Nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen den FC Bayern beträgt der Rückstand des BVB zur Tabellenspitze elf Punkte. Der Kampf um die Meisterschaft scheint entschieden – sofern es ihn in dieser Saison überhaupt gegeben hat.
Dieser Blick auf die Zahlen wird viele BVB-Fans erstaunen
Kovacs erstaunliche BVB-Zahlen
Dazu kommen das bittere und vermeidbare Aus in der Champions League gegen Atalanta Bergamo sowie die Pokal-Heimniederlage gegen Bayer 04 Leverkusen. Der BVB wird auch die Saison 2025/26 ohne den lang ersehnten Titel beenden. Es droht ein sportlich bedeutungsloses Auslaufen der Saison.
Das will und muss Trainer Niko Kovac – auch mit Blick auf seine persönliche Erfolgsbilanz bei den Schwarz-Gelben – verhindern. Denn beim Aufrollen der Statistikbücher geht es für den BVB und seinen Trainer um mehr als nur den zweiten Tabellenrang zu verteidigen und die ungeliebte Vizemeisterschaft zu gewinnen.
BVB: Kovac besser als Klopp und Tuchel
Für einige vielleicht überraschend: Der derzeit punktetechnisch erfolgreichste Trainer in der Geschichte von Borussia Dortmund heißt Niko Kovac. Der mit 219 Partien aktuell erfahrenste aktive Bundesliga-Trainer kann sich mit einem erfolgreichen Saisonendspurt somit an der Spitze weiter etablieren.
Sein Punkteschnitt von 2,11 pro Partie ist der beste in der Dortmunder Bundesliga-Historie. Unter seiner Regie gewann der BVB stolze 24 Partien und musste sich bei lediglich sechs Niederlagen achtmal mit einem Remis begnügen.
Dabei überbietet der Kroate unter anderem den auf Rang zwei rangierenden Thomas Tuchel (2,09 Punkte pro BL-Spiel) und den Drittplatzierten Lucien Favre (2,08). Jürgen Klopp - der in seiner siebenjährigen Amtszeit auch ein paar Tiefen hatte - kommt in dieser Statistik übrigens auf 1,91 Punkte und liegt auf Rang sechs der Dortmunder Bundesliga-Historie hinter Marco Rose (2,03), Edin Terzic (1,97) und Willi Multhaup (1,94).
Kompany sticht Kovac aus
Auch Kovacs persönliche Bilanz als Bundesligatrainer, in die seine vorherigen Stationen Eintracht Frankfurt und Bayern München einfließen, kann sich sehen lassen. Nur Vincent Kompany mit seinem beeindruckenden Punkteschnitt von 2,5 überstrahlt Kovac, der mit 1,61 Punkten gemeinsam mit VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf dem zweiten Rang liegt.
Auch im historischen Vergleich aktueller und ehemaliger Bayern-Coaches steht Kovac übrigens nicht schlecht da: Mit seinem Schnitt von 2,18 Punkten pro Bundesliga-Spiel liegt er auf Platz 5 hinter Pep Guardiola (2,52), Kompany, Hansi Flick (2,45) und Carlo Ancelotti (2,38) - aber vor illustren Namen wie Julian Nagelsmann (2,16), Jupp Heynckes (2,15), Felix Magath (2,14), Thomas Tuchel (2,10), Ottmar Hitzfeld (2,08) und Udo Lattek (2,07).
Der Vergleich der großen Namen zeigt zweierlei: Der Punkteschnitt allein sagt nicht alles - nicht nur Kovac, auch Ancelotti war bei Bayern nicht unbedingt die größte Erfolgsgeschichte. Allerdings zeigen die Zahlen auch: Daran, dass Kovac ergebnistechnisch liefert, zuverlässiger als die meisten anderen, gibt es nichts zu rütteln.
Doch die Schwarz-Gelben sind in der aktuellen Spielzeit nicht nur in den persönlichen Statistikbüchern ihres Trainers zu finden. Auch in der langen Vereinshistorie findet die erneut titellose Saison besondere Erwähnung.
Die späte 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern bedeutete für den BVB erst die zweite Saisonniederlage. Auch dieser Wert nach 24 Saisonspielen stellt damit den Vereinsbestwert nach 24 Spieltagen ein – ein Kunststück, das zuvor nur in den Spielzeiten 1965/66, 2010/11 und 2018/19 gelang.
Auch im internationalen Vergleich gehört der BVB beim Blick in Europas Top-5-Ligen zur absoluten Speerspitze: Nur die AC Mailand (auch 2) und der FC Bayern München (1) kassierten in der Spielzeit 2025/26 so wenige Niederlagen. Die erste Saisonpleite setzte es übrigens auch gegen die Bayern, als die Schwarz-Gelben das Hinspiel in der Allianz Arena mit 1:2 verloren.
Bundesliga: BVB so konstant treffsicher wie nie
Zurück zur Bundesliga und zum 14. Dezember 2025: Ein kalter und nebliger Sonntagnachmittag in Freiburg. Aus Sicht des BVB ein historischer Tag, denn das 1:1 bei den Breisgauern war das letzte Bundesliga-Spiel, in dem die Kovac-Truppe nicht mindestens zwei Treffer erzielte.
Eine längere Serie gelang den Dortmundern in den letzten 30 Jahren nur einmal: von März bis August 2025 erzielten sie in elf Spielen in Folge mindestens zwei Tore.
Diese konstante Treffsicherheit spiegelt sich auch in einem weiteren Aspekt wider. Denn die Schwarz-Gelben trafen erstmals in allen 24 Bundesligaspielen einer Saison.
Trotz der westfälischen Rekorde in der Bundesliga wird die Saison-Überschrift des BVB das Wort „titellos“ enthalten. Daran kann auch der erfolgreichste BVB-Trainer der Bundesliga-Geschichte nichts ändern. Es hat eine gewisse Tragik.