung“ gesprochen: „Natürlich wissen wir, dass die Ergebnisse nicht gut waren“, sagte er. Seine Startaufstellung änderte er im Vergleich zum 1:4 gegen Bremen auf vier Positionen.
Die Eisernen konzentrierten sich zu Beginn auf die Defensivarbeit und überließen zumeist dem Sport-Club den Ball. Dieser tat sich auf der Suche nach Lücken jedoch schwer und probierte es vor allem aus der Distanz: Kapitän Maximilian Eggestein (12.) und Cyriaque Irié (15.) zielten aber jeweils zu hoch.
Union hat das letzte Wort
Das Geschehen spielte sich auch mit fortlaufender Spieldauer häufig im Mittelfeld ab, Berlin lauerte auf Umschaltmomente. Die aber konnte Freiburg zumeist schon im Ansatz unterbinden. Höhepunkte blieben in der taktisch geprägten Begegnung bis zum Pausenpfiff rar.
Auch in der zweiten Hälfte änderte sich daran zunächst nichts. Derry Scherhant ließ nach 54 Minuten eine Freistoßgelegenheit aus aussichtsreicher Position ungenutzt. Freiburg blieb klar überlegen und hatte nach rund einer Stunde mehr als 70 Prozent Ballbesitz, doch Union verteidigte weiterhin konsequent - und hatte durch Alex Kral (69.) gar plötzlich selbst die Möglichkeit zur Führung. Jeong hatte das letzte Wort.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)