Spätestens seit dem 3:2-Sieg im Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund ist dem FC Bayern der erste Titel dieser Saison kaum noch zu nehmen. Bei elf Punkten Vorsprung auf den BVB auf Platz zwei können die Münchner schon zehn Spieltage vor Schluss den Meistersekt kalt stellen.
Das neue Geheimnis des FC Bayern: "Uli Hoeneß wurde damals belächelt"
„Hoeneß wurde damals belächelt“
Auf der Suche nach den Gründen für die Stärke des deutschen Rekordmeisters sind die Gäste im Doppelpass bei SPORT1 zunächst nicht bei der Mannschaft selbst fündig geworden, sondern bei Trainer, Sportvorstand und Ehrenpräsident.
„Vincent Kompany hat das gut gesteuert“, erklärte SPORT1-Experte Stefan Effenberg. Der Trainer spreche die Sprache der Spieler, sei authentisch und empathisch.
Jürgen Kohler: „Bayern sind ans Gewinnen gewöhnt“
Für Jürgen Kohler kommt dazu, „dass sie ans Gewinnen gewöhnt sind. Die laufen mehr, du hast mehr Zweikämpfe, weil du einfach erfolgreich bist. Das kommt dann ganz automatisch“. Einen großen Anteil daran habe Kompany, so Kohler weiter.
Aber auch Max Eberl ist in der Runde für seine Transferentscheidungen gelobt worden. Bekanntlich ist der Sportvorstand von Uli Hoeneß im Sommer vor der laufenden Saison zum Sparen angehalten worden. Dennoch zog er die Transfers von Luis Diaz und Jonathan Tah durch und landete damit Volltreffer.
„Beim Lob für Max Eberl gehe ich mit“, sagte Stefan Kumberger. Anfang September sei zudem Hoeneß im Doppelpass gesessen „und hat so ein paar Thesen rausgehauen, die nicht jeder lustig fand und nicht jeder richtig fand“, so der SPORT1-Chefreporter.
Der „belächelte“ Hoeneß sorgte für wichtigen Schritt
„Aber seitdem ist alles besser geworden. Es hat sich vieles bewahrheitet. Er hat ja gesagt: ‚Mit dem kleinen Kader zwingen wir den Trainer jetzt dazu, junge Spieler einzusetzen.‘ Das ist aufgegangen, wenn man an Lennart Karl denkt."
Und auch Kohler lobte den häufig auch kritisch hinterfragten Hoeneß. Der langjährige Macher sei zum Erfolgsfaktor geworden: „Genauso Uli, als er damals belächelt wurde, dass er gesagt hat: ‚So, jetzt ist mal fertig mit kaufen.‘ Jetzt holen wir mal Spieler aus der eigenen Jugend. Was schaffst du damit? Identität. Und was zeichnet Bayern aus? Die Mia-San-Mia-Mentalität."
Es habe sich um einen großen und wichtigen Schritt gehandelt. Und die Mannschaft habe gemerkt, „wir sind stark genug, auch aus dem eigenen Nachwuchs Leute zu rekrutieren.“